Fakten zum Darmkrebs

Mikroskopische Aufnahme eines Gewebsschnitts durch einen Dickdarmtumor mit Spezialfärbung: Die blau angefärbten Zellen produzieren den Wachstumsfaktor Epiregulin. Es handelt sich zum Großteil um Bindegewebszellen (Tumorfibroblasten). - Foto: Dr. Clemens Neufert

Darmkrebs ist eine schleichende Erkrankung, die meist unbemerkt fortschreitet. Er entsteht aus Vorstufen, die aus Veränderungen in der Darmschleimhaut – Polypen bzw. Adenomen – hervorgehen. Das Risiko steigt ab dem 50. Lebensjahr immer weiter an. Es besteht ein erhöhtes Risiko, wenn bereits nahe Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind. Rechtzeitig entdeckt ist Darmkrebs heilbar. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen! Durch eine Vorsorge-Koloskopie können Krebsvorstufen entdeckt und entfernt werden. Das Erkrankungsrisiko sinkt dadurch erheblich.

Etwa sechs Prozent der Bundesbürger erkranken im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs. 2013 wird es nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in Deutschland mehr als 65.000 Neuerkrankungen geben. Jedes Jahr sterben etwa 40 Prozent der Neuerkrankten, das sind rund 26.000 Menschen. Nach Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern ist der Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung. Nach Lungenkrebs ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland.

Seit Oktober 2002 gibt es ein gesetzliches Früherkennungsprogramm. Es bietet ab dem 50. Lebensjahr einen Test auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl an. Ab dem 55. Lebensjahr haben die Versicherten Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs. Im Rahmen dieser Untersuchung werden gegebenenfalls Polypen entfernt, die ein Risikofaktor für die Entstehung des Tumors sind. Wenn die Erstuntersuchung vor dem 65. Lebensjahr stattgefunden hat, besteht nach zehn Jahren Anspruch auf eine weitere Darmspiegelung.

Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) wurden bundesweit bis Ende 2010 bei Personen im Alter von 55 bis 84 Jahren 98.734 Darmkrebsfälle durch die Teilnahme an Früherkennungs- Darmspiegelungen verhindert. Weitere 47.168 Erkrankungen konnten in einem frühen, in den meisten Fällen heilbaren Stadium entdeckt werden.

Auf der Basis von Abrechnungsdaten aus den Jahren 2003 bis 2010 geht der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) von rund 4,6 Millionen Versicherten aus, die seit der Einführung durch den Gesetzgeber eine Vorsorge-Koloskopie in Anspruch genommen haben. Nach Angaben der Stiftung werden allein im Jahr 2010 insgesamt 409.686 Früherkennungs-Koloskopien durchgeführt.

Pressemitteilung Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V.


Krebszeitung

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    Prostatakrebs

    Mit der Echtzeit - Elastographie werden Tumorareale in der Prostata genauer sichtbar - Quelle: Hitachi MedicalPatienten mit Verdacht auf Prostatakrebs bietet die Martini-Klinik am Universitäts-Krankenhaus Hamburg-Eppendorf (UKE) ein neues Diagnoseverfahren an. Mit der ultraschallbasierten Echtzeit- Elastographie können Tumorareale aufgezeigt und gezielt Gewebeproben zur Abklärung eines Prosta-takarzinoms entnommen werden. Dieses innovative bildgebende Verfahren schließt eine bedeutende Diagnose-Lücke, denn bislang stellten Patienten mit einem hohen PSA- Wert aber gleichzeitig negati-ven Ergebnissen nach Gewebeentnahme (Biopsie) ein großes Problem dar. Eine Hochrisikokonstellation, die den betroffenen Patienten meist sehr verunsicherte und eine genaue Tumor-Abklärung und daraus resultierende Therapieempfehlungen für den behandelnden Urologen schwierig machte. Denn mit dem üblichen Ultraschallverfahren konnten lokale Verhärtungen und Gewebeveränderungen nicht ausreichend dargestellt werden.

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    Ludwigshafen – Mehr als 70.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an Darmkrebs – 27.000 sterben jährlich an den Folgen. Das muss nicht sein! Denn Darmkrebs kann durch verschiedene Vorsorgemaßnahmen verhindert werden. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent. Deshalb beteiligt sich die BKK Pfalz am bundesweit einmaligen „Aktionsbündnis gegen Darmkrebs“.

    Darmkrebs ist durch Vorsorge vermeidbar

    Gemeinsam mit anderen Betriebskrankenkassen will die BKK Pfalz ihre Versicherten davon überzeugen, an der Darmkrebsvorsorge teilzunehmen. Dies geschieht durch persönliche Anschreiben: alle Versicherten, die das 55. Lebensjahr erreicht haben, werden schriftlich zur Koloskopie (Darmspiegelung) eingeladen. Die Gruppe der 50 bis 54-Jährigen wird zur Teilnahme an einem kostenlosen Stuhltest aufgefordert. Dieser neue, immunologische Test ist sehr viel empfindlicher und damit treffsicherer als der bisher gebräuchliche Papiertest (Hämoccult-Test), weil der neue Test nur noch menschliches Blut im Stuhl nachweist. Da er sich noch in der Erprobungsphase befindet, ist er noch keine Kassenleistung. Die BKK Pfalz bezahlt den Test im Rahmen der Darmkrebsaktion allen Versicherten zu 100 Prozent.

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