Erektile Dysfunktion – ein Tabuthema

Dr. med. Christian Leiber demonstriert die Schwellkörperprothesen - Quelle: AGS Medienservice
Dr. med. Christian Leiber demonstriert die Schwellkörperprothesen - Quelle: AGS Medienservice
Häufigkeit Erektile Dysfunktion - Quelle: AGS Medienservice
Häufigkeit Erektile Dysfunktion – Quelle: AGS Medienservice

Freiburg, 23. Dez. 2016.  Es ist gar nicht so selten, wenn der Mann unter einer erektilen Dysfunktion leidet. 20.000 Männer wurden in einer groß angelegten Studie befragt und untersucht. Die Ergebnisse sind für das männliche Geschlecht niederschmetternd, zeigen die Ergebnisse der „Kölner Studie“. Bereits vier Prozent Junger Männer im Alter von 30 bis 39 Jahren leiden unter einer Erektilen Dysfunktion.

Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Neben Partner- oder konfliktbezogenen Ursachen ist Diabetes Mellitus eine der Hauptursachen. Bei etwa dreißig Prozent der Erektilen Dysfunktion (ED) ist die Grunderkrankung der Blutzucker, so Dr. med. Christian Leiber, Oberarzt an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Besteht Diabetes Mellitus mehr als 10 Jahre, liegen etwa 50 Prozent Erektionsstörungen bei den Betroffenen vor. Bei etwa 60 bis 70 Prozent der Patienten sind die Nerven und das Endothel (Innenhaut von Blutgefäßen) im Penis irreversibel geschädigt. Und so kommt es zu Störungen oder Ausbleiben der natürlichen Erektionsfähigkeit, so der Facharzt für Urologie.

Gespräch mit dem Arzt suchen

Liegen die geringsten Störungen einer Erektion vor, sollte das Gespräch mit dem behandelnden Arzt gesucht werden. Es kommt häufig vor, dass ein hoher Blutzuckerspiegel bei Diabetes im Laufe der Zeit Nervenschädigungen hervorrufen. Sie können auch Probleme bei der Sexualfunktion zur Folge haben. Neben dem Hausarzt ist der Urologe ein wichtiger Ansprechpartner für sexuelle Probleme beim Mann.

Hilfen für den Mann

Als medikamentöse Therapien stehen die sog. PDE-5-Hemmer zur Verfügung. Diese Medikamente sind jedoch nicht immer zielführend, so Dr. Leiber. So zum Beispiel wenn kardiologische Probleme vorliegen. Injektionstherapien sind häufig von unerwünschten Nebenwirkungen begleitet. Neben Schmerzen im Penis kann es zu einer Penisfibrose oder einem Hämatom an der Injektionsstelle kommen.

Neben Vakuumerektionshilfen, die von den Männern kaum akzeptiert werden, stehen Penisimplantate verschiedener Hersteller zur Verfügung. Technisch sehr ausgereift sind beispielsweise Schwellkörperimplantate der Firma Boston Scientific (BSCI). Sie werden seit 1973 weltweit erfolgreich implantiert. Profitiert haben zwischenzeitlich über 40.000 Patienten. Nach der Operation und einem kurzen stationären Aufenthalt kann das Implantat nach etwa sechs Wochen vom Patienten erstmals angewendet werden. Die Patienten und die Sexualpartner sind mit dieser Lösung zu weit über 90 Prozent sehr zufrieden und der Leidensdruck hat ein Ende, so der Facharzt für Männerkrankheiten. Dieses Verfahren wird von den Gesetzlichen Krankenkassen voll erstattet, im Gegensatz zu der medikamentösen Therapie.

Literaturnachweis:
M. Braun et.al.: Erektile Dysfunktion und „Lower Urinay Tract Symptoms“ – getrennte Entitäten oder zukünftig gemeinsames Therapieregime? In: Blickpunkt der Mann  1/2004, Seite 7-11. Krause  Pachernegg GmbH, A-3003 Gablitz.

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Krebszeitung

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