Die Rolle von Brüchen des PTEN-Genes für die Biologie des Prostatakarzinoms

Beispiele von Analyse-Befunden mit den PTEN-Gensonden. Das rote und das grüne Signal markieren die beiden Enden des Genes, der Zellkern ist blau gefärbt. a) normale Situation eines Zellkernes mit zwei Kopien eines jeweils intakten PTEN Genes. b) Verlust eines PTEN Genes. Die zweite Kopie ist intakt. c) Eine Kopie des PTEN Gens ist intakt, das zweite zeigt separate rote und grüne Signale und ist somit zerbrochen. d) Eine Kopie des PTEN Gens ist komplett verloren, die zweite ist zerbrochen.

Beispiele von Analyse-Befunden mit den PTEN-Gensonden. Das rote und das grüne Signal markieren die beiden Enden des Genes, der Zellkern ist blau gefärbt. a) normale Situation eines Zellkernes mit zwei Kopien eines jeweils intakten PTEN Genes. b) Verlust eines PTEN Genes. Die zweite Kopie ist intakt. c) Eine Kopie des PTEN Gens ist intakt, das zweite zeigt separate rote und grüne Signale und ist somit zerbrochen. d) Eine Kopie des PTEN Gens ist komplett verloren, die zweite ist zerbrochen.Prostatakrebs ist eine Tumorart die häufig bei Männern auftritt. Der Tumor wird durch Genveränderungen jener Zellen ausgelöst, welche die Samenflüssigkeit produzieren. Wichtig hierfür ist das Gen PTEN, das wie eine Bremse das Zellwachstum kontrolliert. Eine Veränderung oder der Verlust dieses Genes gehen mit aggressiven Tumoren einher. Erst kürzlich hat das Forschungsteam um Dr. Sarah Minner von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf entdeckt, dass dieses Gen auch durch Zerbrechen inaktiviert werden kann. Wie häufig dieser Defekt vorkommt, welche Bedeutung er für die Aggressivität der Tumoren hat und zu welchem Zeitpunkt er auftritt soll im Rahmen einer Studie untersucht werden.

Prostatakarzinome sind wie kein anderer Tumortyp durch Genbrüche charakterisiert. Bisherige Forschungen deuten darauf hin, dass es sich um frühe Ereignisse handeln könnte, die als „Vorläufer“ weiterer Defekte bis hin zum vollständigen Verlust einzelner oder sogar größerer Gruppen von Genen auftreten. Insbesondere vom PTEN Gen ist bekannt, dass die natürlicherweise vorkommenden zwei Kopien dieses Genes nacheinander verloren gehen, wobei der Verlust beider Genkopien insbesondere mit metastasierten und Therapieresistenten Tumoren assoziiert ist.

Als Teilnehmer am International Cancer Genome Consortium (ICGC) hat das Forschungsteam zusammen Partnern des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), des Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Max-Planck Institut für molekulare Genetik Brüche des PTEN Genes entdeckt. Unbekannt ist, ob diese Brüche den Deletionen vorangehen und ob sie eine klinisch relevante Rolle spielen.

Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, mehr als 10.000 Prostatakarzinome auf den PTEN-Genbruch zu untersuchen. Es soll untersucht werden, wie häufig die Veränderung auftritt, ob sie mit der Tumoraggressivität korreliert, ob eine Vorhersage über den Verlauf der Krankheit möglich ist und wann genau ein PTEN-Genbruch während der Entstehung der Tumoren auftritt. Das außergewöhnlich große Tumorkollektiv, das für diese Untersuchungen zur Verfügung steht, wird es erlauben, diese Fragen mit hoher statistischer Aussagekraft zu klären, selbst wenn die Veränderung selbst nur selten auftreten sollte.

Zudem werden die Gewebeproben in einem miniaturisierten Verfahren (Gewebe-Mikroarray) untersucht, welches eine rasche, besonders kostengünstige und hochgradig standardisierte Analyse erlaubt. Das Forschungsteam stellt dazu Gensonden her, die im Gewebeschnitt die beiden Enden des Genes durch eine farbiges Leuchtsignal markieren (siehe Abbildung), die sich im Falle eines Genbruches voneinander entfernen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden mit weiteren Genveränderungen verglichen, die bereits an demselben Tumorkollektiv untersucht wurden. Die Wissenschaftler erhoffen sich weiter ein besseres Verständnis der molekularen Grundlagen der Tumorentstehung, welche für die Entwicklung neuer Therapien notwendig ist.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 75.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleitung):
Dr. Sarah Minner,
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
Tel: +49 (40)741 05 92 09,
E-Mail: s.minner@uke.uni-hamburg.de

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Pressemitteilung Wilhelm Sander-Stiftung

Radiotherapie des Prostatakrebs

  • Chemotherapie - pixabay
    Chemotherapie

    Würzburg, 10.06.2008. Krebszellen, die resistent gegen eine Chemotherapie werden, sind eines der größten Hindernisse in der Krebstherapie. Einige Krebsarten wie Hautkrebs reagieren auf eine Behandlung nur sehr eingeschränkt. Wissenschaftler um PD Dr. Margarete Schön und Prof. Dr. Michael Schön vom Rudolf-Virchow-Zentrum und der Hautklinik der Universität Würzburg und Göttingen konnten jetzt im Tiermodell die Resistenz überwinden. Die Tiere wurden wieder empfindlich für die Chemotherapie. Ihre Ergebnisse beschreiben sie heute in der Online-Veröffentlichung der renommierten Fachzeitschrift „Journal of the National Cancer Institute“.

    […mehr lesen]

  • Evaluationsergebnisse der Entscheidungshilfe Prostatakrebs
    Prostatakrebs

    Düsseldorf. Ran an den Mann – und zwar mit prominenter Unterstützung! Nach dieser Devise wollen Deutschlands Urologen einmal mehr etwas in Sachen Männergesundheit und Aufklärung zum Thema Prostatakrebs bewegen. Ihre Patientenbroschüre, in der sich insgesamt neun Prominente zu Wort melden, wird in diesen Tagen veröffentlicht.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit

  • Behörden hoffen auf experimentelle Ebola-Therapie
    am 14. August 2018 um 16:42

    Behörden hoffen auf experimentelle Ebola-Therapie  SPIEGEL ONLINEEbola im Kampfgebiet  Süddeutsche.deWHO sieht große Gefahr für Ausbreitung von Ebola im Kongo  Deutsches Ärzteblatt«Kongo hat bewiesen, dass es diese Krankheit bekämpfen kann»  Schweizer Radio und […]

  • Mehr als doppelt so viele Zecken wie 2017: So schützen Sie sich vor einer Infektion
    am 14. August 2018 um 15:18

    Mehr als doppelt so viele Zecken wie 2017: So schützen Sie sich vor einer Infektion  kreiszeitung.deRekord-Zahl an Zeckenstichen: «Da muss etwas anderes am Laufen sein»  az Aargauer Zeitung«Meine Begeisterung für Zecken hält seit bald 40 Jahren an»  Schweizer Radio und Fernsehen […]

  • Wird durch Mücken übertragen: Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus
    am 14. August 2018 um 15:11

    Wird durch Mücken übertragen: Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus  Berliner ZeitungGefährliches West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus  General-AnzeigerRotes Kreuz Vorarlberg testet Blutspenden auf West-Nil-Virus  VOL.AT - Vorarlberg OnlineKKH warnt: Immer mehr Infektionen durch […]

  • Deepmind: Künstliche Intelligenz erkennt Augenkrankheiten
    am 14. August 2018 um 15:11

    Deepmind: Künstliche Intelligenz erkennt Augenkrankheiten  heise onlineDeepmind-System diagnostiziert Augenkrankheiten  Golem.deKünstliche Intelligenz: Google-KI diagnostiziert über 50 Augenkrankheiten  VRODOFull coverag […]

  • Kardiologen warnen vor Doping im Breitensport
    am 14. August 2018 um 14:52

    Kardiologen warnen vor Doping im Breitensport  Deutsches ÄrzteblattFreizeitsportler gefährden immer öfter ihre Herzgesundheit mit Doping  Ärzte ZeitungFull coverag […]