Die Diagnose von Blasenkrebs

S3-Leitlinie Harnblasenkarzinom
S3-Leitlinie Harnblasenkarzinom

Die Diagnose, an Krebs erkrankt zu sein, ist ein tiefer Einschnitt in das Leben eines jeden Menschen. Plötzlich wird einem bewusst, dass das Leben endlich ist. Man denkt unwillkürlich an den Tod, dass man vielleicht nicht mehr lange zu leben hat. Alles andere verliert erst einmal an Bedeutung. Beim Blasenkrebs ist die erste Diagnose immer eine vage, da jede Wucherung, jede Geschwulst in der Blase erst einmal als Krebs bezeichnet wird. Die erste Diagnose kann keine Aussage über die Bösartigkeit und Eindringtiefe des Krebses machen. Sie kann auch nicht klären, wie die weitere Therapie zu erfolgen hat und wie die Prognose ist.

Da in etwa 80% der Fälle ein gutartiger oder oberflächlicher Krebs vorliegt, sollte man sich nach der ersten Diagnose, die meist der Hausarzt oder Urologe stellt, keine schwer belastenden Gedanken machen, wenn man gesagt bekommt, dass man Blasenkrebs hat. Denn dann macht man sich nicht nur selber verrückt, sondern wird dies auch in die Partnerschaft und Familie transportieren. Selbst wenn man die Familie nicht darüber informieren will, werden die Angehörigen es sehr schnell merken, dass etwas nicht stimmt und werden Fragen stellen, warum man plötzlich so anders ist. Man kann noch so ein guter Schauspieler sein, sie werden es merken.

Es ist besser, sie reden mit ihren Angehörigen über die Diagnose Blasenkrebs und deren Bedeutung. Damit nehmen sie auch deren Furcht ein Stück weit weg. Und sie brauchen ein Ventil. In dem sie ihre Gedanken und Ängste anderen mitteilen, werden sie merken, wie diese Gespräche sie selbst befreien. Sie können mit dieser Krankheit nicht allein fertig werden. Und ihre Angehörigen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie es um sie steht. Sicher gibt es Gedanken, die man nicht mit den seinen teilen will, um sie nicht zuviel zu belasten. Sie müssen immer abwägen, wie sehr ihre Familie alles verkraftet. Es wird Fälle geben, wo man sich nicht mit dem Partner austauschen kann. Dann sollten sie die Hilfe von Krebs-Selbsthilfegruppen in Anspruch nehmen.

Hier werden sie Ansprechpartner finden, die wie sie selber vom Krebs betroffen sind oder waren, sich gut in ihre Situation hineinversetzen können und ihnen zusätzlich hilfreiche Informationen geben können. Sie können sich als Blasenkrebs-Patient gerne auch an mich wenden, denn ich habe die einzigste Selbsthilfegruppe für Blasenkrebs in Deutschland gegründet. Ich werde versuchen, ihnen weiterzuhelfen und werde sie, auf ihrem Weg begleiten, der sie durch diese Krankheit führt, wenn sie dies wünschen.

Ihr Urologe wird sie zur Bestimmung des Blasenkrebses in der Regel in eine Klinik überweisen. Er hat meist eine Klinik für sie, mit der er gute Erfahrungen gemacht hat und die zur weiteren Behandlung ihres Blasenkrebses geeignet ist.

Insbesondere, wenn sie zu dem Personenkreis gehören, der kein Vertrauen in die ärztliche Kunst hat, sollten sie sich möglichst umfassend darüber informieren, was die Klinik leistet und was weiter mit ihnen geschieht. Das hilft ihnen sehr weiter, ihre berechtigte Furcht wenigstens zum Teil in den Griff zu bekommen. Es hat sowieso keinen Sinn, wenn sie sich vor einer Behandlung und Operation sträuben, es sei denn, sie haben vor, sich unbehandelt zu lassen und in wenigen Jahren (je nach Grad des Tumors) elendig zu Grunde zu gehen. – Ich habe gehört, es soll kein schöner Tod sein, an Krebs zu sterben. – Also, wenn sie weiter leben möchten, bleibt ihnen nichts anderes übrig, einer urologischen Abteilung einer Klinik ihr Vertrauen zu schenken. Sie müssen sich dort gut aufgehoben fühlen, und die Behandlungs-maßnahmen mittragen, auch wenn diese für sie unangenehm sind. Sie sind der einzigste Weg zu ihrer Heilung.

Detlef Höwing

Weblinks der Selbsthilfe bei Blasenkrebs:
Für Berlin und Umgebung: www.selbsthilfe-harnblasenkrebs.de
Bundesweite Selbsthilfe-Organisation mit allen Selbsthilfegruppen im Bundesgebiet: www.blasenkrebs-shb.de
Forum für Blasenkrebs und Online-Selbsthilfegruppe: www.forum-blasenkrebs.net

Pressemitteilung der Selbsthilfe Harnblasenkrebs e.V., Detlef Höwing


Krebszeitung

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  • Kongress - pixabay
    Kongresse

    Mit einer kostenlosen Informationsveranstaltung öffnet der Deutsche Krebskongress am 26. März 2006 im ICC einen Tag lang seine Pforten für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. „Wir möchten eine breite Öffentlichkeit über Ursachen, Diagnosemöglichkeiten und Behandlungschancen bei Krebs informieren. Nur so können wir erreichen, dass weniger Menschen an Krebs erkranken und Krebserkrankungen vor allem auch frühzeitiger entdeckt werden.“ sagt Professor Peter M. Schlag, Vorsitzender der Berliner Krebsgesellschaft e.V.

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  • Von einem Tumor in das Patientenblut ausgeschwemmte Tumorzelle - Quelle: SIMFO Spezielle Immunologie Forschung + Entwicklung GmbH
    Bauchspeicheldrüsenkrebs

    Von einem Tumor in das Patientenblut ausgeschwemmte Tumorzelle - Quelle:  SIMFO Spezielle Immunologie Forschung + Entwicklung GmbHBayreuth / Frankfurt am Main – Auf dem 17. Symposium der Union für biologische Krebstherapie (UBK), das vom 22. bis 23. Juni in Frankfurt am Main stattfindet, werden auch in diesem Jahr wieder anerkannte Spezialisten aus Medizin und Forschung die neuesten Entwicklungen in der Krebsforschung aus den unterschiedlichsten Perspektiven reflektieren. Ein zentrales Thema der Veranstaltung sind dabei die konkreten diagnostischen und therapeutischen Verfahrensweisen, die aus den erzielten Fortschritten resultieren.

    UBK-Symposium „Entzündung und Krebs“ diskutiert über wegweisende, diagnostische Verfahren

    So widmen sich gleich zwei Vorträge am ersten Veranstaltungstag dem für den Krankheitsverlauf entscheidenden Gebiet der Diagnostik: Unter dem Titel „Tumorzellen im Blut“ stellt die am Universitätsklinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätige PD Dr. med. Katharina Pachmann die von ihr entwickelte maintrac-Methode vor. Der innovative Bluttest – ausreichend sind 15 ml EDTA-Blut – weist die von Tumoren in das Patientenblut ausgeschwemmten Zellen nach und lässt wichtige Rückschlüsse auf die Wirksamkeit einer ergriffenen Therapieform zu. „Die entscheidende diagnostische Frage, die mit maintrac beantwortet werden kann lautet: Wie kann zuverlässig erkannt werden, von welchen der zirkulierenden Tumorzellen eine besondere Gefahr ausgeht? Denn ihre bloße Anzahl im Patientenblut bietet noch keine sichere Grundlage für die Wahrscheinlichkeit einer späteren Metastasierung. Entscheidend ist vielmehr die potentielle Vermehrungsfähigkeit, also die Qualität, einer Tumorzelle“, erklärt die Onkologin. Der diesbezüglich im Transfusionsmedizinischen Zentrum Bayreuth (TZB) erzielte Durchbruch – die Veränderung von Tumorzellen zu erkennen und somit die Krebstherapie mit dem wirksamsten Medikament individuell an den Patienten anzupassen – bildet einen der Höhepunkte im Vortrag von PD Dr. med. Katharina Pachmann.

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