Einzigartiger Computertomograph in München

Darstellung eines Hirntumors mit Computer- und Positronenemissions- Tomographie. Die farbigen Konturen dienen zur Planung einer Strahlentherapie - Quelle: dkfz
Darstellung eines Hirntumors mit Computer- und Positronenemissions- Tomographie. Die farbigen Konturen dienen zur Planung einer Strahlentherapie - Quelle: dkfz

In Großhadern wurde jetzt eine neue Generation von Computertomographen erstmals in einer Klinik installiert. Mit dem Produkt der Firma Siemens können gleichzeitig 64 Einzelschichten untersucht werden. Dazu wurde die Umlaufzeit der Röhre auf 330 Millisekunden verkürzt. Damit wurde aber nicht der Drang nach technischen Superlativen befriedigt. Vielmehr ergeben sich weitreichende Möglichkeiten zur Verbesserung der Patientenversorgung.

Sehr, sehr schnell – einzigartiger Computertomograph in München

1998 wurde mit der ersten klinischen Installation eines 4-Zeilen-Computertomographen im Institut für Klinische Radiologie des Klinikum der Universität, Großhadern weltweit die Ära der Mehrzeilen-CT eingeleitet. Bereits mit dieser Technologie konnten die diagnostischen Möglichkeiten erheblich verbessert werden. Die schnelle Untersuchung großer Körperregionen stellt einen Quantensprung in der bildgebenden Diagnostik dar, von dem viele Patienten unmittelbar profitieren.

So kann bei Patienten mit Tumor- Erkrankungen der ganze Körper in einem Untersuchungsgang genauestens dargestellt werden, so dass eine belastende, zeitaufwändige und kostspielige Kaskade von Einzeluntersuchungen überflüssig wird. Auch bei schwerverletzten Patienten hat sich dieses Verfahren innerhalb kurzer Zeit durchgesetzt. Bei diesen Patienten ist die Zeit ein besonders kritischer Faktor: Je schneller und genauer die Diagnostik ist, umso früher kann eine gezielte Behandlung eingeleitet werden – entscheidend für das Überleben und die Heilungsaussichten.

In Großhadern wurde jetzt eine neue Generation von Computertomographen erstmals in einer Klinik installiert. Mit dem Produkt der Firma Siemens können gleichzeitig 64 Einzelschichten untersucht werden. Dazu wurde die Umlaufzeit der Röhre auf 330 Millisekunden verkürzt. Damit wurde aber nicht der Drang nach technischen Superlativen befriedigt. Vielmehr ergeben sich weitreichende Möglichkeiten zur Verbesserung der Patientenversorgung. In kürzester Zeit (10 bis 15 Sekunden) können lückenlose, dünne Schichten (0,5 mm) großer Körperabschnitte angefertigt werden, die dann zu genauen dreidimensionalen Bilder aufgebaut werden. Auch schwerstkranke und schwerverletzte Patienten können diese Untersuchung ohne Probleme tolerieren.

Besonders interessant sind auch neue und verbesserte Möglichkeiten der nicht- invasiven Diagnostik. Bei der virtuellen Koloskopie, die zusammen mit den Chirurgen (Professor Jauch) und den Internisten (Professor Göke) optimiert wird, kann im ganzen Dickdarm nach Polypen und bösartigen Tumoren gefahndet werden – ohne dass ein optisches Endoskop eingeführt wird. Zusammen mit den Kardiologen (Professor Steinbeck), Herzchirurgen (Professor Reichart) und den Kinderkardiologen (Professor Netz) arbeiten die Radiologen von Großhadern an der nicht- invasiven Diagnostik des Herzens und der Herzkranz- Gefäße. Gerade auf diesem Gebiet werden von dem neuen Gerät nachhaltige Fortschritte erwartet. Die ersten Ergebnisse sind überaus ermutigend und überzeugend. Ähnlich wie mit dem Herzkatheter konnten auch kleine Seitenäste der Koronararterien dargestellt werden. Selbst die mit einem Stent versorgten Gefäße werden genau abgebildet. Ein interessantes Forschungsgebiet ist die frühzeitige Erfassung arteriosklerotischer Veränderungen der Koronararterien, die für das Risiko eines Herzinfarktes maßgeblich sind.

Weitere Informationen:
Institut für Klinische Radiologie
Professor Dr. Maximilian Reiser oder PD Dr. Christoph Becker
Telefon 089-7095-2751
Telefax 089-7095-8895
eMail: maximilian.reiser@med.uni-muenchen.de

Pressemitteilung Klinikum der Universität München


Krebszeitung

--Download Einzigartiger Computertomograph in München als PDF-Datei --


  • In nur eineinhalb Minuten ermittelt dieser Prototyp eines Diagnosegeräts, ob die Gewebeprobe der Prostata gut- oder bösartig ist. - © Fraunhofer IKTS
    Deutsche Krebshilfe

    Berlin (nh) – Um Prostatakrebs-Patienten umfassend über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten zu beraten, wurde an der Berliner Charité, Campus Benjamin Franklin (CBF) eine „Interdisziplinäre Sprechstunde“ für Betroffene eingerichtet. In diesem Beratungszentrum klären Urologen und Strahlentherapeuten den Patienten gemeinsam über mögliche Therapie-Optionen auf und gewährleisten so eine neutrale und individuell angepasste Therapie-Empfehlung. Die Deutsche Krebshilfe fördert das seit vier Jahren erfolgreich laufende Projekt jetzt erneut mit fast 140.000 Euro.

    […mehr lesen]

  • v.links n.rechts: Bernd Schmidt, Friedrich Carl Janssen, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Gerd Nettekoven - Foto: D.Höwing
    Deutsche Krebshilfe

    Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt - Quelle: ddpBundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Mehr als 430.000 Menschen erkranken jährlich neu an Krebs. Jeder von uns kennt jemanden mit dieser Diagnose. Viele Krebsarten können Dank verbesserter Diagnostik und Therapie gut behandelt werden, dennoch stehen wir bei der Krebsbekämpfung vor wachsenden Herausforderungen. So wird die Zahl der Neuerkrankungen weiter zunehmen, weil die Menschen länger leben werden und das Krebsrisiko mit höherem Alter steigt. Mit dem Nationalen Krebsplan wollen wir die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter verbessern, die Früherkennung stärken und die Zusammenarbeit aller Akteure voranbringen.“

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit