Eine neue Waffe gegen Krebs

Krebssymbol - pixabay
Krebssymbol - pixabay

Das menschliche Abwehrsystem übt eine wirkungsvolle Schutzfunktion gegenüber Infektionen aus. Obwohl bösartige Tumoren für den Körper nicht weniger gefährlich sind als Infektionskrankheiten, entgehen Krebszellen in aller Regel der Kontrolle durch die Zellen des Abwehrsystems. Ein neuer Therapieansatz in der Krebstherapie beruht auf der Manipulation körpereigener Abwehrzellen mit dem Ziel, Tumorzellen als fremd zu erkennen und abzustoßen. Immuntherapien könnten eine wichtige Ergänzung zu klassischen Verfahren der Chemotherapie und Bestrahlung darstellen, indem sie durch Aufbau eines wirksamen Immunschutzes tödlichen Rückfällen der Erkrankung vorbeugen.

Gamma-delta T-Zellen: Ein immunologischer Behandlungsansatz

Ein immunologischer Behandlungsansatz beruht auf der Impfung des Patienten mit Bestandteilen seines Tumors, die auf spezialisierten Zellen präsentiert werden. Diese Zellen lassen sich jedoch nur sehr begrenzt vermehren und verändern ständig ihre Funktion, so dass sie nicht verlässlich für die Tumortherapie eingesetzt werden können.

Inhalt einer anderen Strategie ist die Verabreichung großer Mengen an Abwehrzellen, die die Tumorzellen gezielt abtöten. Leider verlieren diese Zellen nach kurzer Zeit ihre Wirksamkeit und führen daher nicht zu einem anhaltenden Schutz vor erneutem Tumorwachstum.

Sinnvoll wäre eine Immuntherapie, die Tumorzellen wirkungsvoll vernichtet und gleichzeitig andere Mitglieder des Abwehrsystems aktiviert, so dass eine Erinnerungsfunktion entsteht, die erneutes Tumorwachstum verhindert. In der Tat weisen neuere Untersuchungen darauf hin, dass dem menschlichen Abwehrsystem eine Zellpopulation zur Verfügung steht, die gleichzeitig Tumorzellen vernichten und weitere Bestandteile des Abwehrsystems aktivieren kann: die „gamma-delta T-Zellen“. gamma-delta T-Zellen sind eine kleine Untergruppe von Abwehrzellen des Bluts, die sich sehr gut vermehren lassen, eine unmittelbare Schutzfunktion gegenüber Bakterien und veränderten Zellen besitzen und neueren Erkenntnissen zufolge das Immunsystem wirkungsvoll stimulieren können.

In dem geplanten Projekt werden gamma-delta T-Zellen durch genetische Manipulation gegen tumorassoziierte Oberflächenmarker gerichtet, so dass sie die Tumorzelle gezielt angreifen und zerstören. Gleichzeitig wird auf der Oberfläche der gamma-delta T-Zellen ein zweites Tumorantigen an weitere Zellen des Abwehrsystems präsentiert, so dass es zu einer Verstärkung und Ausweitung der entstehenden Antitumor- Antwort kommt. Ein wichtiger Aspekt sind dabei Umgebungseinflüsse des Tumors. In vergangenen Jahren hat man erkannt, dass Tumorzellen sich vor der Erkennung durch das Abwehrsystem selbst schützen können, in dem sie abwehrschwächende Botenstoffe und Zellen in ihre Umgebung abgeben oder anlocken. Die Wirkung des Tumormilieus auf die Funktion der gamma-delta T-Zellen wird daher gezielt untersucht werden, und es werden gezielte Maßnahmen zur Einflussnahme auf immunschwächende Faktoren untersucht werden.

Langfristiges Ziel ist die klinische Umsetzung eines Therapieverfahrens, bei dem Krebspatienten mit genveränderten gamma- delta T-Zellen behandelt werden. Gegenüber etablierten Verfahren soll mit der kombinierten Funktion dieser Zellen ein umfassender und langanhaltender Immunschutz gegen den Tumor erreicht werden.

Kontakt:

PD Dr. Claudia Rössig, Münster

Tel. +49 (251) 835 2813,
Fax +49 (251) 835 2804

e-mail: rossig@mednet.uni-muenster.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 190.000 €.

Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen:

www.wilhelm-sander-stiftung.de

Pressemitteilung Wilhelm Sander-Stiftung, Bernhard Knappe


Krebszeitung

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    Harnblasenkrebs ist eine Krebsart, die oft bei solchen Menschen auftritt, die während ihres Lebens häufig mit krebserregenden Stoffen zu tun hatten. Dabei kann der Zeitpunkt bis zum Ausbruch der Krankheit Jahrzehnte zurückliegen. Leider wissen immer noch zu wenige Menschen über die Risiken Bescheid, die zu Harnblasenkrebs führen können.

    Der wichtigste Risikofaktor für Blasenkrebs ist das langjährige Rauchen. Ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs haben wegen des häufigen Umgangs mit krebsauslösenden Substanzen außerdem:

    • Industrie- und Bauarbeiter,
    • Beschäftigte, die mit Teerprodukten in Kontakt kommen,
    • Berufskraftfahrer und Tankstellenbedienstete,
    • Feuerwehrleute,
    • Druckereibeschäftigte,
    • Maler, Lackierer,
    • Beschäftigte der Kunststoff- Ver- bzw. Bearbeitung,
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