Erfolge und Lücken des Brustkrebsscreenings

Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM

Hamburg – Fast flächendeckend gibt es nun in Deutschland ein Mammographie-Screening durch besonders qualifizierte Zentren. Ebenso wie in vergleichbaren europäischen Ländern mit so einem Früherkennungsprogramm für Brustkrebs, ist auch in Deutschland der Erfolg dieses Programms sichtbar.

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 57.000 Frauen neu an Brustkrebs (Mammakarzinom) und es sterben in jedem Jahr etwa 17.000 Frauen an dieser Krebsart. Die Mammographie soll als Früherkennungsuntersuchung dazu dienen, Tumoren der Brust frühzeitig aufzuspührern bevor sie vom Arzt oder der Patientin tastbar sind. Denn wie bei jeder anderen Tumorart auch gilt – je früher bösartige Tumoren erkannt werden, desdo größer sind die Heilungschancen. Deswegen wurde in Deutschland Ende 2005 das Mammographie-Screening-Programm als Massenuntersuchungsprogramm nach den europäischen Leitlinien aufgebaut. Profitieren tun bisher lediglich Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die alle zwei Jahre brieflich zur Mammographie eingeladen werden.

Bei uns leben etwa 10,4 Millionen Frauen in dieser Altersgruppe. Über 2,6 Millionen von ihnen – das sind etwa 26 Prozent – wurden bisher eingeladen, von denen aber nur etwa 1,45 Millionen Frauen dieses Angebot wargenommen haben. Damit die Gesamtsterblichkeit von Brustkrebs aber weiter abnimmt, müsste sich die Beteiligungsrate am Brustkrebs-Screening-Programm noch weitaus erhöhen.

Bereits jetzt zeigt sich jedoch der Erfolg bei den am Programm teilgenommenen Frauen. Knapp 81% der Krebsfälle wurden im Stadium T1 entdeckt, was bedeutet, dass die Tumoren kleiner als 20 mm waren. 78,9% von den betroffenen Frauen hatten auch noch keinen Lymphknotenbefall, was die Heilungschancen vergrößert.

Diese guten Ergebnisse sind die Folge eines umfassenden Qualitätssicherungsprogramms. Denn in den zertifizierten Zentren, wo das Mammographie-Screening durchgeführt wird, werden die erforderlichen Geräte laufend in ihrer Sicherheit und Qualität überprüft, die Röntgenbilder unabhängig von zwei speziell geschulten Ärzten ausgewertet und im Verdachtsfall entnommene Proben von extra dazu qualifizierten Pathologen begutachtet. In einem normalen Versorgungssystem können diese Qualitätsstandards oft nicht eingehalten werden.

Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. med. Ingrid Schreer
Mammazentrum der Universitätsfrauenklinik
Departement Frauenheilkunde
Michaelisstr.16
24105 Kiel

Tel.: 0431-597-2100; Fax: -3617
Mail: ischreer@email.uni-kiel.de

Pressemitteilung vom DGGG, Detlef Höwing


Krebszeitung

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