Doppelte Enzym-Blockade gegen Lungentumore verspricht neuen Therapieansatz

Lungenkrebszelle bei der Teilung Quelle: Dr. Felix Bestvater, Deutsches Krebsforschungszentrum

Medikamente gegen Krebs kann es gar nicht genug geben. Denn immer wieder schaffen es Tumoren, selbst die Wirkung der besten Substanzen gegen bösartiges wucherndes Wachstum auszuhebeln. Professor Reinhard Zeidler von der Münchner Uni-Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie des Helmholtz- Zentrum München und sein Kollege Professor Christoph Renner von der Universität Zürich haben jetzt zwei sogenannte Antikörper entwickelt. Diese Moleküle blockieren zwei Enzyme, die solide Tumoren wie Lungen-, Brust- oder Darmkrebs brauchen, um zu wachsen.

Die beiden Enzyme sind die Carboanhydrasen 9 und 12. Sie sitzen auf der Oberfläche fast aller Tumorzellen, die bislang darauf untersucht wurden. Wahrscheinlicher Grund: Wenn solide Tumoren wachsen, leiden sie häufig unter Sauerstoffmangel, weil die Blutversorgung nicht optimal ist. Die beiden Carboanhydrasen helfen dem Krebs, mit diesem Problem umzugehen. Folglich sind sie auf den Tumorzellen in hoher Konzentration vertreten.

Deshalb versuchen Experten seit längerem, die Enzyme mit Antikörpern auszuschalten. Bisher existierende Antikörper gegen die Carboanhydrasen 9 und 12 binden allerdings wahllos an den Molekülen. Die Professoren Zeidler und Renner hingegen haben als weltweit einziges Forscherteam zwei Antikörper geschaffen, die exakt das „aktive Zentrum“ der Enzyme blockieren. „Damit kann die chemische Reaktion nicht mehr ablaufen, die diese Enzyme katalysieren“, erklärt der Münchner Forscher.

Demnach sei es auch extrem wichtig, beide Carboanhydrasen zu hemmen. Denn bisherige Studien haben gezeigt, dass sich die beiden Enzyme gegenseitig aushelfen. Blockiert man eines, wird das andere umso aktiver. In bisherigen Versuchen mit Lungentumor-Zellen haben die Forscher nur den Antikörper gegen Carboanhydrase 12 eingesetzt. Das Wachstum menschlicher Lungentumoren in behandelten Mäusen ging daraufhin um bis zu 80 Prozent zurück. Wir erwarten allerdings eine noch größere Wirkung, wenn wir jetzt beide Enzyme blockieren“, so Zeidler zum laufenden Projekt.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 120.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. Reinhard Zeidler,
Klinikum der Universität München
Tel: +49(0)89 3187-1239,
E-Mail: reinhard.zeidler@med.uni-muenchen.de

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Pressemitteilung Wilhelm Sander-Stiftung, Bernhard Knappe

Durchbruch in der Krebsforschung: Immunantworten treiben Tumoren in dauerhaften Wachstumsarrest


Krebszeitung

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  • Dr. med. Axel Schroeder Quelle: Wahlers PR
    DGU-Kongress 2012

    Dr. med. Axel Schroeder Quelle: Wahlers PRDie Urologie in Deutschland ist als integratives und zunehmend geriatrisches Fach höchst erfolgreich. Der Wandel zu einer Gesellschaft des längeren Lebens stellt jedoch auch die Urologen vor neue Herausforderungen. Konzepte wie „Active Surveillance“ beim früh erkannten Prostatakarzinom und eine bessere Versorgung Pflegebedürftiger können durch neue Vertragsformen befördert werden. Von diesen innovativen Versorgungsmodellen können Patienten, Kassen und Ärzte gleichermaßen profitieren.

    Im Rahmen eines Vertragsworkshops, zu dem der Berufsverband der Deutschen Urologen e. V. (BDU e. V.) im Juni 2012 in Berlin eingeladen hatte, tauschten sich Vertreter mehrerer gesetzlicher Krankenkassen, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Politik sowie gesundheitspolitischer Medien über mögliche Therapiebereiche der Urologie für Selektivverträge nach § 73 c Sozialgesetzbuch V aus. Die Workshop-Besucher zeigten sich darin einig, dass die Urologie ein hohes Potenzial für individuelle Vertragsgrundlagen bietet. Harald Möhlmann, Geschäftsführer „Versorgungsmanagement“ der AOK Nordost, sieht vor allem in der Heimversorgung gute Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit der Urologie: Seiner Erwartung nach seien die Leistungs- und Strukturqualität durch urologische Selektivverträge zu optimieren, wodurch eine höhere Zufriedenheit der Patienten erreicht werden könne.

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  • Kongress - pixabay
    DGU-Kongress 2012

    Vier Tage stand Leipzig im Zeichen der Urologie: Über 7000 Teilnehmer aus mehr als 60 Ländern besuchten den 64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) vom 26. bis 29. September 2012 im Congress Center Leipzig (CCL). Heute endet die wissenschaftliche Fachtagung unter der Leitung von DGU-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Bonn.

    Aktueller Wissenschaftsaustausch in allen Bereichen der Urologie prägte das Kongressprogramm mit über 100 Einzelveranstaltungen. Thematisch dominierten urologische Tumorerkrankungen, die rund ein Viertel der Krebserkrankungen in Deutschland ausmachen. Besonders diskutiert wurden erste Ansätze für die Umsetzung einer individualisierten Tumortherapie.

    Im Blickpunkt des öffentlichen Interesses stand die Präventions-Initiative der DGU, die vor urologischen Folgeerkrankungen des Metabolischen Syndroms warnt. Die Botschaft formuliert Kongresspräsident Prof. Müller: „Wir Urologen wollen unsere Patientinnen und Patienten, und das sind ganz ausdrücklich auch junge Männer, lebenslang bei der Gesunderhaltung begleiten.“ Ein neuer kostenloser Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen dient der Aufklärung.

    Auch die deutsche Prostatakrebsstudie PREFERE braucht Öffentlichkeit, denn für die Forschung nach der besten Therapie bei lokal begrenztem Prostatakrebs werden mehr als 7000 teilnehmende Patienten gesucht. Darüber hinaus bekräftigten die Urologen in Leipzig ihre Forderung nach verbindlichen Standards in der medizinischen Aus- und Weiterbildung. Der Generalsekretär, Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg, kündigte eine Novellierung der Musterweiterbildungsordnung an, in der das Fach Urologie mit seinen Kerngebieten gestärkt werden soll. Insbesondere sind die Reintegration der medikamentösen Tumortherapie und der Andrologie Ziele, die die DGU dabei anstrebt.

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