Fehler minimieren!

Dr. med. Wolfgang Bühmann - Quelle: Wahlers PR

Mehr Sicherheit für urologische Patienten mit dem Risikomanagementsystem CIRS

In der Luftfahrt sind Berichtssysteme zur Fehlervermeidung seit über 30 Jahren etabliert; das deutsche Gesundheitswesen ist indes noch dabei, eine offene Fehlerkultur zu entwickeln. Der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU e.V.) unterstützt diesen Prozess aktiv und favorisiert ein anonymes internetbasiertes Fehlermanagementsystem in der Urologie. Das sogenannte CIRS-Urologie ist eine fachspezifische Variante des Berichts- und Lernsystems der Deutschen Ärzteschaft für Kritische Ereignisse und Fehler in der Medizin namens Critical Incident Reporting-System (CIRS), das von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung propagiert und vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) betreut wird.

Mit CIRS-Urologie geben wir allen Urologinnen und Urologen sowie Mitarbeitern der urologischen Pflege- und Assistenzberufe in Kliniken sowie niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und ihren Praxisteams ein effektives Werkzeug an die Hand, um die Sicherheit der Patienten zu erhöhen.

Laut internationaler Datenlage kommt es bei 10 Prozent der Krankenhauspatienten zu einem unerwünschten Zwischenfall, ein Prozent davon sind schwerwiegend und führen zu relevanten Schäden bis hin zum Tode. Fast die Hälfte dieser Zwischenfälle ist nach Worten des Schweizer Konzeptgebers von CIRS, Prof. Dr. Daniel Scheidegger, grundsätzlich vermeidbar, weil sie sich zuvor bereits als kritische Ereignisse manifestiert haben. Die Ursachen sind meist multifaktoriell und in einer Kombination aus Arbeitsbelastung, Problemen der Kommunikation, Ausbildung und Überwachung, ungenügenden Ressourcen sowie Team- und Patientenfaktoren zu finden. Politischen Forderungen nach verpflichtenden Registern tritt der Berufsverband der Urologen mit der Einführung von CIRS-Urologie entgegen. Freiwilligkeit, Anonymität und Sanktionsfreiheit sind Voraussetzung, damit die notwendige Fehler- bzw. Sicherheitskultur entstehen kann.

Andernfalls drohen alte Muster des Verschweigens. CIRS stellt niemanden an den Pranger. Ziel der anonymen Berichte ist es, sicherheitsrelevante Ereignisse zu erkennen, zu analysieren und daraus Vermeidungsstrategien zu entwickeln, aus denen andere lernen können. Notwendige Voraussetzung dazu ist ein Kulturwandel im Denken: Fehler dürfen nicht länger als Makel interpretiert werden, wie es jahrzehntelang durch Eltern und Lehrer in der Erziehung eingeprägt wurde, sondern als Chance, besser zu werden – erst wenn wir Fehler berichten wollen, wird CIRS erfolgreich.

Das fakultative Engagement für mehr Patientensicherheit in der Ärzteschaft ist bereits groß: Allein im Netzwerk CIRSmedical.de sind heute über 30 einzelne Berichtsgruppen vertreten, darunter die fachspezifischen Berichtsgruppen der Anästhesisten, Kinderärzte, Chirurgen und Hämatoonkologen sowie das Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland. Die internetbasierte Handhabung von CIRS-Urologie ist einfach: Fehler, kritische Ereignisse, Beinahe-Schäden oder auch Schäden werden verschlüsselt online über ein Urologie spezifisches Berichtsformular gesendet.

Das CIRS-Team des ÄZQ prüft die Anonymisierung und gibt den Bericht frei. Fachleute des CIRS-Teams-Urologie analysieren den Bericht und verfassen einen ebenso anonymisierten Feedback- Kommentar, der den Berichtenden und allen anderen Nutzern im Internet zum Lesen und Lernen zur Verfügung steht.

Die Einführung eines Fehlermanagements kann durchaus auch Wettbewerbsvorteile für die Nutzer mit sich bringen. Dieser Nebeneffekt war bereits bei der Einführung der Qualitätsmanagement-Systeme in Klinik und Praxis zu beobachten. QM-Zertifizierungen sind heute wichtiger Wegweiser für Patienten zu höchstem medizinischen Qualitätsstandard. Ein zusätzlicher Aspekt ist eine mögliche positive Beeinflussung der Haftpflichtprämien – in anderen Ländern sinken diese für die an Fehlermeldesystemen teilnehmenden Ärzte.

Der Berufsverband wird nach dem Kongress das System allen Urologen nahebringen und zur Beteiligung empfehlen.

Dr. med. Wolfgang Bühmann

Pressemitteilung der DGU


Krebszeitung

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  • Von Links: Dr. Freerk Baumann, Prof. Dr. med. Jürgen Dunst. Prof. Dr. med Nadia Harbeck
    Krebskongress 2008

    Von Links: Dr. Freerk Baumann, Prof. Dr. med. Jürgen Dunst. Prof. Dr. med Nadia Harbeck

    In westlichen Industrieländern erkrankt jede 8.-10. Frau im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom. Durch Fortschritte bei Früherkennung und medikamentöser Therapie ist diese Erkrankung heute bei über 70 % der Patientinnen im Frühstadium heilbar. Dennoch ist Brustkrebs in der Altersgruppe der Frauen zwischen 35 und 55 Jahren immer noch die häufigste Todesursache. Weiterentwicklungen bei der Systemtherapie wie Aromataseinhibitoren oder zielgerichtete Therapeutika (z.B. Antikörper), die bereits heute für die adjuvante Therapie zur Verfügung stehen, machen jedoch – neben konsequenter Früherkennung – weitere Verbesserungen der Heilungschancen realistisch.

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    dkfz

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    Ungefähr die Hälfte der Wissenschaftler und Doktoranden am Deutschen Krebsforschungszentrum sind Frauen. Wie die meisten jungen Menschen stellen sie sich irgendwann die Frage, ob sie Kinder haben möchten – und wenn ja, wann? „einblick“ hat mit Forscherinnen am Deutschen Krebsforschungszentrum gesprochen, die von ihrem gelungenen Spagat zwischen Kind(ern) und Karriere berichten.

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