Die Diagnose Blasenkrebs

Urothelkarzinom der Blase, Bild: KGH, Wikimedia Commons

Die Diagnose, an Krebs erkrankt zu sein, ist ein tiefer Einschnitt in das Leben eines jeden Menschen. Plötzlich wird einem bewusst, dass das Leben endlich ist. Man denkt unwillkürlich an den Tod, dass man vielleicht nicht mehr lange zu leben hat. Alles andere verliert erst einmal an Bedeutung. Beim Blasenkrebs ist die erste Diagnose immer eine vage, da jede Wucherung, jede Geschwulst in der Blase erst einmal als Krebs bezeichnet wird. Die erste Diagnose kann keine Aussage über die Bösartigkeit und Eindringtiefe des Krebses machen. Sie kann auch nicht klären, wie die weitere Therapie zu erfolgen hat und wie die Prognose ist.

Da in etwa 80% der Fälle ein gutartiger oder oberflächlicher Krebs vorliegt, sollte man sich nach der ersten Diagnose, die meist der Hausarzt oder Urologe stellt, keine schwer belastenden Gedanken machen, wenn man gesagt bekommt, dass man Blasenkrebs hat. Denn dann macht man sich nicht nur selber verrückt, sondern wird dies auch in die Partnerschaft und Familie transportieren. Selbst wenn man die Familie nicht darüber informieren will, werden die Angehörigen es sehr schnell merken, dass etwas nicht stimmt und werden Fragen stellen, warum man plötzlich so anders ist. Man kann noch so ein guter Schauspieler sein, sie werden es merken.

Es ist besser, sie reden mit ihren Angehörigen über die Diagnose Blasenkrebs und deren Bedeutung. Damit nehmen sie auch deren Furcht ein Stück weit weg. Und sie brauchen ein Ventil. In dem sie ihre Gedanken und Ängste anderen mitteilen, werden sie merken, wie diese Gespräche sie selbst befreien. Sie können mit dieser Krankheit nicht allein fertig werden. Und ihre Angehörigen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie es um sie steht. Sicher gibt es Gedanken, die man nicht mit den seinen teilen will, um sie nicht zuviel zu belasten. Sie müssen immer abwägen, wie sehr ihre Familie alles verkraftet. Es wird Fälle geben, wo man sich nicht mit dem Partner austauschen kann. Dann sollten sie die Hilfe von Krebs-Selbsthilfegruppen in Anspruch nehmen.

Hier werden sie Ansprechpartner finden, die wie sie selber vom Krebs betroffen sind oder waren, sich gut in ihre Situation hineinversetzen können und ihnen zusätzlich hilfreiche Informationen geben können. Sie können sich als Blasenkrebs-Patient gerne auch an mich wenden, denn ich habe die einzigste Selbsthilfegruppe für Blasenkrebs in Deutschland gegründet. Ich werde versuchen, ihnen weiterzuhelfen und werde sie, auf ihrem Weg begleiten, der sie durch diese Krankheit führt, wenn sie dies wünschen.

Ihr Urologe wird sie zur Bestimmung des Blasenkrebses in der Regel in eine Klinik überweisen. Er hat meist eine Klinik für sie, mit der er gute Erfahrungen gemacht hat und die zur weiteren Behandlung ihres Blasenkrebses geeignet ist.

Insbesondere, wenn sie zu dem Personenkreis gehören, der kein Vertrauen in die ärztliche Kunst hat, sollten sie sich möglichst umfassend darüber informieren, was die Klinik leistet und was weiter mit ihnen geschieht. Das hilft ihnen sehr weiter, ihre berechtigte Furcht wenigstens zum Teil in den Griff zu bekommen. Es hat sowieso keinen Sinn, wenn sie sich vor einer Behandlung und Operation sträuben, es sei denn, sie haben vor, sich unbehandelt zu lassen und in wenigen Jahren (je nach Grad des Tumors) elendig zu Grunde zu gehen. – Ich habe gehört, es soll kein schöner Tod sein, an Krebs zu sterben. – Also, wenn sie weiter leben möchten, bleibt ihnen nichts anderes übrig, einer urologischen Abteilung einer Klinik ihr Vertrauen zu schenken. Sie müssen sich dort gut aufgehoben fühlen, und die Behandlungs-maßnahmen mittragen, auch wenn diese für sie unangenehm sind. Sie sind der einzigste Weg zu ihrer Heilung.

Detlef Höwing


Krebszeitung

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  • Forschungslabor von Pierre Fabre - Quelle: Pierre Fabre
    Harnblasenkrebs

    Forschungslabor von Pierre Fabre - Quelle: Pierre FabreNach Erteilung der Marktzulassung durch die EMEA wird JAVLOR® in Europa die erste Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Übergangszellkarzinom des Urothels nach Versagen einer Platin-haltigen Therapie sein. Entsprechend groß sind die Erwartungen der Ärzte und Patienten. In Europa ist die Häufigkeit des Harnblasenkarzinoms mit einer geschätzten Inzidenz von 100.000 Neuerkrankungen und einer Mortalität von jährlich 50.000 sehr hoch, wobei die meisten Fälle in Zusammenhang mit Tabakkonsum stehen.

    Das Unternehmen Pierre Fabre Pharma gibt bekannt, dass der Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use – CHMP), das wissenschaftliche Beratungskomitee der Europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency – EMEA), heute eine positive Bewertung abgegeben hat und somit die Marktzulassung für JAVLOR® (Vinflunin) als Monotherapie zur Behandlung des metastasierten Harnblasenkarzinoms (fortgeschrittenes oder metastasiertes Übergangszellkarzinom des Urothels nach Versagen einer Platin-haltigen Therapie) empfiehlt. Das CHMP hat diese positive Bewertung auf der Basis der Ergebnisse von zwei Phase-II-Studien sowie der bisher einzigen Phase-III-Studie, die beim metastasierten Harnblasenkarzinom nach Versagen einer Platin-haltigen Therapie publiziert wurde, getroffen.

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  • Darstellung eines Hirntumors mit Computer- und Positronenemissions- Tomographie. Die farbigen Konturen dienen zur Planung einer Strahlentherapie - Quelle: dkfz
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