Forscher wollen Strahlentherapie effektiver machen

Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
Strahlentherapie – Quelle: Deutsche Krebshilfe

Hamburg (ng) – Lungenkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Eine der wichtigsten Behandlungsmethoden – neben der Operation und Chemotherapie – ist die Bestrahlung. Dabei müssen die hochenergetischen Strahlen exakt auf den Tumor ausgerichtet werden, um die Krebszellen wirksam zu zerstören. Die Lunge und damit auch der Tumor bleiben aufgrund der Atmung jedoch nicht an einer festen Position, so dass leicht auch gesundes Gewebe durch die Strahlen geschädigt wird. Wissenschaftler am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wollen jetzt konkrete Empfehlungen erarbeiten, wie Lungentumoren trotz der Atembewegung optimal bestrahlt werden können. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 117.600 Euro.

Lungenkrebs: Atmung erschwert zielgenaue Bestrahlung

Moderne Bestrahlungstechniken sind heute in der Lage, mit einer sehr hohen Genauigkeit die gewünschte Strahlendosis in den Tumor einzubringen. Hierzu ist aber eine genaue Kenntnis dessen Position notwendig. Diese ist jedoch bei Tumoren im Oberkörper – insbesondere bei Lungenkarzinomen – aufgrund der Atmung nur schwer berechenbar. „Die atmungsbedingte Tumorbewegung ist noch immer ein Problem der Hochpräzisionsbestrahlung“, sagt der Projektleiter Professor Dr. Heinz Handels, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekts untersucht der Wissenschaftler zunächst, welchen Einfluss die Atmung auf die Verteilung der Strahlendosis in Lungenkarzinomen hat und wie stark gesundes Gewebe dabei beeinträchtigt wird. Darauf aufbauend soll unter anderem analysiert werden, wie groß die Sicherheitssäume um den atmungsbewegten Tumor sein müssen, um diesen bei reduzierter Belastung des gesunden Gewebes gleichmäßig bestrahlen zu können. „Außerdem wollen wir untersuchen, inwieweit die Dosisverteilung durch eine atemgetriggerte Bestrahlungstechnik verbessert werden kann. Bei dieser neuen Technik wird der Tumor nur in ausgewählten Atempausen bestrahlt“, erläutert Handels. Grundlage der Untersuchungen bilden sehr komplexe, vierdimensionale Bilddaten, welche die inneren Organe in 14 verschiedenen Atemphasen abbilden und somit die räumliche Bewegung des Tumors und der Lunge erfassbar machen.

„Lungentumoren werden sehr spät erkannt, da es kaum Möglichkeiten zur Früherkennung gibt. Die Heilungschancen sind dementsprechend meist nicht gut“, erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Dieses Forschungsprojekt hat daher eine hohe Relevanz. Es wird dazu beitragen, die Therapie bei dieser Krebserkrankung zu verbessern.“

Infokasten: Lungenkrebs

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich 33.000 Männer und 13.200 Frauen neu an einem Lungenkarzinom. Die Hauptursache ist das Rauchen. Bislang gibt es keinen Nachweis für die Wirksamkeit von Früherkennungsuntersuchungen bei Lungenkrebs. Die Therapie des Tumors hängt von der Art der Krebszellen ab: Schnell wachsende, kleinzellige Formen werden chemo-, fallweise auch strahlentherapeutisch behandelt. Nicht kleinzellige Tumoren werden chirurgisch entfernt, wenn die Krebszellen noch nicht im Körper gestreut haben. In fortgeschrittenen Stadien kommen ebenfalls Chemo- und Strahlentherapie in Frage. Die Deutsche Krebshilfe gibt einen kostenlosen Ratgeber zum Thema Lungenkrebs heraus. Dieser kann kostenlos bestellt werden bei Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn und unter: www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe


Krebszeitung

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  • Krebssymbol - pixabay
    Harnblasenkrebs

    Berlin – Bei der Behandlung von Blasenkrebs im fortgeschrittenen Stadium verbessert die Kombination von Strahlenbehandlung und gleichzeitiger Chemotherapie die Prognose der Patienten deutlich, wie eine aktuelle Studie aus Großbritannien zeigt. „Die Radiochemotherapie bietet für viele Patienten eine schonende Alternative zu einer Radikaloperation, und eine Entfernung der Blase kann dadurch meistens vermieden werden“, betont Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). „Denn gerade für ältere Menschen mit Begleiterkrankungen kann die Operation eine große Belastung darstellen.“

    Radiochemotherapie weit wirksamer als alleinige Bestrahlung

    Jedes Jahr erkranken in Deutschland fast 16 000 Menschen an Blasenkrebs. Die meisten Blasenkrebsarten wachsen nur oberflächlich in der Schleimhaut und sind relativ harmlos; diese Krebse können meistens bei einer Blasenspiegelung durch die Harnröhre entfernt werden. Die Blase wird dabei erhalten. Doch in jedem fünften Fall hat das Karzinom schon auf die Blasenmuskulatur übergegriffen. Dann versuchen Ärzte gewöhnlich, die gesamte Harnblase zu entfernen, oft samt umliegender Organe wie etwa Prostata oder Gebärmutter. Privatdozent Dr. Christian Weiss, leitender Oberarzt an der Klinik für Strahlentherapie der Universität Frankfurt am Main, erläutert, dass dieses Vorgehen nicht für alle Patienten optimal ist: „Diese sogenannte Zystektomie belastet gerade ältere Menschen, die an weiteren Begleiterkrankungen leiden, schwer.“

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  • Hochleistungs-Trapezlaser auf Wärmesenke - Foto: FBH/schurian.com
    Medizin

    Hochleistungs-Trapezlaser auf Wärmesenke  - Foto: FBH/schurian.comPET-Scan, CT und MRT sind in der Diagnostik fast schon Standard. Hochentwickelt und sehr aufwändig. Obwohl leistungsfähig und kostengünstig, sind laseroptische Diagnosemethoden bislang weit weniger verbreitet. Das will FAMOS ändern.

    Es gibt Erkrankungen, wie etwa Krebs, zu deren präziser Diagnose und Therapiekontrolle aufwändige bildgebende Methoden und sogar Probenentnahmen notwendig sind. Geht es jedoch um die Untersuchungen von oberflächlichen Geweben, wie der Haut, der Netzhaut oder Darmgewebe, könnten optische Methoden künftig die gewünschte Klarheit bringen. Kostengünstiger, nicht invasiv, ohne ionisierende Strahlung, ohne Kontrastmittel – nur mit energiereichem Laserlicht.

    Um das Functional Anatomical Molecular Optical Screening voranzubringen haben sich 17 Partner zum EU-Projekt FAMOS zusammengefunden. Darunter Hersteller von Lasern und Medizintechnik, Forscher der Universitäten Wien, St. Andrews (Schottland), des Londoner University Colleges, des Weizmann- Institutes (Israel), der TU Dänemark und des Ferdinand-Braun-Instituts, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) in Berlin-Adlershof. Eine Schlüsseltechnologie gibt es bereits: OCT, die Optische Kohärenz¬tomographie.

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