Doppelter Lymphdrüsenkrebs – Mediziner untersuchen Genveränderungen

Professor Dr. Micheal Manns (links) und Professor Dr. Frank Wacker (rechts) bei einer Fallbesprechung. - "Foto: MHH/Kaiser"
Professor Dr. Micheal Manns (links) und Professor Dr. Frank Wacker (rechts) bei einer Fallbesprechung. - "Foto: MHH/Kaiser"

Essen, 13.05.2016 – Die Diagnose ist doppelt schlimm: Sehr selten treten bei einem Patienten zwei Formen von Lymphdrüsenkrebs gleichzeitig auf. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Essen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) untersuchen gemeinsam mit Kollegen in Frankfurt/Main die Genveränderungen solcher ungewöhnlichen Erkrankungen. Sie erforschen, wie sich schrittweise eine normale Blutzelle verändert. Die Deutsche Krebshilfe fördert das dreijährige Projekt mit rund 370.000 Euro.

Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) sind Krebsformen von Lymphozyten, einer Unterart der weißen Blutzellen. Normale Lymphozyten spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem. Es gibt über 30 verschiedene Formen von Lymphomen – diese unterscheiden sich nicht nur im Erscheinungsbild, in der zellulären Herkunft und den Genveränderungen, sondern auch in ihrem klinischen Verhalten.

Selten gibt es zwei unterschiedliche Lymphome zugleich, was als Kombinationslymphom bezeichnet wird. Die Krebszellen der beiden Lymphome stammen meist von einer gemeinsamen Ursprungszelle ab. Erst mehrere Genmutationen bewirken, dass aus einer normalen weißen Blutzelle ein Lymphom wird. „Daher wird vermutet, dass die gemeinsame Vorläuferzelle bereits Mutationen getragen hat, und dann in Tochterzellen unterschiedliche Genveränderungen hinzugekommen sind“, erklärt Prof. Dr. Ralf Küppers vom UDE-Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), der das Projekt gemeinsam mit Prof. Martin-Leo Hansmann aus Frankfurt am Main leiten wird.

Die Wissenschaftler versuchen nun, die krebsverursachenden Genschäden aufzudecken. Sie isolieren die Zellen und analysieren dann im gesamten Erbgut die Genveränderungen. „Dies gibt uns die einzigartige Möglichkeit, die Schritte der Krebsentstehung zu studieren und besser zu verstehen“, so Küppers. Die Forscher wollen so mehr über die seltenen Kombinationslymphome erfahren sowie generell über Lymphdrüsenkrebs.

Pressekontakte:

Christine Harrell
Leiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
des Dekanats der Medizinischen Fakultät
der Universität Duisburg-Essen
Tel.: +49 201 723 1615
christine.harrell@uk-essen.de
www.uni-due.de/med/

Oliver Kirch
Leiter Stabsstelle Marketing und Kommunikation
Tel.: 0201/723-3564
oliver.kirch@uk-essen.de
www.uk-essen.de

Über die Essener Universitätsmedizin
Die Essener Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und seine Tochterunternehmen Ruhrlandklinik, St. Josef Krankenhaus, Herzzentrum Huttrop und Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener Universitätsmedizin ist mit ca. 1.700 Betten in mehr als 70 Gebäuden das führende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets: Alleine im vergangenen Jahr (2015) behandelten unsere rund 7.900 Beschäftigten fast 70.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Herausragende Schwerpunkte sind die Onkologie, die Transplantation sowie die Herz- und Gefäßmedizin: Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ), einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem Westdeutschen Zentrum für Organtransplantation (WZO), ein international führendes Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, und dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum (WHGZ), in dem wir jährlich mehr als 2.000 Operationen durchführen, hat die Essener Universitätsmedizin eine weit über die Region reichende Bedeutung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten.

Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin, sowie den übergreifenden Forschungsschwerpunkten Immunologie, Infektiologie und Genetik. Der 2014 bezogene Neubau des Lehr- und Lernzentrums bietet den Studierenden der Medizinischen Fakultät exzellente Ausbildungsmöglichkeiten.

Pressemitteilung von Christine Harrell, Leiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit des Dekanats der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, 13.05.2016

UDE/UK Essen: Metastasierung verstehen


Krebszeitung

--Download Doppelter Lymphdrüsenkrebs - Mediziner untersuchen Genveränderungen als PDF-Datei --


  • Tiefgefrierung von Eierstockgewebe - Quelle: Prof. Dr. Ralf Dittrich, Frauenklinik Erlangen.
    Krebsthemen

    Forscher optimieren Transportbedingungen für konserviertes Eierstockgewebe

    Tiefgefrierung von Eierstockgewebe  - Quelle: Prof. Dr. Ralf Dittrich, Frauenklinik Erlangen.Die Behandlung von Krebserkrankungen im Unterleib bei Frauen führt sehr häufig zur Unfruchtbarkeit. Das Tieffrieren von gesundem Eierstockgewebe vor der Krebsbehandlung und Transplantation zurück in die Patientin nach überstandener Erkrankung ist eine vielversprechende Methode zum Erhalt der Fruchtbarkeit. In Deutschland wird diese sogenannte Kryokonservierung jedoch nur von wenigen Zentren durchgeführt, so dass das Gewebe in einigen Fällen über einen längeren Zeitraum transportiert werden muss. Prof. Dr. Ralf Dittrich an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen will daher herausfinden welche Transportbedingungen optimal sind, damit das wertvolle Gewebe unbeschadet bleibt.

    Moderne Behandlungsmethoden haben die Überlebensrate von Krebspatientinnen deutlich erhöht, führen jedoch häufig zur Unfruchtbarkeit. Eine neue Technik ermöglicht es, dass heutzutage bereits vor der Behandlung gesundes Eierstockgewebe entnommen, anschließend tiefgefroren und nach Genesung der Patientin wieder implantiert werden kann. Weltweit weiß man von 20 Geburten nach einer solchen Maßnahme.

    […mehr lesen]

  • Hautlupe
    Hautkrebs

    Krankenkassen müssen mehr für Hautkrebsfrüherkennung tun

    BERLIN/EUSKIRCHEN – „Die Krankenkassen müssen mehr tun, um das Hautkrebsscreening bei den gesetzlich Krankenversicherten bekannt zu machen. Das zeigt die aktuelle zweite Forsa-Umfrage zur Akzeptanz des Hautkrebsscreenings ganz deutlich“, betont Dr. Ralph von Kiedrowski vom Vorstand des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen.

    „Nur rund 50% der Anspruchsberechtigten wissen, dass sie ab dem 35 Lebensjahr einen gesetzlichen Anspruch auf das Hautkrebsscreening als kostenlose Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung haben. Das sind aber immerhin sechs Prozent mehr als bei der gleichen Umfrage im Jahr 2011“, erläutert von Kiedrowski. „Angesichts anhaltend hoher Hautkrebsraten muss hier deutlich mehr Aufklärung und von möglichst vielen Stellen erfolgen.“

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit