DKFZ fordert sofortigen Stopp für Zigarettenwerbung

Rauchen schädigt die eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer
Rauchen schädigt die eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer

Am 31. Mai 2012 ist Weltnichtrauchertag, ausgerufen von der Weltgesundheitsorganisation. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen hat das deutsche Motto in diesem Jahr unter das Thema gestellt: „Lass Dich nicht einwickeln! Rauchen kennt nur einen Gewinner: Die Tabakindustrie“. Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt hierzu einen aktuellen Band der Roten Reihe heraus zum Thema „Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt“.

Zigarettenwerbung gefährdet die Gesundheit, denn sie fördert das Rauchen und hat Einfluss auf den Gesamtkonsum von Zigaretten. Zigarettenwerbung trägt dazu bei, dass Jugendliche mit dem Rauchen beginnen und dass Raucher es schwerer haben, damit aufzuhören. Aus dem neuesten Report des Deutschen Krebsforschungszentrums „Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt“ wird deutlich, wie umfassend die Tabakindustrie alle Bereiche des öffentlichen Lebens mit ihren Marketingmaßnahmen durchdringt: Von der Außenwerbung an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs über Kinowerbung, Internetangebote, Eventmarketing, Geschenkaktionen, Sponsoring bis hin zur Werbung in Supermärkten und Tankstellen nutzen die Zigarettenhersteller alle Möglichkeiten der Ansprache. Deutschland ist das einzige Mitgliedsland der Europäischen Union, welches die Außenwerbung noch gestattet.

„Das Deutsche Krebsforschungszentrum fordert einen sofortigen Stopp für Zigarettenwerbung“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Zentrums, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler. „Die Werbung für Zigaretten in unserem Land ist unverantwortlich. Zigaretten unterscheiden sich grundsätzlich von allen anderen legal verkauften Produkten, denn sie sind giftig und stellen das größte vermeidbare Krebsrisiko dar. Sie besitzen allein aufgrund ihrer außerordentlichen Gesundheitsgefährdung eine Sonderstellung. Daher sollten sie auch eine Sonderstellung durch ein umfassendes Werbeverbot erhalten, wie es für kein anderes Konsumprodukt besteht.“ Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind gegeben: Deutschland hat das WHO-Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakkonsums bereits im Jahr 2003 unterzeichnet und ratifiziert und sich damit verpflichtet, dessen Inhalte, darunter ein Tabakwerbeverbot, in deutsches Recht zu übertragen. Die Verfassungsmäßigkeit eines Tabakwerbeverbotes wurde für Deutschland bereits 1997 vom Bundesverfassungsgericht festgestellt. Es ist Zeit, zu handeln.

Die Veröffentlichung des Deutschen Krebsforschungszentrums „Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt“ kann bei der Stabsstelle Krebsprävention bestellt werden unter:
who-cc@dkfz.de
oder abgerufen werden unter
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/RoteReihe/Band_18_Zigarettenwerbung_in_Deutschland.pdf

Die Veröffentlichung zur „Verfassungsmäßigkeit eines umfassenden Tabakwerbeverbotes in Deutschland“ kann abgerufen werden unter:
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/Fakten/Factsheet_Verfassungsmaessigkeit_Tabakwerbeverbot.pdf 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Ansätze, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968
presse@dkfz.de

Pressemitteilung vom Deutschen Krebsforschungszentrum

Krebs – gefürchtet wie kaum eine andere Krankheit


Krebszeitung

--Download DKFZ fordert sofortigen Stopp für Zigarettenwerbung als PDF-Datei --


  • cropped-fluoreszenz-mikroskop_dreifarbig
    Forschung

    Krebs ist eine Erkrankung, die durch Veränderungen in den Genen ausgelöst wird. So unterscheiden sich Tumorzellen von normalen Zellen an hunderten bis tausenden von Stellen des Erbgutes (DNA). Welche Mechanismen ursächlich für die Entstehung dieser Genveränderungen sind, konnte jetzt ein internationales Konsortium zeigen, an dem auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) beteiligt waren.

    Durch die Analyse der DNA-Sequenz aller Gene von insgesamt 7042 Tumoren, welche die 30 häufigsten Krebserkrankungen umfassen, konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über 20 verschiedene Muster von Erbgutveränderungen, sogenannte Mutationen, finden. Von diesen waren einige in mehr als der Hälfte aller Tumorarten nachweisbar, andere beschränkt auf einzelne Krebsarten. Zusätzlich konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler spezifische Mechanismen aufdecken, die die Entstehung eines Teils dieser Erbgutveränderungen erklären. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden jetzt in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

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    Mehr als 10.000 Experten werden in Berlin erwartet Berlin, 3. November 2015. – Vom 24. bis 27. Februar 2016 findet im CityCube Berlin der 32. Deutsche Krebskongress (DKK) statt. Erwartet werden mehr als 10.000 Experten. Unter dem [...mehr lesen]

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