Europaweiter Kampf gegen Krebs

Blick durchs Mikroskop: Der rote Farbstoff ist ein spezieller Tumorzell-Marker, das Skelett der zum Teil riesigen Tumorzellen ist in grün dargestellt, die Zellkerne in blau. © Aufnahme: Roman Reinartz/Institut für Rekonstruktive Neurobiologie der Uni Bonn
Blick durchs Mikroskop: Der rote Farbstoff ist ein spezieller Tumorzell-Marker, das Skelett der zum Teil riesigen Tumorzellen ist in grün dargestellt, die Zellkerne in blau. © Aufnahme: Roman Reinartz/Institut für Rekonstruktive Neurobiologie der Uni Bonn

Die Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie des Biologen Prof. Dr. Achim Krüger vom Institut für Experimentelle Onkologie und Therapieforschung am Klinikum rechts der Isar der TU München beteiligt sich an einem soeben startenden, von der Europäischen Kommission geförderten Projekt. Gemeinsam mit Forschern aus insgesamt acht europäischen Ländern widmen sich die Wissenschaftler der Bekämpfung der tödlichen Ausbreitung von Tumorzellen (Metastasierung). Dabei soll insbesondere die bisher nicht ausreichend beachtete Rolle der „Umgebung“ der Tumorzellen, also des noch gesunden Gewebes in der Nachbarschaft des Tumors und in den Zielorganen der Tumormetastasen, erforscht werden. Das mit insgesamt über vier Millionen Euro finanzierte Projekt lässt auf die Entwicklung neuer Antikörper-basierter Therapien hoffen.

Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar an internationalem Forschungsprojekt zu Metastasierung beteiligt

Primärtumoren und einzelne große Metastasen lassen sich inzwischen immer besser mit chirurgischen, strahlungs- und chemo-therapeutischen Mitteln entfernen. Doch letztendlich hängt das Überleben der Patienten davon ab, ob die weitere Ausbreitung und das Wachstum von Mikrometastasen nach Ende der herkömmlichen Therapien unterdrückt werden können. Nur so kann verhindert werden, dass die Krebskrankheit schon bald oder auch erst nach vielen Jahren mit ihrer zerstörerischen Eigenart wieder ausbricht.

Günstige Umgebung kann die Ausbreitung von Tumorzellen verhindern

Ausgangspunkt des aktuellen Forschungsprojekts ist das Wissen um eine Gruppe von Enzymen, sogenannter Proteasen, die eine Schlüsselrolle bei der Ausbreitung eines Tumors spielen. Diesen Enzymen kommt – das haben u. a. die Arbeiten von Prof. Krüger in den letzten Jahren gezeigt – eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des normalen molekularen Gleichgewichts eines Gewebes zu. Wird dieses Gleichgewicht gestört, nutzen die Tumorzellen die neuen Voraussetzungen der Umgebung zu ihrer Ausbreitung.

Vor diesem Hintergrund wollen die Wissenschaftler die von den Proteasen abhängigen Regulationsmechanismen im normalen Gewebe untersuchen und herausfinden, wie Tumorzellen auf Veränderungen dieser Regulation reagieren. Sie erhoffen sich, auf diese Weise Moleküle zu identifizieren, die spezifisch ausgeschaltet werden können, um die Ausbreitung der Tumorzellen in das gesunde Gewebe hinein zu verhindern.

Europäische Kommission fördert interdisziplinären Kampf gegen Metastasierung von Krebs

Das aktuelle Forschungsvorhaben ist bereits das zweite EU-geförderte Projekt, an dem Prof. Krüger beteiligt ist, das die Bedeutung von Proteasen als wichtige Metastasen-assoziierte Moleküle unterstreicht.

„Der intensive Kontakt mit den besten Gruppen Europas auf diesem Gebiet und die finanziell gut unterstützte Kooperation hat uns in den letzten vier Jahren die Grundlagen schaffen lassen, um jetzt in Richtung neuartiger Therapien weiter voranzugehen“, berichtet Prof. Krüger. Mit Hilfe der Kombination von Expertisen in Genom- und Proteomforschung, Bioinformatik, Bildgebung und Antikörperentwicklung ist der Forschungsverbund optimal aufgestellt: Von der Grundlagenforschung bis hin zur Umsetzung in die klinische Anwendung wird die Bedeutung der Umgebung von Tumorzellen und deren mögliche Modulation als neue Therapieform hier durchgängig und konsequent verfolgt.

Kontakt:

Tanja Schmidhofer
Pressereferentin
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Ismaninger Str. 22

81675 München

Tel.: +49 89 4140 2046
Fax: +49 89 4140 7709

Email: schmidhofer@lrz.tum.de

Pressemitteilung Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Tanja Schmidhofer


Krebszeitung

--Download Europaweiter Kampf gegen Krebs als PDF-Datei --


  • Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM
    Brustkrebs

    Gemeinsame Stellungnahme (KURZFASSUNG) der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onko-logie (AGO) der DGGG und der DKG, der Deutschen Gesellschaft für Seno-logie (DGS), des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und der Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

    Mit großer Besorgnis beobachten Fachgesellschaften, Berufsverbände und Selbst-hilfegruppen, dass Krankenkassen mit einer restriktiven Budgetierung die Behand-lung von Brustkrebspatientinnen zunehmend gefährden. Denn immer häufiger wer-den vor allem bei brusterhaltenden Therapieformen die von den Krankenkassen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft selbst festgelegten Pauschalen nicht mehr akzeptiert, die berechnet wurden, um eine leitliniengerechte Krebsbehandlung durchzuführen. Eine interdisziplinäre, moderne Diagnostik, Therapie und Betreuung von Brustkrebspatientinnen, die Voraussetzung für gute Heilungschancen ist, lässt sich bei einer Kürzung dieser Pauschalen nicht mehr durchführen.

    […mehr lesen]

  • Zystektomie-Frau - Bild: Detlef Höwing
    Harnblasenkrebs

    Grafik: Standardvorgehen- Zystektomie der FrauWenn eine radikale Entfernung der Blase bevorsteht, sieht die Frau folgendes Bild vor sich:
    Sie sieht die Verwüstung ihres eigenen Körpers, kann sich weniger anfreunden mit einem späteren Urostoma und einem Auffangbeutel. Bis Ende der 90er Jahren gab es als „Goldener Standard“ das Conduit bei der Frau. Es wurden auch katheterisierbare Pouches standardmäßig eingesetzt und die Ureterosigmoidestomie (Harnableitung in den Enddarm) wurde als Versuch einer Harnersatzblase durchgeführt. Trotzdem blieben diese Eingriffe gerade bei der Frau „verstümmelnde Eingriffe“ !

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit