Erfolgreiche Kombination gegen Nierenkrebs

Links die normale Lage der Nebennieren (gelbe Pfeile) im Körper, rechts ein Nebennieren-karzinom in einer kernspintomographischen Darstellung. Bild: Medizinische Klinik

Wissenschaftler untersuchten die Kombination aus einem humanen Antikörper und einer Standardchemotherapie zur Behandlung des häufig resistenten Nierenkarzinoms. Bei zwei Dritteln der Versuchstiere trat nach 20 Tagen ein vollständiges Tumorsterben ein. Weitere Themen der neuen Ausgabe des International Journal of Cancer (IJC) sind die antioxidative Wirkung von Vitamin D auf Prostatazellen und der Einsatz von schützenden Polyphenolen aus dem Apfel zur Therapie des Dickdarmkrebses. Die aktuelle Ausgabe des IJC erscheint am 15. Juni.

Jedes Jahr erkranken rund 15.000 Menschen an Nierenkrebs. Häufig sind Nierenkarzinome von Lymphozyten durchsetzt. Die koreanische Forschergruppe um Seong-A Ju versuchte durch die Kombination eines menschlichen Antikörpers und dem Zytostatikum 5-Fluorouracil eine Immunantwort gegen die Tumorzellen auszulösen und dadurch die Überlebenschancen der Mäuse zu erhöhen. Der Antikörper bindet an die T-Lymphozyten und aktiviert diese dadurch. Setzten die Wissenschaftler nur den Antikörper ein, verlangsamte dies zwar das Wachstum des Tumors, das Sterben der Versuchstiere konnte allerdings nicht verhindert werden. Verwendeten sie allein das Zytostatikum, trat überhaupt keine Wirkung ein. Erst durch die Kombination beider Stoffe waren 70 Prozent der Mäuse nach 20 Tagen tumorfrei. Dieser Effekt erwies sich als lang anhaltend, da nach einer erneuten Injektion von Tumorzellen kein neues Krebswachstum auftrat.

Seit langem ist erwiesen, dass sich Vitamin D auf viele Krebserkrankungen positiv auswirkt. Weniger bekannt ist jedoch die antioxidative Wirkung des Vitamins. Bo-Ying Bao von der Universität Rochester, New York, erforschte mit seinen Kollegen den schützenden Effekt von Vitamin D auf Prostataepithelzellen, die durch freie Radikale oxidativ gestresst wurden.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Vitamin D die Überlebensrate nicht maligner Zellen steigerte. Dieser Effekt trat bei bösartigen Zellen jedoch nicht auf. Den Grund für diesen Unterschied vermuten die Wissenschaftler in der Aktivierung des Gens der Glucose-6-phosphat-dehydrogenase (G6PD), das bei der Aufrechterhaltung des oxidativen Gleichgewichts eine Rolle spielt.

Nur in nicht malignen Zellen steigerte Vitamin D die Aktivität des Gens. Blockierte man die Wirkung des Enzyms, war die schützende Wirkung des Vitamin D auf die Prostatazellen weitgehend aufgehoben.

Dickdarmkrebs gilt als Alterserkrankung und tritt meist erst ab dem 45. Lebensjahr auf. Sehr häufig entwickelt sich das Kolonkarzinom aus Wucherungen der Darmschleimhaut, etwa den Polypen. Ein Forscherteam aus Jena und Heidelberg untersuchte in einer neuen Studie die schützende Wirkung von Apfelbestandteilen auf das Dickdarmkarzinom. Die Wissenschaftler behandelten Krebsvorläuferzellen mit unterschiedlichen Konzentrationen an Apfelextrakten und der darin enthaltenen Polyphenole. Die eingesetzten Zellen wiesen daraufhin eine erhöhte Genexpression auf. Die Behandlung der Zellen führte zu einer gesteigerten Aktivität von 30 der 96 getesteten Gene. Hiervon waren 25 Gene wiederum in Entgiftungsprozesse eingebunden, etwa die Glutathione-S-Transferase und die UDP-Glucuronosyltransferase. Diese Ergebnisse bestätigen sowohl die schützenden Eigenschaften der Apfelpolyphenole auf das Dickdarmgewebe, als auch den antikanzerogener Effekt der Inhaltsstoffe.

Ju et al. Eradication of established renal cell carcinoma by a combination of 5-fluorouracil and anti-4-1BB monoclonal antibody in mice
DOI: 10.1002/ijc.23457

Bao et al. Protective role of 1, 25-dihydroxyvitamin D3 against oxidative stress in nonmalignant human prostate epithelial cells
DOI: 10.1002/ijc.23460

Veeriah et al. Apple polyphenols modulate expression of selected genes related to toxicological defence and stress response in human colon adenoma cells
DOI: 10.1002/ijc.23440

Weitere Artikel sind unter folgendem Link verfügbar:

www3.interscience.wiley.com/journal/118002931/issue

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Sherryl Sundell
Managing Editor
International Journal of Cancer
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 242
69120 Heidelberg, Germany

Tel.: +49 6221 424800
Fax: +49 6221 424809
E-Mail: intjcanc@dkfz.de

Pressemitteilung des International Journal of Cancer


Krebszeitung

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  • Hirntumor - Quelle: NGFN
    Hirntumoren

    Krebsforscher aus Heidelberg, Genf und Tübingen sind in der Erforschung eines äußerst aggressiven Hirntumors, des Glioblastoms, einen großen Schritt weitergekommen: Sie erfassten erstmals systematisch sämtliche Eiweiße auf der Oberfläche der Glioblastomzellen und identifizierten zehn Marker, die besonders charakteristisch für diese Tumorart sind. Die Forschungsergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Brain“, fanden bereits Eingang in die klinische Anwendung: Ein Krebsimpfstoff gegen die Tumormarker kommt in zwei klinischen Studien zum Einsatz, eine weitere ist am Universitätsklinikum Heidelberg geplant.

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  • Melanom
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    UV- Schutz ist notwendig - Quelle: Deutsche KrebshilfeBonn/Hamburg (sts) – Anlässlich des europäischen „Melanoma-Tages“ am 5. Mai 2008 rufen die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V. dazu auf, die Hautkrebs-Früherkennung zu nutzen. 22.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an dem besonders aggressiven Malignen Melanom, auch bekannt als schwarzer Hautkrebs. „Die Zahl der Melanom-Patienten verdoppelt sich derzeit alle zehn Jahre. 2.300 Menschen sterben jährlich bundesweit daran“, so Professor Dr. Eckhard Breitbart, Zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Die Einführung des kostenlosen Hautkrebs-Screenings für alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren bietet eine große Chance – denn früh erkannt, ist Hautkrebs heilbar.

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