Die Zukunft der Harntumormarker

CancerCheck-PSA Quelle: consile.de

Mit der Einführung des so genannten „Prostataspezifischen Antigens“ 1979 wurde eine neue Ära der Früherkennung eingeleitet. In den darauf folgenden Jahrzehnten konnte aufgrund einerseits zunehmender Klinischer Erfahrung, andererseits aber auch durch Verbesserung der klinisch einsetzbaren Bestimmungsmethoden die Aussagekraft einer PSA-Bestimmung aus dem Blut verbessert werden.

Neue Generation der Früherkennung

Durch zusätzliche Bestimmung des an Eiweißstoffe im Blut gebundenen („komplexiertes PSA oder cPSA“) oder des nicht an Eiweißstoffe gebundenen frei zirkulierenden PSA („freies PSA oder fPSA“) wurde eine zusätzliche Verbesserung der Spezivität (Reduzierung falsch positiver Ergebnisse) bei niedrigem Gesamt-PSA erzielt.

Neuere Versuche, von Prostatakarzinom-Zellinien unter Laborbedingungen abgestoßene Eiweißstoffe im Serum von mit Prostatakrebs befallenen Patienten aufzuspüren, haben zur Entdeckung interessanter Serummarker geführt, die jedoch allesamt noch nicht Eingang in den klinischen Gebrauch gefunden haben. Einige Marker wie z.B. EPCA, EPCA-2 werden aufgrund ihrer hervorragenden ersten klinischen Ergebnisse derzeit in größeren Patientengruppen bezüglich ihrer Aussagekraft getestet.

Ein neuer Aspekt in der Frühdiagnose von Prostatakrebs sind Harntumormarker. Dabei wird durch eine digital-rektale Massage der Prostata (ähnlich wie bei der Vorsorgeuntersuchung) Prostatasekret mit den dazugehörigen Zellen in die Harnröhre hineinmassiert. Durch eine anschließende Blasenentleerung des Patienten können diese Zellen aufgefangen, fixiert und laborchemisch auf das Vorhandensein signifikanter Eiweißstoffe untersucht werden.

Eine neu auf dem Markt befindliche, mit CE-Zertifikat ausgestattete Bestimmungsmethode ermöglicht es, ein bei Prostatakarzinom-Patienten vorhandenes spezifisches Gen (PCA3“) über einen Eiweißstoff im Harn zu erkennen.

Damit ist es nunmehr möglich, die Früherkennung eines Prostatakarzinoms neben digital-rektaler Untersuchung, bildgebenden Maßnahmen und Serum-PSA-Bestimmungen auf Untersuchungen im Harn auszudehnen.

An über 1000 Patienten in Nordamerika und Europa konnte eine Sensitivität von äber 80% und eine Spezivität von 75% gesehen werden. Neue Erfolg versprechende Harntumormarker, von deutschen Forschergruppen entwickelt, sind derzeit in Erprobung und unterstreichen mögliche Zukunftsaussichten von Harntumormarkern sowohl für die Früherkennung als auch für die Erstellung einer Prognose eines Prostatakarzinoms.

Prof. Dr. Arnulf Stenzl

Pressemitteilung vom DGU-Kongress, Detlef Höwing


Krebszeitung

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