Die EDV als ärztliches Instrument

Mikroskopische Aufnahme eines Gewebsschnitts durch einen Dickdarmtumor mit Spezialfärbung: Die blau angefärbten Zellen produzieren den Wachstumsfaktor Epiregulin. Es handelt sich zum Großteil um Bindegewebszellen (Tumorfibroblasten). - Foto: Dr. Clemens Neufert

Verbesserung der Diagnosequalität und Behandlung des Rektumkarzinoms. Darmkrebs – Krebserkrankungen des Dickdarms, des Mastdarms und des Anus – ist mittlerweile für beide Geschlechter die zweithäufigste Krebserkrankung. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland wird für Männer auf über 32.000, für Frauen auf über 34.000 geschätzt. Männer erkranken im Mittel mit 68, Frauen mit 73 Jahren – also vergleichsweise spät. Darmkrebs ist darüber hinaus sowohl für Frauen und Männer die zweithäufigste Krebstodesursache. Im Vergleich mit den Erkrankungsraten anderer EU-Länder steht Deutschland an erster Stelle in Europa.

Zur Beurteilung von gutartigen und bösartigen Erkrankungen der Enddarmes ist die Endosonographie – eine hochauflösende Ultraschallmethode des Rektums – die Methode erster Wahl. Es wurde nun in einem Kooperationsmodell von Ärzten der Chirurgischen Klinik und Poliklinik am Klinikum der Universität München, Großhadern (Dr. Rolf Weidenhagen, Dr. Heinrich-Otto Steitz) und Softwareentwicklern (unter Leitung von Dipl. Ing. Michael Wenglein) ein PC-basiertes System zur digitalen Dokumentation, Befundung, Archivierung und 3D-Rekonstruktion von Endosonographien entwickelt.

Mit dieser neuen Software wird der gesamte Untersuchungsvorgang digital aufgezeichnet. Die anschließende Archivierung der Untersuchung erfolgt auf einem Daten-Server und auf CD-ROM. Der jeweilige Befund mit Zuordnung zu Einzelbildern in der Untersuchungssequenz wird in einer Datenbank gespeichert. Die Weiterverarbeitung zur 3D-Rekonstruktion ist in das System integriert. Bei der Endosonographie wird die Ultraschallsonde direkt in den Darm eingeführt, um eine möglichst hohe Auflösung und Bildqualität zu erlangen. Diese Ultraschallmethode hat entscheidende Bedeutung für die Festlegung des geeigneten Therapieverfahrens bei Patienten mit einem bösartigen Tumor des Enddarmes. Auch bei der Nachsorge dieser Patienten nach einer Tumorbehandlung ist die Methode von großer Wichtigkeit.

„Wie auch andere Ultraschallverfahren ist diese Untersuchungsmethode jedoch in ihrer Genauigkeit sehr stark an die Erfahrung des Untersuchers gebunden“, so Michael Wenglein. „Mit der üblichen Dokumentation in Form von Einzelbildern ist eine spätere Beurteilung der Untersuchung durch einen zweiten Arzt, der bei der Untersuchung nicht anwesend war, nicht aussagekräftig möglich.“ Die digitale Aufzeichnung des Untersuchungsvorgangs bietet auf dem PC ein flexibles Durchsehen der einzelnen „Schichten“ der Untersuchung – ähnlich wie in der Computertomographie.

Der Untersucher kann sich während der Untersuchung alleine auf deren einwandfreie Durchführung konzentrieren. Die elektronische Archivierung erlaubt einen Vergleich von Untersuchungssequenzen mit Voruntersuchungen. Die digitale Aufzeichnung ist in Qualität, Handhabung und Preis dem Videoband deutlich überlegen und stellt damit eine kostengünstige, komfortable und Platz sparende Dokumentationsmöglichkeit dar. Das System erlaubt eine vollständige Dokumentation und damit Befundung der Untersuchung durch weitere Ärzte unabhängig von der eigentlichen Untersuchung.

Die entwickelte Software wird zu einer Verbesserung der Diagnosequalität und Behandlung von Patienten mit Erkrankungen des Enddarmes beitragen können. Für diese Innovation haben die Großhaderener Chirurgen den diesjährigen Richard-Merten-Preis erhalten. Der mit 10.000 Euro dotierte Richard-Merten-Preis ist eine Auszeichnung für Arbeiten, die sich mit der Qualitätssicherung bzw. -verbesserung ärztlichen Handelns befassen. Bei seiner Einführung stand die Nutzung der EDV, die in nahezu allen Institutionen des Gesundheitswesens zur Verfügung stand, im Vordergrund. Stifter des Preises sind die Unternehmen MCS Modulare Computer und Software Systeme AG, Eltville, ein Softwarehaus, das Lösungen für niedergelassene Ärzte, Laboratorien und Krankenhäuser entwickelt und vertreibt, und medimed GmbH, Bensheim, ein Dienstleistungsunternehmen, das individuelle ziel- und realitätsnahe Verordnungsübersichten erstellt, um niedergelassene Ärzte vor Prüf- und Regressverfahren zu schützen.

Weitere Infos unter:
www.esono.org

Bei Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Dr. Rolf Weidenhagen – Telefon 089-7095-0
Chirurgische Klinik und Poliklinik,
Klinikum der Universität München – Großhadern

Pressemitteilung Klinikum der Universität München


Krebszeitung

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    dkfz

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    Für die „Adaptive Strahlentherapie“ wurde im Krebsforschungszentrum ein Geräte-Prototyp entwickelt, der Linearbeschleuniger (Bestrahlungsgerät) und Röntgen-Computer-Tomograph miteinander vereint. Vor Beginn der Behandlung wird anhand einer Röntgenaufnahme kontrolliert, ob sich der Tumor exakt an der in der Bestrahlungsplanung vorausberechneten Stelle befindet. Gegebenenfalls kann die Patientenliege nachjustiert – „adaptiert“ – werden, um zu vermeiden, dass durch die Abweichung gesundes Gewebe in das Strahlenfeld gerät. Die ersten sechs Patienten konnten mithilfe des neuen Geräts inzwischen schon perfekt positioniert werden.

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