DFG fördert Projekt zur verbesserten Tumortherapie

Stammzell-Therapie - Quelle: Bayern Innovativ, co.don AG

Wenn pharmazeutische Wirkstoffe sich unspezifisch im Körper verteilen, geht das für den Patienten oft mit unerwünschten Nebenwirkungen einher. Häufig müssen Krebstherapien aufgrund zu starker Nebenwirkungen abgebrochen werden. Eine zielgerichtete Verteilung und spezifische Aktivierung von Wirkstoffen zu erreichen und dabei gleichzeitig die Wirksamkeit und Sicherheit der Wirkstoffe zu erhöhen, ist Ziel eines Projekts an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Das Vorhaben wird die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten drei Jahren mit knapp 400 000 Euro fördern.

„Die Bewilligung durch die DFG haben wir mit großer Freude zur Kenntnis genommen“, sagt Prof. Dr. Karsten Mäder vom Institut für Pharmazie, der gemeinsam mit Dr. Thomas Müller (Klinik für Innere Medizin IV, Onkologie/Hämatologie) Antragsteller ist.

„Für unsere Arbeit in der Grundlagenforschung ist das ein sehr großer Ansporn. Die Förderung ermöglicht eine Intensivierung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Partnern“, so Mäder. Das hallesche Forscher-Team kooperiert in dem binationalen Verbundprojekt eng mit den Prager Polymerchemikern Prof. Dr. Karel Ulbrich und Dr. Tomas Etrych von der tschechischen Akademie der Wissenschaften, die zeitgleich eine Förderung der Czech Science Foundation (GACR) erhalten haben.

„In den kommenden drei Jahren wollen wir bessere Wirkstofftransporter auf Polymerbasis entwickeln und charakterisieren. Hierbei wird der Wirkstoff in einer inaktiven Form an ein Polymer gebunden, welches sich im Tumor anreichert. Im Tumor wird dann der Wirkstoff spezifisch vom Polymer abgespalten. Wir möchten gemeinsam mit unseren tschechischen Partnern verstehen, welche Strukturen hierfür am besten geeignet sind“, erklärt Karsten Mäder. Das Projekt läuft unter dem Titel „Nichtinvasive Charakterisierung von stimulus-sensitiven Polymertherapeutika und ihrer Mikroumgebung durch Optical Imaging, ESR und MRI“. Die Ergebnisse versprechen langfristig eine verbesserte Tumortherapie mit weniger Nebenwirkungen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Karsten Mäder
Leiter der Abteilung Pharmazeutische Technologie der MLU
Telefon: 0345 5525167
E-Mail: maeder@pharmazie.uni-halle.de

Pressemitteilung Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Ute Olbertz


Krebszeitung

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  • Chemazeichnung der TUR-B
    Harnblasenkrebs

    Im letzten Artikel haben wir die diagnostischen Möglichkeiten behandelt, Harnblasenkrebs (auch Blasenkrebs oder medizinisch Urothelkarzinom genannt) zu erkennen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns nun mit der Behandlung (Therapie) des oberflächlichen Harnblasenkrebses.

    Operative Blasenspiegelung (TUR-B)

    TUR-B-Zeichnung - Bild: Detlef HöwingHat der Urologe nach der Diagnose den dringenden Verdacht, dass ein Harnblasenkrebs vorliegen könnte, wird er zunächst eine relativ kleine Operation, die Trans-Urethrale Resektion der Blase (TUR-B, TUR-Blase, oder auch operative Blasenspiegelung genannt) zur Abklärung und Sicherung der Diagnose empfehlen.

    Diese wird meist in einer urologischen Fachklinik durchgeführt. Dazu wird unter Narkose ein starres Rohr durch die Harnröhre in die Harnblase eingeführt, durch das sich zusätzliche Operationsinstrumente wie, z. B. eine Hochfrequenzstrom führende Drahtschlinge, einbringen lassen. Mit deren Hilfe werden eventuell vorhandene Tumoren und tumorverdächtige Bereiche entfernt. In den ersten 24 Std. nach der TUR-B sollte eine Frühinstillation (Spülung der Harnblase mit einem Medikament) erfolgen, um zu vermeiden, dass sich in den resizierten (entfernten) Bereichen Krebszellen neu ansiedeln können.

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  • Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)
    Forschung

    Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)Prostatakrebs ist in der westlichen Welt die häufigste bösartige Tumorerkrankung beim Mann. Um deren Entstehung und Verlauf besser untersuchen zu können, entwickelt Dr. Friederike J. Gruhl am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein dreidimensionales Modell der Prostata: Ziel ist, damit die natürlichen Prozesse im Reagenzglas (in vitro) nachbilden zu können. Langfristig soll das in vitro-Modell Tierversuche in der Prostatakrebs-Forschung vollständig ersetzen. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 200.000 Euro.

    In Deutschland, so die Deutsche Krebshilfe, erkranken jährlich 67.600 Männer neu an einem bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse (Prostatakarzinom), etwa 12.700 pro Jahr sterben daran. Die klinische Forschung beschäftigt sich vor allem mit dem Verlauf der Krankheit, der sich in bestimmten Blutwerten widerspiegelt (prognostische Marker, z. B. prostataspezifisches Antigen, PSA). Die Mechanismen beim normalen, gesunden Prostatawachstum sowie bei einer Krebserkrankung sind vergleichsweise wenig untersucht. „Eine wesentliche Aufgabe der Grundlagenforschung ist daher, den Verlauf von der Auslösung der Krankheit bis hin zur Bildung von Metastasen besser zu verstehen, um frühzeitig eingreifen zu können“, sagt Dr. Friederike J. Gruhl vom Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT). „Dazu zählt insbesondere das Verständnis der Interaktion der Krebszellen mit ihrer Umgebung.“

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