Flächendeckendes Hautkrebs-Screening

Hautlupe

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 140.000 Menschen neu an Hautkrebs, 15.000 davon am besonders gefährlichen Malignen Melanom, dem so genannten schwarzen Hautkrebs. Dieser führt bei 2.300 Betroffenen jährlich zum Tode. Die häufigeren „weißen“ Hautkrebserkrankungen, wie das Basalzellkarzinom und das spinozelluläre Karzinom, bilden hingegen keine Metastasen und sind somit heilbar. Außer dem Leid der Betroffenen verursachen die steigenden Erkrankungszahlen des Hautkrebses auch hohe Kosten im Gesundheitssystem.

Vorbeugung und Früherkennung sind unverzichtbar

870.000 Hautkrebs-Patienten in Deutschland

Hamburg (ek) – Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung weltweit. In Deutschland befinden sich derzeit mindestens 870.000 Hautkrebs-Patienten in medizinischer Behandlung. Seit 1970 hat sich die Neuerkrankungsrate annähernd versechsfacht. Die Ursache: ein geändertes Freizeitverhalten mit Sonnenurlauben rund um das Jahr sowie häufige Solarienbesuche. „Bisher hatte keine Generation ein so hohes Hautkrebsrisiko wie die der heute 35-Jährigen“, erklärte Professor Dr. Eckhard Breitbart, zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), heute, am 6. März 2008, im Rahmen einer Pressekonferenz. „Die Einführung des Hautkrebs-Screenings zum 1. Juli 2008 ist eine große Chance im Kampf gegen diese Krankheit“, betonte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zum 1. Juli 2008 die Einführung eines bundesweiten qualitätsgesicherten Hautkrebs-Screenings für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren beschlossen. Deutschland führt damit weltweit als erstes Land eine flächendeckend organisierte, standardisierte Hautkrebs-Früherkennung ein. Rund 45 Millionen Versicherte (24 Millionen Frauen und 21 Millionen Männer) haben künftig alle zwei Jahre ein Anrecht auf die Untersuchung.

Diese wird als „standardisierte Ganzkörperuntersuchung“ durchgeführt. Außerdem klärt der untersuchende Arzt den Patienten über den Stellenwert von Krebs-Früherkennungsuntersuchungen anderer Organe auf.

Neben der Früherkennung von Hautkrebs ist vor allem auch die Vermeidung dieser Erkrankung von größter Bedeutung. Denn es gibt nur einen Haupt-Risikofaktor für Hautkrebs: die UV-Strahlung – sowohl die natürliche aus der Sonne als auch die künstliche aus Solarien. „Nach vorsichtigen Schätzungen müssen wir in Deutschland von rund vier Millionen regelmäßigen Sonnenstudio-Nutzern sowie von weiteren 12 Millionen gelegentlichen Nutzern ausgehen“, so Breitbart. „Diese Menschen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, im späteren Leben an Hautkrebs zu erkranken.“ Das Risiko steigt insbesondere dann, wenn die Sonnenbanknutzung vor dem 30. Lebensjahr begonnen wurde. Daher warnen Deutsche Krebshilfe und ADP nachdrücklich davor, künstliche UV-Strahlung für kosmetische Zwecke zu nutzen.

„Es gibt kein ’gesundes Sonnen’ im Solarium“, erläuterte Nettekoven. Nicht einmal die Beschränkung der Bestrahlungsstärke in einem Sonnenstudio ist ein ausreichender Schutz: Der Maximalwert von 0,3 W/m3 entspricht der Strahlung der Äquatorsonne um die Mittagszeit.
„Das für 2009 geplante gesetzliche Sonnenstudio-Nutzungsverbot für junge Menschen unter 18 Jahren ist ein wichtiger Schritt für die Prävention“, so Nettekoven.

Die Deutsche Krebshilfe und die ADP werden in ihrer diesjährigen Sommerkampagne insbesondere junge Eltern über die Risiken der UV-Strahlung aufklären, denn diese Generation ist bereits selbst mit dem Sonnenstudio aufgewachsen. UV-Schutz soll für Kinder und Eltern so selbstverständlich werden wie Zähneputzen. Denn wer richtig mit der Sonne umgeht, kann sie genießen ohne Sonnenbrand und spätere Hautschäden.

Zum Thema Hautkrebs-Prävention und -Früherkennung halten die Deutsche Krebshilfe und die ADP umfangreiches kostenloses Informationsmaterial bereit. Ratgeber, Präventionsfaltblätter und Plakate können kostenlos bestellt werden bei:
Deutsche Krebshilfe
Postfach 1467
53004 Bonn
oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e.V.


Krebszeitung

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