Fatigue besser bewältigen

Fatigue - Quelle: BKG

Fatigue - Quelle: BKGFatigue ist eine zermürbende Erkrankung. Patienten können aber Strategien lernen, mit der chronischen Erschöpfung besser umzugehen. Ein Schulungsprogramm der Berliner Krebsgesellschaft gibt Hilfe zur Selbsthilfe.

FIBS – das ist die Abkürzung für „Fatigue individuell bewältigen“, ein Selbstmanagementprogramm, das Wissenschaftler der Universität Bremen speziell für Menschen mit Krebs entwickelt haben. Bei der tumorbedingten Fatigue, um die es hier konkret geht, handelt es sich um eine krankhafte Erschöpfung, die für den Betroffenen häufig mehr als unangenehm ist. Manche Patienten sind so erschöpft, dass sie kaum noch ihren Alltag geschweige denn ihren Job bewältigen können. Eine Frühberentung aufgrund von tumorbedingter Fatigue ist keine Seltenheit.

Fatigue tritt schätzungsweise bei 75 Prozent aller Krebspatienten als Folge der Erkrankung oder der Krebstherapie auf. Die genauen Ursachen sind bislang nicht eindeutig geklärt. Experten gehen davon aus, dass sich die krankhafte Erschöpfung nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen lässt.

„Lustlosigkeit, Verlust der körperlichen Belastbarkeit, Konzentrationsstörungen, Entfremdung von Familie und Freunden bis hin zu Depressionen sind nur einige Symptome der chronischen Erschöpfung“, weiß Diplom-Psychologe Oliver Özöncel, der an der Charité und in der Beratungsstelle der Berliner Krebsgesellschaft Krebspatienten psychoonkologisch betreut.

Eine Fatigue verläuft für jeden Betroffenen anders

„Lange Zeit waren Ärzte mit der Diagnose „Fatigue“ überfordert und ein Allheilmittel, zum Beispiel ein Medika – ment, gibt es bis heute nicht. Trotzdem hat sich die Situation nach Ansicht von Dr. Hubert Bucher, Geschäftsführer der Berliner Krebsgesellschaft, mittlerweile verbessert.

Einmal sei das Krankheitsbild stärker in das Bewusstsein der Mediziner gerückt und es gebe auch aus wissen – schaftlicher Sicht neue Erkenntnisgewinne. „Wir wissen heute zum Beispiel, dass Fatigue-Patienten von Sport und Bewe – gung profitieren“, sagt Bucher. „Und wir wissen, dass Patienten gewisse Strategien für den Umgang mit ihrer Erkrankung erlernen können, so dass sie sich im Alltag besser fühlen.“

Genau solche alltagstauglichen Strategien vermittelt das Selbstmanage ment programm FIBS, das die Berliner Krebs gesellschaft nun in einer sechs wöchi gen Schulung für Patienten nutzen wird. Am Montag den 21. Oktober startet das erste von sechs Modulen, bis zum 25. November sind dann jeweils montags 90-minütige Kurse vorgesehen.

FIBS-Schulungsprogramm startet im Oktober

Das FIBS-Schulungsprogramm bietet Betroffenen verschiedene Ansätze und Möglichkeiten, mit Fatigue umzugehen. „Hauptziel des Seminars ist es, Patienten Hilfen an die Hand zu geben, die Fatigue individuell zu bewältigen, nicht aber, die Fatigue innerhalb von sechs Wochen komplett verschwinden zu lassen“, stellt Psychoonkologe und Schulungsleiter Oliver Özöncel klar.

Neben einer theoretischen Einführung, lernen die Patienten schrittweise mit den beeinträchtigten Symptomen umzugehen. Unterstützt werden die Module von Dr. Hubert Bucher und der Psychologin Sydonia Duczek, die als Betroffene zu Beginn der Schulung einen Erfahrungsaustausch ermöglicht. Patienten aus Berlin, die an einer tumorbedingten Fatigue leiden, können sich zu der Schulung anmelden. Es wird empfohlen alle sechs Termine wahrzunehmen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Informationen:
www.berliner-krebsgesellschaft.de

Newsletter der BKG August 2013

Neue Krebstherapie aus alten Medikamenten


Krebszeitung

--Download Fatigue besser bewältigen als PDF-Datei --


  • BU: Mikroskopische Aufnahme einer wachsenden Metastase (rot) im Gehirn (Blutgefäße: blau). Bestimmte Immunzellen des Gehirns (grün) greifen die Tumorzellen während des Wachstums an. Quelle: Anna Berghoff, DKFZ
    Forschung
    90 Prozent aller Krebstodesfälle gehen auf das Konto von Metastasen, wie Mediziner die Absiedlungen bösartiger Tumoren nennen. Hat sich der Krebs erst im Körper verbreitet, ist er in der Regel nicht mehr heilbar. Zum Weltkrebstag [...mehr lesen]
  • Ein Wirkstoff im Beifuß bekämpft das Aderhautmelanom - Quelle: Uni Graz
    Deutsche Krebshilfe

    Bonn (gb) – Welche ergänzenden oder komplementären Heilverfahren gibt es? Wie kann ich selbst meine Behandlung sinnvoll unterstützen? Wo finde ich verlässliche Informationen dazu? Diese Fragen stellen sich an Krebs erkrankte Menschen immer häufiger: Mehr als die Hälfte aller Betroffenen greifen im Verlauf der Therapie auf Komplementärverfahren zurück. Das jetzt gestartete „KOKON“-Projekt, ein Zusammenschluss mehrerer Kliniken und Forschungsinstitutionen, hat das Ziel, verlässliche und wissenschaftlich ausgewertete Informationen für Patienten und alle in der Onkologie beschäftigten Berufsgruppen bereitzustellen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

    Verbundprojekt „KOKON“ klärt über alternative Heilmethoden auf

    In der häufig lebensbedrohlichen Situation einer Krebserkrankung wollen viele Betroffene nichts unversucht lassen. Neben der schulmedizinischen Behandlung suchen viele Krebspatienten nach alternativen und komplementären Therapieformen. „Dabei stoßen sie auf ein schier endloses Angebot an Methoden und Heilmitteln, Philosophien und Ratschlägen“, erklärt Dr. Markus Horneber vom Zentrum für Onkologie und Hämatologie am Klinikum Nürnberg. Neben einer Vielzahl an pflanzlichen Präparaten werden auch Nahrungsergänzungsmittel, spezielle Entspannungstechniken und körperliches Training sowie Methoden aus der traditionellen chinesischen Medizin angeboten.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit