Forschungsprojekt am HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Verteilung der Kindertumoren - Quelle: Deutsches Kinderkrebsregister Mainz

Berlin-Buch, 17.03.2005. Die Wilhelm-Sander-Stiftung unterstützt ein zweijähriges Forschungsprojekt zur Identifizierung und Charakterisierung von resistenten Restzellen bei Kindern mit lymphatischen Leukämien mit 165.000 Euro. Ziel ist die rechtzeitige Umstellung auf eine intensivierte Therapie zur Bekämpfung dieser Restzellen und einer vollständigen Heilung. Das Projekt wird am HELIOS Klinikum Berlin-Buch – Robert-Rössle-Klinik, Charité Campus Buch durchgeführt.

Identifizierung und Charakterisierung von resistenten Restzellen bei Kindern

Bei der Behandlung akuter lymphatischer Leukämien ist die rasche und vollständige Eliminierung des leukämischen Zellklons eine wichtige Voraussetzung für die Heilung der Patienten und deshalb von großer prognostischer Bedeutung. Unter Therapie können resistente leukämische Zellen im Knochenmark persistieren (= minimale Resterkrankung, MRD) und selbst in sehr geringer Anzahl zu einem Rückfall der Erkrankung führen. Bei frühzeitiger Erkennung persistierender Leukämiezellen kann heute die zytostatische Therapie rechtzeitig umgestellt und intensiviert werden mit dem Ziel, trotzdem noch eine Heilung für den Patienten zu erreichen.

Für die Beurteilung des Behandlungserfolges bei akuten Leukämien wird traditionell die mikroskopische Begutachtung des Knochenmarkes herangezogen. Allerdings mit dem Nachteil der geringen Nachweisempfindlichkeit von nur einer Leukämiezelle in 100 normalen Zellen (10-2). Moderne durchflusszytometrische und molekularbiologische Methoden zeigen hier eine wesentlich höhere Empfindlichkeit und Genauigkeit für den Nachweis von MRD. Diese Methoden haben sich deshalb zum MRD- Nachweis bei der Behandlung der ALL bei Kindern und Erwachsenen als ein entscheidender prognostischer Parameter etabliert. Die sog. multiparametrische Durchflusszytometrie, die neben den Streulichteigenschaften der Zelle (Größe und Granularität) noch vier durch Antikörper markierte Antigene der Zelle darstellen kann, ist im Vergleich zu den molekularbiologischen Methoden schneller, billiger, und bietet die Möglichkeit der exakten MRD-Quantifizierung.

Die ersten Ergebnisse haben gezeigt, dass die im HELIOS Klinikum Berlin-Buch – Robert-Rössle-Klinik von Dr. Richard Ratei und Dr. Leonid Karawajew (Forschungsgruppe Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig) etablierte Nachweismethode von MRD mittels multiparametrische Durchflußzytometrie mit einer Sensitivität von 10-3 – 10-4 bei mehr als 90% der Patienten durchführbar ist.

Im Rahmen eines von der Wilhelm-Sander-Stiftung für zwei Jahre mit 165.000 EUR geförderten Projektes soll jetzt der prospektive, durchflußzytometrische Nachweis von MRD bei Kindern mit ALL, die im Rahmen einer europäischen multizentrischen Therapiestudie einheitlich behandelt werden (ALL-BFM 2000 Protokoll), durchgeführt und hinsichtlich seiner prognostischen Relevanz evaluiert werden. Weiterhin werden in diesem Projekt residuale Leukämiezellen mittels Zellsortierung und Genexpressionsanalysen umfassend molekularbiologisch analysiert, um somit neue diagnostische Marker und für die Entwicklung innovativer Therapiestrategien spezifische Kandidatengene zu identifizieren.

Thema des Forschungsprojektes:
Nachweis und Charakterisierung von minimaler Resterkrankung (MRD) bei Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) mittels Durchflusszytometrie und Genexpressionsanalyse.

Klinikkontakt:
Dr. Richard Ratei,
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Robert-Rössle-Klinik, Charité Campus Buch
Lindenberger Weg 80
13125 Berlin
Telefon: +49 30 94 17 – 12 21
E-Mail: rratei@berlin.helios-kliniken.de

Pressemitteilung, Helios Research Center GmbH, Torsten Böhmer


Krebszeitung

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