Erfolg der Krebstherapie durch neue Software schneller beurteilbar

Lungenkrebszelle bei der Teilung Quelle: Dr. Felix Bestvater, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bremer Wissenschaftler haben ein Computerprogramm entwickelt, das sehr früh Aussagen darüber erlaubt, ob sich Lungenmetastasen unter einer Chemotherapie zurückbilden. Die Software berechnet anhand von Computertomographie- Bildern das Volumen der Krebs-Tochtergeschwulste.

Die Größe von Lungenmetastasen exakt beurteilen

Mithilfe eines neuen Computerprogramms lässt sich die Größe von Lungenmetastasen sehr genau bestimmen. Das Bild zeigt, dass die Software sogar Metastasen (goldene Struktur), die sehr nah an Blutgefäßen oder an der Lungengrenze (graue Strukturen) liegen, zuverlässig darstellen und vermessen kann. Durch den Vergleich der Bilder vor und nach Beginn einer Chemotherapie erkennt das Programm sehr schnell, ob die Metastasen kleiner oder größer werden – ob also die Behandlung den Krebs zurückdrängt oder ob die Krankheit weiter fortschreitet.

Vorteil: Im Falle eines Misserfolgs können Ärzte früher als bisher die Therapie optimieren.

Die neue Software arbeitet vollautomatisch. Sie ist vier- bis fünfmal genauer als herkömmliche Messmethoden und registriert schon Volumenänderungen der Metastasen von 10 bis 20 Prozent. Wenn Ärzte – wie bisher üblich – anhand der Computertomographie-Bilder die Metastasen per Hand ausmessen, können sie nur Volumenänderungen von 60 bis 70 Prozent zuverlässig feststellen.

Die Software wurde vom Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung (MeVis) in Bremen entwickelt. Das Institut MeVis ist Teil des Forschungsverbundes VICORA, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt wird. Die Software kommt im Herbst 2004 auf den Markt. Sie bietet insbesondere zur Beurteilung solcher Metastasen Vorteile, die sehr nahe an Blutgefäßen oder am Rippenfell liegen.

Für das menschliche Auge ist die Grenze zwischen Tumor und Blutgefäß beziehungsweise Rippenfell auf Computertomographie- Bildern nur schwer bestimmbar. Oft schätzen Ärzte deshalb die Größe der Metastasen falsch ein. Dem Computerprogramm gelingt es sehr viel genauer, einen Tumor von anderen Gewebestrukturen zu unterscheiden. Mediziner können sich sogar ein exaktes dreidimensionales Bild einzelner Metastasen mit ihrer Lage zu Atemwegen, Blutgefäßen und Lungengrenzen erstellen lassen.

Ansprechpartner:
Dr. Stefan Krass
MeVis – Center for Medical
Diagnostic Systems and Visualization
Universitätsallee 29
28359 Bremen
Tel.: 0421/2 18-77 12
Fax: 0421/2 18-42 36
E-Mail: krass@mevis.de

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Hier  finden Sie weitere Informationen dazu:
https://mensch-und-krebs.de/category/krebsthemen/lungenkrebs/


Krebszeitung

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  • Kongress - pixabay
    Krebskongress 2014

    Auch im Namen der Deutschen Krebshilfe begrüße ich Sie sehr herzlich zu unserer heutigen Auftakt- Pressekonferenz zum Deutschen Krebskongress 2014.

    Mit diesem Kongress gehen wir neue Wege: Zum ersten Mal wird die Veranstaltung gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe ausgerichtet. Das Fundament hierzu haben wir bereits im Juni 2012 gelegt, als die enge Kooperation zwischen den beiden Organisationen offiziell vereinbart wurde. Ein logischer und lange überfälliger Schritt. Denn seit vielen Jahrzehnten engagieren sich beide Organisationen für Krebspatienten: die Deutsche Krebsgesellschaft als Medizinische Fachgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe als Förderorganisation und Bürgerbewegung im Kampf gegen den Krebs.

    In den vergangenen Jahren ist immer deutlicher geworden, wie komplex die Krebsbekämpfung, die Krebsmedizin und -forschung sind. Und auch auf dem Hintergrund der steigenden Neuerkrankungszahlen erschien uns eine verstärkte Zusammenarbeit notwendig und zwingend. Bereits vor dem offiziellen Bündnis gab es wichtige gemeinsame Initiativen, wie das „Leitlinienprogramm Onkologie“ oder die Mit-Initiierung des Nationalen Krebsplans.

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  • Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)
    Forschung

    Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)Prostatakrebs ist in der westlichen Welt die häufigste bösartige Tumorerkrankung beim Mann. Um deren Entstehung und Verlauf besser untersuchen zu können, entwickelt Dr. Friederike J. Gruhl am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein dreidimensionales Modell der Prostata: Ziel ist, damit die natürlichen Prozesse im Reagenzglas (in vitro) nachbilden zu können. Langfristig soll das in vitro-Modell Tierversuche in der Prostatakrebs-Forschung vollständig ersetzen. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 200.000 Euro.

    In Deutschland, so die Deutsche Krebshilfe, erkranken jährlich 67.600 Männer neu an einem bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse (Prostatakarzinom), etwa 12.700 pro Jahr sterben daran. Die klinische Forschung beschäftigt sich vor allem mit dem Verlauf der Krankheit, der sich in bestimmten Blutwerten widerspiegelt (prognostische Marker, z. B. prostataspezifisches Antigen, PSA). Die Mechanismen beim normalen, gesunden Prostatawachstum sowie bei einer Krebserkrankung sind vergleichsweise wenig untersucht. „Eine wesentliche Aufgabe der Grundlagenforschung ist daher, den Verlauf von der Auslösung der Krankheit bis hin zur Bildung von Metastasen besser zu verstehen, um frühzeitig eingreifen zu können“, sagt Dr. Friederike J. Gruhl vom Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT). „Dazu zählt insbesondere das Verständnis der Interaktion der Krebszellen mit ihrer Umgebung.“

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