FDA warnt vor betrügerischen Krebsmitteln

Krebssymbol - pixabay
Krebssymbol - pixabay

Ein Mittel gegen jede Form von Krebs, eine sanfte Alternative zur Chemotherapie, natürliche Heilung mit Kräutern – die meisten Tumorpatienten wissen, was sie von solchen Versprechungen zu halten haben. Das Geschäft mit der Angst lohnt sich trotzdem: Produkte, die als angebliche Wunderwaffe gegen Krebs beworben werden, verkaufen sich meist höchst erfolgreich.

U.S.-amerikanische Arzneimittelbehörde mahnt Anbieter alternativer Krebstherapien ab

In den USA hat nun die zuständige Arzneimittelbehörde 23 Firmen abgemahnt: Sie bewarben ihre Produkte im Internet mit Aussagen, die einen Einfluss auf eine Krebserkrankung suggerierten. Die „Food and Drug Administration“ (FDA) geht insbesondere gegen Aussagen vor wie „heilt alle Krebsarten“ oder „wirkt gegen Krebszellen und schont gesundes Gewebe“.

Betroffen sind insgesamt 125 Produkte, darunter „Heilpilze“ wie der auch in Deutschland populäre Mandelpilz Agaricus, Reishi- oder Shii-Take-Pilze, Kräutertees wie Essiac und andere pflanzliche Mittel, die angeblich auf traditionelle schamanische Medizin zurückgehen. Betroffen sind aber auch Produkte mit Vitaminen und Mineralstoffen. Viele dieser Mittel werden nicht nur in den USA, sondern auch in Europa vermarktet und können zum Beispiel aus Deutschland über das Internet bestellt werden.

Die U.S.-Arzneimittelbehörde weist darauf hin, dass nicht nur die Wirksamkeit der Mittel nicht belegt ist. Auch zu ihrer Sicherheit oder möglichen Nebenwirkungen fehlen jedwede Unterlagen. Wie in den USA sind die entsprechenden Produkte auch in Deutschland nicht einmal als Arzneimittel zugelassen. Es handelt sich vielmehr um so genannte Nahrungsergänzungsmittel: Diese werden weder in Studien auf eine therapeutische Wirkung hin geprüft noch müssen sie ein Zulassungsverfahren wie „echte“ Medikamente durchlaufen.

Die FDA warnt Verbraucher und Patienten ausdrücklich vor diesen „falschen Krebskuren“ und den „betrügerischen Versprechen“ auf den Internetseiten ihrer Anbieter.

Weitere Informationen

Die Pressemitteilung der U.S.-Food and Drug Administration ist unter
www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2008/NEW01852.html
in englischer Sprache abrufbar.

Eine Liste der betroffenen Produkte bietet die FDA unter
www.fda.gov/bbs/topics/factsheets/fakecancercures.html.

Warum Nahrungsergänzungsmittel keinen  Stellenwert in der Behandlung von Tumoren haben, erläutert der Krebsinformationsdienst KID in seinem Text
„Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel“.

Patienten, die individuelle Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln haben oder Produkte aus den USA verwenden, können sich an den KID-E-Mail-Service wenden, unter
krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Der Krebsinformationsdienst beantwortet Ihre Fragen

Rufen Sie an unter: 0800 – 420 30 40

beantwortet täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr Ihre Fragen. Ihr Anruf ist für Sie aus dem deutschen Festnetz kostenlos.


Schreiben Sie eine E-Mail!

Mit einem Klick gelangen Sie zum Kontaktformular. Es bietet Ihnen eine gesicherte Verbindung für Ihre Anfrage an krebsinformationsdienst@dkfz.de.


Weitere Informationsangebote des Deutschen Krebsforschungszentrums

Mammographie-Screening, Vorbeugung
Unter: 06221 – 42 4142 bietet das Deutsche Krebsforschungszentrum zu diesen Themen einen Telefonservice an. Die Hotline ist täglich von 08.00 bis 20.00 zu erreichen.


Das Rauchertelefon
Unter: 06221 – 42 42 00 finden Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, Unterstützung und Beratung, Montag bis Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr, im Internet unter >www.tabakkontrolle.de.

Pressemitteilung vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)


Krebszeitung

--Download FDA warnt vor betrügerischen Krebsmitteln als PDF-Datei --


  • Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
    Hirntumoren

    Die neue Ausgabe des International Journal of Cancer (IJC) berichtet, dass eine DNA-Impfung das Immunsystem zur Bekämpfung von Gliomen, Tumoren des zentralen Nervensystems, anregt. Geimpfte Mäuse bildeten Immunzellen, die den Tumor attackierten. Weitere Themen im aktuellen Heft sind der Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem Aidserreger und Krebs in der afrikanischen Bevölkerung sowie ein neues Verfahren zum Nachweis möglicher Biomarker bei Krebserkrankungen. Die Druckversion des IJC, Band 122 (10), erscheint am 15. Mai 2008.

    […mehr lesen]

  • Nach der Geburt wachsen bei der Maus die Blutgefäße zentrifugal in die Netzhaut ein. Nach Blockade von Angiopoietin-2 (rechts) weist das Gefäßnetz der Netzhaut mehr Lücken (grün, >40µm) auf und die Retina wächst langsamer. - Quelle: Hellmut Augustin, Deutsches Krebsforschungszentrum
    dkfz

    Nach der Geburt wachsen bei der Maus die Blutgefäße zentrifugal in die Netzhaut ein. Nach Blockade von Angiopoietin-2 (rechts) weist das Gefäßnetz der Netzhaut mehr Lücken (grün, >40µm) auf und die Retina wächst langsamer. - Quelle: Hellmut Augustin, Deutsches KrebsforschungszentrumDie Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) gilt als eines der wichtigsten Angriffsziele für neue Krebstherapien. Einer der Hauptregulatoren der Angiogenese ist das Signalmolekül Angiopoietin-2 (Ang-2). Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg entdeckten nun, dass Ang-2 die Gefäßneubildung sogar auf zweierlei Weise beeinflusst: Es wirkt einerseits auf das Aussprossen neuer Kapillaren, andererseits beeinflusst es die Ausreifung des neugebildeten Gefäßsystems. Gegen Ang-2 gerichtete Krebstherapien könnten die Gefäßneubildung daher von zwei Seiten zugleich angreifen.

    Sobald sie die Größe eines Stecknadelkopfes erreicht haben, sind Tumoren auf neue Blutgefäße angewiesen. Diese Neubildung von Adern bezeichnen Wissenschaftler als Angiogenese. In diesen Prozess einzugreifen („Anti-Angiogenese“) gilt als vielversprechender Ansatz in der Krebsmedizin. Die bereits verfügbaren Medikamente, die verhindern, dass neue Blutkapillaren aussprossen, blieben allerdings hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit