erektile Dysfunktion als „Frühwarnsystem“ der Gesundheit

Patientin - pixabay

Freiburg (ISG) – Sexualität und Gesundheit gehen Hand in Hand miteinander und bedingen sich wechselseitig. Was die Liebe stark macht, fördert auch die Gesundheit. Leidet die Gesundheit, wird meist auch die Liebe empfindlich gestört. Sexuelle Probleme sind Zeichen unserer Gesundheit und weisen oft auf ein Organleiden hin. Mit anderen Worten, Liebe und Lust funktionieren als Frühwarnsystem des Körpers und helfen, körperlich-organische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln – was stets eine Chance ist.

Jede vierte Frau und jeder fünfte Mann sind betroffen…

Im Verlauf ihres Lebens haben laut Umfrage achtzig Prozent aller Frauen und Männer mindestens ein Mal Probleme im Bett. Bei rund vierzig Prozent der Frauen sowie dreißig Prozent der Männer zwischen 18 und 59 Jahren sind die Störungen keine Ausnahmeerscheinung mehr. Darunter leidet neben der Partnerschaft und dem persönlichen Glück auch die Gesundheit. Leider überwinden nur gut zehn Prozent der Betroffenen ihre Scheu und suchen einen Arzt auf, was bedenklich ist, denn: Die sexuelle Störung ist nicht einfach nur ein Lustkiller oder – missverstanden – ein „persönliches Problem“. Die Funktionsstörungen weisen oft auf ein zugrunde liegendes Gesundheitsleiden hin, welches ernst genommen werden sollte. An erster Stelle der Verursacher stehen die typischen Volkskrankheiten unserer westlichen Konsumgesellschaft wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Die primären „Bettprobleme“ bei Mann und Frau unterscheiden sich – bis auf die erektile Dysfunktion (Erektionsstörungen) – kaum. Beide Geschlechter leiden an Lust-, Erregungs- und Orgasmusstörung. Die Ursachen sind – und das viel öfter als angenommen – organischer Natur und damit gut behandelbar.

Dennoch bleibt das eigentliche Problem von Mann und Frau, dass sie sich schwer tun, wenn es zum Reden über Sex kommt. Zu intim – meinen sie! Sind dann auch noch Probleme mit im Spiel, schweigt sich der Großteil der Betroffenen aus und riskiert lieber die Gesundheit, als über den eigenen Schatten zu springen und sich an einen geschulten Facharzt zu wenden.

Sexuelle Mythen und Tabus dominieren noch immer die öffentliche Meinung: Sexuelle Probleme seien eine Frage des Alters oder ein „persönlicher Makel“. Auch seien die notwendigen medizinischen Untersuchungen angeblich sehr intim und mit Schmerzen verbunden.

Unter dem Druck dieser öffentlichen Meinung schämen sich die von sexuellen Störungen betroffenen Frauen und Männer. Sie ziehen sich zurück und geraten in einen Teufelskreis aus Versagensangst, Wiederholung und Vermeidungsverhalten, der seine eigene destruktive Dynamik entwickelt. Auf die Liebe wird ganz verzichtet und der Leidensdruck bis zum Letzen ausgehalten. Ein Jahr dauert es im Schnitt, bis Betroffene ihr Schweigen brechen und sich Hilfe suchen. Wertvolle Zeit, die auf das Konto von Gesundheit persönlicher Lebensqualität gehen.

Sexuelle Störungen sind eine Frage und ein Zeichen der Gesundheit: Wer sich der Realität stellt, hat gute Chancen auf Heilung. Mittels der neuen medizinischen Möglichkeiten sind die meist organisch bedingten Funktionsstörungen gut behandelbar.

Liebe- und lustvolle Sexualität als natürliches Wellnessprogramm

Die gelebte Sexualität regt das gesamte Belohnungssystem des Organismus an und fördert die Gesundheit auf allen Ebenen, körperlich, geistig, seelisch. Einfach gesprochen, die erotische Liebe ist ein wirkungsvolles Gesundheits- und Wellnessprogramm, das uns die Natur zur Verfügung stellt. Sie baut Stress ab, setzt „Wohlfühlhormone“ frei, stärkt das Immunsystem, macht fit, hält gesund, verbindet und fördert das innere Gleichgewicht. Reagiert unsere Sexualität mit einer Störung, ist das stets ein wertvolles Warnsignal des Körpers und weist auf ein mögliches Gesundheitsleiden hin. Hören Sie auf Ihren Körper!

Pionierarbeit: das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG)

„Im Namen der der Liebe“ haben sich unter dem Dach des Informationszentrums für Sexualität und Gesundheit (ISG) Fachexperten aus Medizin, Wissenschaft und Forschung zusammen geschlossen, um die Gesellschaft über die gesundheitsfördernde Wirkung der Sexualität zu informieren, mit sexuellen Tabus aufzuräumen und pro-aktiv zu einem zeitgemäßen Gesundheitsbewusstsein beizutragen.

Für Betroffene ist der gemeinnützige Verein die bundesweit erste und einzige Anlaufstelle, an die sie sich anonym und vertraulich wenden können. Ein geschultes Team von Fachleuten betreut fünf Tage die Woche die ISG-Info-Line und steht den Betroffene, aber auch allen Interessierten und Ärzte, per Telefon, Fax, E-Mail oder Post zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das ISG die Zeitschrift „Liebe hält gesund“ an, sowie fachgerechte Broschüren und hilfreiche Informationsblätter, die angefordert oder auf www.isg-info.de herunter geladen werden können. Auch Selbsthilfegruppen und Expertenforen stellen sich auf der Homepage vor.

Im April 1999 gegründet verzeichnet das ISG eine beständig steigende Zahl von Anfragen. Allein innerhalb der letzten drei Jahre haben rund 15.000 Frauen und Männer angerufen. In erster Linie gelten die Anrufe dem Thema der Erektilen Dysfunktion und kommen vorwiegend von Männern (rund 85,5 Prozent; Frauen rund 14,5 Prozent). Gut 6 Prozent der Anrufe beziehen sich auf die Libidostörungen. Das Alter der Anrufer liegt zwischen 17 und 69 Jahren. Auffällig ist, dass 48,6 Prozent aller männlichen Teilnehmer, die wegen Erektiler Dysfunktion anrufen, seit über einem Jahr an der Gesundheitsstörung leiden und das ISG der erste Ansprechpartner ist.  Über die Hälfte (aller wegen ED anrufenden) Teilnehmer befindet sich bereits in einer gesundheitlich sehr ernst zu nehmenden Lage und benötigt dringend ärztliche Hilfe.

Unsere Sexualität ist es wert und viel zu wichtig, dass wir sie zum Wohle unserer Gesundheit wahrnehmen – auch dann, wenn sie mal nicht so will wie wir. Lassen Sie die Liebe sprechen!

ISG e. V. Geschäftsstelle
Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Straße 55
79106 Freiburg
Internet: www.isg-info.de

Pressemitteilung der ISG vom Universitätsklinikum Freiburg, Ebba Henrike Lächt


Krebszeitung

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  • Damit die Axl-Kinase aktiviert und ihr Signal zum Zellkern weitergeleitet wird, muss außen ein Signalstoff (blau) und innen der Energieträger ATP (grün) binden. Die Inhibitoren (orange) verhindern eine Signalweiterleitung, weil sie die ATP-Bindestelle blockieren. Bild: Axel Ullrich/Copyright: MPI für Biochemie
    Forschung

    Damit die Axl-Kinase aktiviert und ihr Signal zum Zellkern weitergeleitet wird, muss außen ein Signalstoff (blau) und innen der Energieträger ATP (grün) binden. Die Inhibitoren (orange) verhindern eine Signalweiterleitung, weil sie die ATP-Bindestelle blockieren. Bild: Axel Ullrich/Copyright: MPI für BiochemieForscher des MPI für Biochemie und ihre Kooperationspartner des Lead Discovery Center GmbH (LDC) haben jetzt mit der koreanischen Firma Qurient eine Lizenzvereinbarung über eine von ihnen langjährig erforschte Wirkstoffgruppe getroffen. Diese Wirkstoffe sollen metastasierende und Medikamenten-resistente Tumore gezielter und selektiver angreifen. Qurient wird die getesteten Substanzen nach und nach in präklinische und klinische Studien einbringen, um sie später als Medikament verwenden zu können. Wenn die Experimente und klinischen Studien erfolgreich verlaufen, könnte bis Ende des Jahrzehnts ein Medikament auf Basis der neuen Wirkstoffe entstanden sein, hoffen die Max-Planck-Forscher.

    Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Krebs nach Herz- Kreislauferkrankungen mit circa 7,6 Millionen Toten die zweithäufigste Todesursache weltweit und der Bedarf an wirksamen Medikamenten steigt. Die meisten Krebspatienten sterben dabei an einzelnen Tumorzellen, die sich im Körper ausbreiten und neue Tumore, so genannte Metastasen, bilden. Die neuen Substanzen, an denen die drei Kooperationspartner forschen, zählen zur Familie der hochspezifischen Axl-Kinase-Inhibitoren. Am MPI für Biochemie in der Forschungsabteilung von Axel Ullrich untersuchen die Wissenschaftler Pjotr Knyazev und Robert Torka das Protein Axl-Kinase und seine Hemmstoffe schon seit mehr als zehn Jahren.

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