Fortschritte beim Nationalen Krebsplan in Sicht

Funkturm in Berlin unter dem der DKK2012 stattfindet
Funkturm in Berlin unter dem der DKK2012 stattfindet

Berlin, 21.02.2012. „Der Startschuss zur Umsetzung des Nationalen Krebsplans ist gefallen! Die Schwerpunkte liegen dabei zunächst unter anderem auf der organisatorisch-inhaltlichen Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und dem flächendeckenden Ausbau klinischer Krebsregister.“ Das erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit Annette Widmann-Mauz, MdB, auf der Auftakt-Pressekonferenz zum Deutschen Krebskongress (DKK) 2012. Der Kongress, der in der Zeit vom 22. bis zum 25. Februar stattfindet, befasst sich unter anderem mit den wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Aspekten der verschiedenen Handlungsfelder des Nationalen Krebsplans.

Klinische Krebsregister sind eine wesentliche Voraussetzung für die Qualitätssicherung in der Betreuung Krebskranker. Zu diesem Schluss kamen die Expertinnen und Experten, die seit Mitte 2008 gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium am Nationalen Krebsplan arbeiten. Deutschland beschreitet seit etwa 2003 den Weg der Zentrenbildung in der onkologischen Versorgung. An Organkrebszentren oder Onkologischen Zentren erfahren Krebskranke eine umfassende Behandlung, die sich an so genannten Leitlinien, also an den besten derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Evidenzen orientiert. „Mit unserer gegenwärtigen Qualitätssicherung können wir zwar beurteilen, wie gut diese Leitlinien umgesetzt werden. Aber nur klinische Krebsregister machen erkennbar, wie sich diese Behandlung auf das Gesamtüberleben und die Lebensqualität unserer Patienten auswirkt“, betonte Professor Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. Bislang scheiterte die flächendeckende Vernetzung dieser Register vor allem am Fehlen gesetzlicher Vorgaben. Jetzt bereitet das Bundesministerium für Gesundheit eine entsprechende gesetzliche Regelung vor.

Auch im Bereich der Krebsfrüherkennung soll es vorangehen. Denn früh entdeckt, können Krebserkrankungen erfolgreicher und schonender behandelt werden als im fortgeschrittenen Stadium. Gesetzlich verankerte Früherkennungsuntersuchungen gibt es in Deutschland mittlerweile für Gebärmutterhals-, Darm-, Brust-, Prostata- und Hautkrebs. Vor allem die Früherkennung von Gebärmutterhals- und Darmkrebs soll nun unter anderem durch organisierte Einladungsprogramme vorangetrieben werden. „Wir brauchen außerdem eine konsequente Nutzenbewertung von Früherkennungsverfahren“, sagte Professor Peter Albers, der Präsident des Deutschen Krebskongresses 2012. Er verwies dabei auf das Prostatakarzinom, das oft erst im höheren Lebensalter auftritt und bisweilen so langsam wächst, dass eine Behandlung gar nicht unbedingt erforderlich ist. Hier sind risikoadaptierte Programme gefragt, um Menschen mit einem höheren Krebsrisiko aufzuspüren und sie gezielt zu überwachen.

Zu den Handlungsfeldern des Nationalen Krebsplans gehören außerdem die Weiterentwicklung innovativer Arzneimitteltherapien und eine stärkere Patientenorientierung in der Krebsversorgung. So forderte Professor Wolf- Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, zusätzliche Studien zur besseren Bewertung des Arzneimittelnutzens nach erfolgter Zulassung. Denn im Rahmen der gesetzlich geregelten frühen Nutzenbewertung bleibt laut Ludwig der Zusatznutzen neuer Medikamente im Vergleich zu bereits etablierten Therapien weiterhin unklar.

Beim Thema ‚Patientenorientierung’ hat derzeit die Stärkung psychosozialer Betreuungsangebote Vorrang – immerhin leiden 25 bis 30 Prozent der Krebskranken an behandlungsbedürftigen psychischen Störungen oder psychosozialen Beeinträchtigungen. Anders als früher wollen Patienten heute ihre Erkrankung verstehen und in Entscheidungen über ihre Behandlung einbezogen werden. „Die Kompetenz dafür ist nicht automatisch zu Beginn der Erkrankung vorhanden, lässt sich aber erlernen“, sagte Hilde Schulte, Ehrenvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs. Sie plädiert für ein wissenschaftlich fundiertes Konzept, das die Informations- und Beteiligungswünsche der Patienten in den verschiedenen Krankheitsphasen erfasst.

Krebserkrankungen in Deutschland

Krebsepidemiologische Daten werden in Deutschland seit 2009 in Deutschland flächendeckend in allen Bundesländern erfasst. „Mit der Gründung des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut wurde die Rolle einer zentralen Stelle für bundesweite Auswertungen gestärkt“, erklärte Dr. Klaus Kraywinkel vom RKI in Berlin. Nach den Berechnungen dieses Zentrums sind im Jahr 2008 in Deutschland rund 470.000 Menschen neu an Krebs erkrankt, das sind rund 70.000 bis 80.000 Menschen mehr als noch zehn Jahre zuvor. Für das Jahr 2012 rechnet das RKI mit knapp 490.000 Erkrankungen. www.krebsdaten.rki.de)

Der Nationale Krebsplan

Der Nationale Krebsplan ist ein im Juni 2008 initiiertes Kooperationsprogramm zur Krebsbekämpfung, an dem sich über 20 Organisationen und weit über 100 Fachexperten/innen im Gesundheitswesen beteiligen. In der ersten Phase geht es vor allem um vier Handlungsfelder: Krebsfrüherkennung, Versorgungsstrukturen und Qualitätssicherung, effiziente onkologische Arzneimittel- Therapien und Patientenorientierung. Für die Weiterentwicklung dieser Handlungsfelder liegen mittlerweile insgesamt mehr als 100 Expertenempfehlungen vor.

Am gesundheitspolitischen Umsetzungsprozess beteiligt sind die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebshilfe, die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren, die Gesundheitsministerkonferenz der Länder, der Gemeinsame Bundesausschuss, der GKV-Spitzenverband, der Verband der privaten Krankenversicherung, die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Deutschen Krankenhausgesellschaft und die Vertretung der Patientenorganisationen auf Bundesebene.

In einer Gemeinsamen Erklärung haben sich die Beteiligten kürzlich darauf verständigt, die in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich fallenden gesundheitspolitischen Empfehlungen eigenverantwortlich umzusetzen. www.bmg.bund.de/ministerium/presse/pressemitteilungen/2012-01/krebsbekaempfung-im-fokus.html

Der DKK 2012

Unter dem Motto „Qualität sichern – Forschung fo(e)rdern“ findet der Deutsche Krebskongress vom 22. bis zum 25. Februar 2012 im Berliner ICC statt; er ist der größte und älteste onkologische Fachkongress im deutschsprachigen Raum. Zugang zum DKK-Hauptprogramm erhalten Sie unter www.krebsgesellschaft.de/hauptprogramm.

Berlin, 21. Februar 2012 ? Nach den Berechnungen des Zentrums für Krebsregisterdaten sind im Jahr 2008 in Deutschland rund 470.000 Menschen neu an Krebs erkrankt, das sind rund 70.000 bis 80.000 Menschen mehr als noch 10 Jahre zuvor. Für das Jahr 2012 rechnet das RKI mit knapp 490.000 Erkrankungen. Auch der Anteil der Menschen in Deutschland, die an einer Krebserkrankung sterben, steigt langsam, aber kontinuierlich an: 1980 war es jeder fünfte, heute ist es etwa jeder vierte.

Mit einem etwas anderen Blick auf diese Daten lassen sich jedoch auch die Erfolge in der Krebsbekämpfung, vor allem im Bereich der Therapie, demonstrieren: Starben vor 1980 noch mehr als zwei Drittel der Krebspatientinnen und -patienten an ihrer Krebserkrankung, sind es heute weniger als die Hälfte. Noch stärker als die reinen Neuerkrankungszahlen steigt damit aber auch die Zahl der Menschen, die mit einer Krebserkrankung leben, derzeit sind es etwa 1,4 Millionen Menschen, bei denen die Diagnose Krebs innerhalb der letzten 5 Jahre gestellt wurde.

Auch wenn der wesentliche Grund für die wachsende Bedeutung von Krebserkrankungen in den demografischen Veränderungen unserer Gesellschaft liegt und damit in gewissem Sinne „berechenbar“ ist, sind diese Zahlen als Planungsgrundlage für die künftige onkologische Versorgung wichtig.

Die Daten der epidemiologischen Krebsregister liefern allerdings deutlich mehr Informationen als sich in diesen wenigen Zahlen verbergen: auch Informationen zu regionalen Unterschieden der Krebshäufigkeit, zur Verteilung der Tumorstadien und den Überlebenschancen für Menschen mit einer Krebserkrankung lassen sich aus ihnen ableiten. Gerade letztere werden später auch wichtige Hinweise dafür liefern, ob der Nationale Krebsplan „wirkt“, d.h. ob und in welchem Maße diese gemeinsamen Anstrengungen aller wichtigen Player im Gesundheitswesen zur Krebsbekämpfung von Erfolg gekrönt sein werden. Ähnliches gilt auch für Maßnahmen der Früherkennung wie das Mammographiescreening und das Hautkrebsscreening, die schon vor dem Nationalen Krebsplan eingeführt bzw. intensiviert wurden, aber auch für vorbeugende Maßnahmen, wie die Impfung von Mädchen gegen HPV-Viren zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs.

So sind erste Effekte von Mammographie- und Hautkrebsscreening bereits erkennbar: die Erkrankungszahlen sind unmittelbar nach Einführung zunächst einmal deutlich angestiegen. Dies deutet zunächst einmal darauf hin, dass Aus diesen Gründen werden krebsepidemiologische Daten seit 2009 in Deutschland flächendeckend in allen Bundesländern erfasst, und mit der Gründung des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut wurde die Rolle einer zentralen Stelle für bundesweite Auswertungen gestärkt.

Eines der wesentlichen Anliegen des Zentrums für Krebsregisterdaten ist es, das Informationsangebot zum epidemiologischen Krebsgeschehen in Deutschland zu erweitern und unterschiedlichen Nutzergruppen zugänglich zu machen. Neben dem aktuell vorliegenden und weiter 2-jährlich erscheinenden Broschüre ‚Krebs in Deutschland’ wird vor allem die Internetpräsenz des Zentrums www.krebsdaten.rki.de dabei eine zunehmende Rolle spielen.

Dr. Klaus Kraywinkel
Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Berlin

Berlin, 21. Februar 2012 ? Als wir über das Motto dieses Kongresses nachdachten, hatten wir zahlreiche Diskussionen der letzten Jahre vor Augen, die sich im Ansatz alle um die eine Frage drehten: Wie schaffen und erhalten wir eine qualitativ hochwertige Versorgung Krebskranker trotz steigender Krebsneuerkrankungen und einem zunehmenden Kostendruck?

Wir sind wissenschaftlich tätige Ärzte und so verwundert es nicht, dass unsere Antwort auf diese Frage etwas mit Forschung zu tun hat. Nur auf der Grundlage valider Forschungsdaten aus Klinik und Praxisalltag gelingt die bestmögliche Versorgung der Patienten, können unnötige Maßnahmen vermieden und knappe Ressourcen gerecht verteilt werden. Forschung vermag die gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Frage, wie viel Krankheit oder Gesundheit wir uns leisten wollen, nicht zu ersetzen. Aber sie kann mit ihren Daten eine Orientierungshilfe geben. Und so erklärt sich das Motto des DKK 2012: Qualität sichern – Forschung fo(e)rdern“.

Viele der eingangs angesprochenen Diskussionen wurden im Rahmen des Nationalen Krebsplans geführt. Er entstand Mitte 2008 als Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren. In der ersten Phase geht es vor allem um vier Handlungsfelder: Krebsfrüherkennung, Versorgungsstrukturen und Qualitätssicherung, effiziente onkologische Arzneimittel-Therapien und Patientenorientierung. Diese Themen ziehen sich auch wie ein roter Faden durch das diesjährige Programm des Deutschen Krebskongresses. Das ist auch der Grund, warum wir den Nationalen Krebsplan als Thema für unsere Auftaktpressekonferenz gewählt haben.

Allem wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritt zum Trotz kann derzeit nur etwa die Hälfte der Krebspatienten langfristig von ihrem Leiden geheilt werden. Die Früherkennung bildet deshalb das Fundament einer zukunftsweisenden Krebsmedizin. Denn Krebserkrankungen in einem Frühstadium können viel erfolgreicher und schonender behandelt werden als im fortgeschrittenen Stadium.

Dabei hat sich einiges getan in den letzten Jahren: Gesetzlich geregelte Früherkennungsprogramme gibt es mittlerweile beim Gebärmutterhalskrebs, beim Darmkrebs, beim Mammakarzinom, beim Prostatakrebs und beim Hautkrebs. Die Teilnahme an diesen Programmen ist freiwillig und hängt von vielen Faktoren ab: vom eigenen Wissen um die Chancen und Risiken der Untersuchung, vom Zugang zu entsprechender Information und Beratung, von der Untersuchung selbst und von emotionalen Faktoren. Um die informierte Inanspruchnahme der bestehenden Angebote zu steigern, braucht es effiziente Einladungsverfahren, geschulte Ärzte, die richtige Kommunikation und eine wissenschaftliche Begleitung dieser Maßnahmen. Das wurde auch in den Umsetzungsempfehlungen zum Ziel 1 des Nationalen Krebsplans so formuliert.

Doch das reicht nicht – wir müssen auch den Nutzen der derzeit angebotenen Früherkennungsverfahren kritisch hinterfragen. Denn was wäre, wenn man durch eine Früherkennungsuntersuchung lediglich die Diagnose vorverlegt, ohne die Heilungschancen zu verbessern? Für den Betroffenen würde dies bedeuten, dass sich sein Kranksein durch die frühe Diagnose und die nachfolgende Therapie verlängert, nicht aber seine Lebenszeit. Dazu kommt: Einige Tumore, wie zum Beispiel das Prostatakarzinom, treten häufig erst in fortgeschrittenem Lebensalter auf und wachsen bisweilen so langsam, dass eine Behandlung gar nicht unbedingt erforderlich ist.

Wie wichtig eine konsequente Nutzenbewertung ist, zeigt sich zum Beispiel in der Diskussion um den PSA-Wert zur Früherkennung beim Prostatakarzinom. Erhöhte PSA-Werte im Blut sind möglicherweise ein Indiz für ein Prostatakarzinom. Der Gedanke an ein PSA-Screening als Früherkennungsmaßnahme liegt also nahe. Aber der Preis ist hoch: Um einen Todesfall an Prostatakrebs zu verhindern, müssten 1410 Männer gescreent und weitere 48 möglicherweise unnötig behandelt werden.

Ein generelles Screening ist demnach nicht zu empfehlen. Jüngst hat die USamerikanische „Preventive Service Task Force“ daher das PSA-Screening als nicht notwendige Maßnahme abgelehnt. Sinnvoll kann jedoch ein risikoadaptiertes PSA-Screening sein, zum Beispiel bei Patienten mit Angehörigen, die an Prostatakrebs erkrankt sind, und bei Gesunden, die bereits im Alter von 40 bis 45 Jahren einen deutlich erhöhten PSA-Wert aufweisen. Liegt der PSA-Wert mit 45 Jahren über 2,0 ng/ml, entwickeln 32 Prozent der Männer ein Prostatakarzinom. Diese Patienten müssen wir herausfiltern und dann engmaschig überwachen. Auch neueste Entwicklungen bedürfen der weiteren Überprüfung: so fand die Arbeitsgruppe um Hans Lilja vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York Hinweise darauf, dass sich mit insgesamt drei PSA-Messungen im Abstand von mehreren Jahren das Prostatakarzinomrisiko exakt bestimmen lässt. Träfe dies zu, könnte vielen Männern frühzeitig die Angst vor der Entwicklung eines Prostatakarzinoms genommen werden.

Prof. Dr. Peter Albers
Präsident des DKK 2012 und Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf

Pressekonferenz DKK2012 in Berlin
Pressekonferenz DKK2012 in Berlin

Berlin, 21. Februar 2012 ? Mitte 2008 initiierte das Bundesgesundheitsministerium gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren den Nationalen Krebsplan. Seitdem verfolgt die Onkologie in Deutschland den Weg zu einer umfassenden flächendeckenden Qualitätssicherung in Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen.

Damit dies gelingt, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Für eine möglichst umfassende Betreuung der Patienten müssen verschiedene onkologisch tätige Fachrichtungen interdisziplinär zusammenarbeiten.
  • Wir müssen sicherstellen, dass die Patienten, auf der Grundlage der evidenzbasierten Medizin, also mit den besten derzeit zur Verfügung stehenden Methoden betreut werden.
  • Um überall in Deutschland eine vergleichbare Behandlungsqualität zu schaffen, bedarf es entsprechender Qualitätsvorgaben und einer Qualitätssicherung, die den aktuellen Behandlungsleitlinien folgt.

Um diese Anforderungen zu bewältigen, setzen wir in der Onkologie konsequent auf eine Zentrenbildung. Dabei entstand eine abgestufte Versorgungsstruktur, bestehend aus spezialisierten Organkrebszentren, Onkologischen Zentren zur Behandlung eher seltener Tumorarten und Spitzenzentren mit besonderen Forschungsschwerpunkten.

Für die ersten beiden Versorgungstypen bietet die Deutsche Krebsgesellschaft ein Qualitätssiegel an. Dabei verpflichten sich die Häuser freiwillig zur Teilnahme an Qualitätsaudits. Anhand von Qualitätsindikatoren wird dabei zum Beispiel abgefragt, wie häufig eine Behandlung leitlinientreu und interdisziplinär erfolgte. Am 31. Dezember 2011 waren bundesweit 696 Zentren durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert, 280 Zentren befanden sich in verschiedenen Stadien des Zertifizierungsprozesses. In einigen Fällen liegen mittlerweile die ersten Ergebnisberichte vor. Sie zeigen, dass sich die Leitlinientreue mit der Einführung dieser Qualitätskontrolle tatsächlich verbessert hat.

So weit, so gut: Aber die Zentren werden natürlich nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn wir beweisen können, dass eine leitliniengerechte multidisziplinäre Behandlung tatsächlich zu besseren Behandlungserfolgen, sprich zu einem längeren Überleben oder zu einer besseren Lebensqualität führen. Wir haben Anhaltspunkte dafür, dass das so ist, aber für einen Beweis bedarf es einer Versorgungsforschung, die den Versorgungsalltag in Deutschland wirklich flächendeckend erfasst. Leider fehlt uns dazu noch immer eine grundlegende Voraussetzung flächendeckend vernetzte, klinische Krebsregister. Denn nur so lässt sich der Krankheitsverlauf unserer Patienten auch über Sektorengrenzen hinweg oder nach einem Wohnortwechsel weiterverfolgen.

Deshalb gehört die Vernetzung klinischer Krebsregister zu den zentralen Empfehlungen zur Qualitätssicherung im Nationalen Krebsplan. Damit verbunden ist die Forderung nach einer datensparsamen Tumordokumentation, um zu verhindern, dass zahlreiche, vielfach identische Daten ein und derselben Person nebeneinander und unverknüpft in unterschiedlichen Dokumentationssystemen erhoben werden. Nicht zuletzt brauchen wir auch eine stärkere Zusammenarbeit klinischer und epidemiologischer Krebsregister.

Wo stehen wir mit der Umsetzung dieser Ziele? Es fehlt bislang an gesetzlichen Regelungen für klinische Krebsregister. Ich freue mich sehr, dass sich hier etwas bewegt. Zurzeit finden Vorarbeiten zur Gestaltung einer entsprechenden gesetzlichen Regelung statt hat in enger Abstimmung mit den Beteiligten des Nationalen Krebsplans, dem Bundesgesundheitsministerium dem Gemeinsamen Bundesausschuss, den Spitzenverbänden sowie den Ländern statt. Ich hoffe, dass wir in absehbarer Zeit zu einer Regelung kommen, Denn in den letzten zehn Jahren wurden alle Entwicklungen der Qualitätssicherung eigentlich eher altruistisch betrieben. Die Zentrenbildung wurde von den einzelnen Häusern bezahlt. Aber wenn wir die klinischen Krebsregister nicht langfristig ausbauen, dann werden wir es schwer haben, eine wirkliche Begründung dafür zu finden, warum die angesprochenen Qualitätssicherungsmaßnahmen tatsächlich weiter verfolgt werden sollten.

Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Hohenberger
Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft und Direktor der Chirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Erlangen

Berlin, 21. Februar 2012 ? In Europa erfolgt die Zulassung bzw. Zulassungserweiterung von Krebs-Arzneimitteln grundsätzlich in einem zentralisierten Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) auf der Grundlage der Verordnung 726/2004. Die Bewertung der therapeutischen Wirksamkeit im Verhältnis zum Schaden bezieht sich dabei meistens auf einen einzelnen onkologischen Wirkstoff, der unter den besonderen Bedingungen klinischer Studien vor der Zulassung untersucht wurde. Diese Zulassungsstudien werden ganz überwiegend von pharmazeutischen Unternehmen (pU) durchgeführt. Häufig sind sie nicht geeignet, den Patientennutzen (z. B. Verbesserung der Lebensqualität, Verkürzung der Krankheitsdauer oder Verlängerung der Lebensdauer) endgültig zu bewerten und zwischen positiven und negativen Effekten des Arzneimittels unter Alltagsbedingungen abzuwägen. Ökonomische Aspekte der häufig sehr teuren neuen Krebs-Arzneimittel werden in Zulassungsstudien meist nicht berücksichtigt.

Zahlreiche Untersuchungen haben in den letzten Jahren außerdem auf Defizite der Zulassungsstudien in der Onkologie hingewiesen. Hierzu zählen: das Design der Studien, die gewählten Endpunkte, die Kriterien zur Selektion ein- bzw. ausgeschlossener Patienten, der vorzeitige Abbruch klinischer Studien, die Zeiträume der Nachbeobachtung der Patienten und die verzögerte Publikation der Studienergebnisse. Für einen bedarfsorientierten Einsatz medikamentöser onkologischer Therapien brauchen wir deshalb nach der Zulassung die rasche Durchführung weiterer klinischer Studien unabhängig von ökonomischen Interessen und Marketingstrategien des pU.

Relevante Ziele für die adäquate medikamentöse Versorgung von Tumorpatienten sind dabei besonders:

  • die Generierung wissenschaftlich fundierter Aussagen zur Wirksamkeit neuer Arzneimittel im Vergleich zum medikamentösen Standard im jeweiligen Indikationsgebiet,
  • Angaben zur Dosierung, Sequenz und Dauer der Verabreichung des neuen Wirkstoffs sowie
  • das Erkennen von selten auftretenden, potenziell aber schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen.

Geeignete Biomarker helfen möglicherweise in der Zukunft, diejenigen Patienten für eine Therapie auszuwählen, die davon besonders profitieren werden. Dank neuer Erkenntnisse über genetische Veränderungen in Tumorzellen und detaillierter molekularer (Tumor-) Analysen könnte man künftig histologisch einheitliche Krebserkrankungen in prognostisch und klinisch relevante Untergruppen (Strata) unterteilen; auf diese Weise hofft man die bisher eher enttäuschenden Ergebnisse mit „zielgerichteten“ Therapiestrategien zu verbessern. Daneben sind die Biomarker für den gesamten Prozess der translationalen Forschung von großer Bedeutung sie ermöglichen bereits frühzeitig in der Arzneimittelentwicklung strategische Entscheidungen.

Zu den Anforderungen an die rasche Implementierung stratifizierender medikamentöser Therapiestrategien in die Klinik zählen vor allem:

  • die parallele Entwicklung von „zielgerichteten“ Wirkstoffen und Biomarkern („companion diagnostics“),
  • die prospektive Evaluation von Biomarkern hinsichtlich ihrer analytischen Validität und ihrer Aussagekraft bei der Identifizierung prognostisch bzw. therapeutisch relevanter Untergruppen,
  • ein am vorhandenen Wissen und der konkreten Fragestellung orientiertes Design klinischer Studien,
  • die Etablierung von Biobanken mit Tumorgewebe,
  • entsprechende Register für klinische Studien mit Biomarkern.

Eine ausführliche Darstellung des Status quo und der notwendigen Maßnahmen zur Sicherstellung einer effizienten onkologischen Arzneimittelversorgung finden sich in einem Gutachten zum Handlungsfeld 3 des Nationalen Krebsplans.2 Leider ist mit einer raschen Umsetzung dieser Maßnahmen nicht zu rechnen, da das Bundesministerium für Gesundheit und die zuständigen Spitzenorganisationen zunächst Erfahrungen und Ergebnisse des im Januar 2011 in Kraft getretenen Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) abwarten wollen.3 Dieses vorwiegend auf eine Preisregulierung bei kostenintensiven Spezialpräparaten abzielende Gesetz wird jedoch weder die genannten Defizite klinischer Studien in der Onkologie beseitigen noch die Qualität bzw. Sicherheit der Arzneimitteltherapie bei Tumorpatienten wesentlich verbessern.

Referenzen

  1. Young RC: Cancer Clinical Trial – A Chronic but Curable Crisis: N Engl J Med 2010; 363: 306-309.
  2. www.bmg.bund.de/fileadmin/redaktion/pdf_allgemein/Gutachten_ Sicherstellung_einer_effizienten_Arzneimittelversorgung_in_der_Onkologie.pdf
  3. www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/N/Nationaler_ Krebsplan/Gemeinsame_Erklaerung_Nationaler__Krebsplan_120208.pdf

Prof. Wolf-Dieter Ludwig
Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft; Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Berlin, 21. Februar 2012 ? Sind Patienten heutzutage der Innovationsmotor für eine bessere Versorgung im Bereich der Krebsbehandlung? In den Zeiten des paternalistisches Arzt-Patienten-Modells war dem gewiss nicht so: Der unwissende Patient tat, was der wissende Arzt ihm sagte. Patientenwissen in Selbsthilfeorganisationen und Synergieeffekte großer Netzwerke haben in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, dass sich die Arzt- Patientenbeziehung zu einer partnerschaftlichen hin entwickelt hat.

Dank der Einflussnahme Betroffener hat sich im Bereich der Krebsbehandlung vieles zum Besseren gewandelt. Federführend ist hier der Bereich Brustkrebs: Krebspatienten haben einen nicht unerheblichen Anteil an der Entwicklung von Brustzentren. In das Zertifizierungskonzept sind viele Aspekte eingeflossen, die auf Erfahrungen von Patienten beruhen und auch in der Leitlinienarbeit geben Patienten wichtige Impulse. Gilles Frydman, Gründer der größten amerikanischen Organisation für Krebspatienten ACOR, ist sogar überzeugt: „Der Patient ist die größte, bislang vernachlässigte Wissensquelle im Gesundheitssystem.“ Als Beispiel führt er Patientengruppen an, die ihre Krankheitsdaten gezielt bereitstellen, damit die Nebenwirkungen bestimmter Krebsmedikamente im Versorgungsalltag schneller erkannt und besser erforscht werden.

Der Nationale Krebsplan greift diese Erkenntnis auf, indem er mit dem Handlungsfeld 4 einen besonderen Schwerpunkt auf die Patientenorientierung setzt. Die verschiedenen Aspekte dieses Handlungsfeldes sollen langfristig die Rolle des Patienten und seine Kompetenz stärken und dazu beitragen, dass der Innovationsmotor Patient – um im Bild zu bleiben – genug Sprit zum Weiterlaufen hat.

Die meisten Krebspatienten sind keineswegs kompetent, wenn sie von ihrer Erkrankung erfahren. Anders als früher wollen sie aber heute ihre Erkrankung und die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Schritte verstehen und in Entscheidungen über ihre Behandlung einbezogen werden. Dazu kommt, dass 30 Prozent aller Krebskranken im Laufe ihrer Erkrankung behandlungsbedürftige psychische Störungen entwickeln; mit der richtigen psycho-onkologischen Unterstützung besteht die Chance auf eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität. Doch wo finden Patienten seriöse Informationen und die entsprechende Unterstützung?

Trotzdem bleibt der Arzt nach wie vor der wichtigste Ansprechpartner für die krankheitsbezogenen Fragen des Patienten. Mehr denn je sind deshalb seine kommunikativen Fähigkeiten gefragt. Er muss dem Patienten die Bedeutung seiner Erkrankung und die Folgen seiner Behandlung samt Chancen und Risiken verständlich erklären können. Der Nationale Krebsplan sieht entsprechende Module zur Verbesserung der Gesprächskompetenzen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung aller an der onkologischen Versorgung Beteiligten vor.

Auch wenn 80 Prozent aller Patienten mitentscheiden wolle Patientenkompetenz ist je nach Persönlichkeit und Krankheitsstadium unterschiedlich ausgeprägt und ändert sich im Behandlungsverlauf. Patienten dürfen nicht überfordert werden. Vielmehr müssen sie die Chance haben, sich entsprechend ihrer Möglichkeiten und Wünsche mit ihrer Krankheit auseinander zu setzen und sich an Entscheidungen zu beteiligen. Diese partizipative Entscheidungsfindung ist ein erklärtes Ziel des Nationalen Krebsplanes. Sie fußt auf qualitätsgesicherten Informationen, die sowohl vom Arzt als auch vom Patienten genutzt werden, und auf beidseitigen kommunikativen Fähigkeiten.

Der Nationale Krebsplan fordert daher ein wissenschaftlich fundiertes Konzept, bei dem die Informations- und Beteiligungswünsche der Patienten in den verschiedenen Krankheitsphasen erfasst werden. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse sollen evidenzbasierte Angebote zur Information, Beratung und Schulung von Patienten entwickelt werden – unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Kultur der Betroffenen.

Der Weg der Patientenorientierung ist eingeschlagen. Beim Thema Patientenkompetenz befinden wir uns aber noch am Anfang. Von drei Dingen bin ich überzeugt:

  • Kompetenz ist erlernbar.
  • Dieser Lernprozess lohnt sich.
  • Patientenorientierung ist ein Weg in die Zukunft der onkologischen Versorgung!

Hilde Schulte
Ehrenvorsitzende Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V.

Berlin, 21. Februar 2012 ̶ Die Krebsbekämpfung ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. In den letzten Jahrzehnten wurden grundlegende Verbesserungen und Fortschritte für die Bevölkerung und die Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland erreicht. Dazu haben zahlreiche Maßnahmen aus unterschiedlichen Politikbereichen beigetragen. Hierzu zählen nicht nur der Bereich der Krankenbehandlung sowie der gesundheitsbezogenen Prävention und Forschung, sondern z. B. auch Maßnahmen des umwelt- und arbeitsplatzbezogenen Krebsschutzes.

Deutschland verfügt – auch im internationalen Vergleich – über ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem, das allen Bürgerinnen und Bürgern umfassende Maßnahmen der Früherkennung, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen anbietet. Doch trotz erheblicher Fortschritte in der Krebsbehandlung steht Deutschland wie andere vergleichbare Industrienationen vor wachsenden Herausforderungen in der Krebsbekämpfung. An erster Stelle steht die demographisch bedingte Zunahme der Krebsneuerkrankungen. Denn das Risiko, an Krebs zu erkranken, nimmt mit höherem Lebensalter zu. Nach den neuesten Zahlen aus dem Robert Koch- Institut erkrankten im Jahr 2008 rund 470.000 Menschen an Krebs, das sind 43.000 mehr als zwei Jahre zuvor.

Auch wenn Krebs inzwischen in vielen Fällen eine beherrschbare chronische Erkrankung ist, so sterben jedes Jahr etwa 215.000 Menschen an den Folgen ihrer Krebserkrankung, also etwa jeder vierte Todesfall. Der Nationale Krebsplan stellt eine wichtige Initiative dar, die sich derzeit schwerpunktmäßig mit der Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung, der Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und Qualitätssicherung sowie mit der Stärkung der Patientenorientierung in der Onkologie befasst. Gerade in diesen Bereichen sehen alle beteiligten Akteure einen echten Mehrwert für die Krebsbekämpfung in Deutschland.

Im Nationalen Krebsplan haben zahlreiche Expertinnen und Experten lösungsorientierte Maßnahmen identifiziert und über 100 Empfehlungen zur Verbesserung der onkologischen Versorgung erarbeitet. Diese Umsetzungsempfehlungen richten sich an ganz unterschiedliche Akteure. Ein Teil der Empfehlungen beinhaltet die Durchführung von versorgungsnahen Forschungsvorhaben, deren Ergebnisse als Erkenntnisgrundlage für die weitere Umsetzung bzw. Erreichung der Ziele des Nationalen Krebsplans dienen.

Solche forschungsbezogenen Empfehlungen betreffen insbesondere Themen der Psychoonkologie und Patientenorientierung. Mit der Einrichtung eines eigenen Förderschwerpunktes des Bundesministeriums für Gesundheit zum Nationalen Krebsplan werden wir in den nächsten drei Jahren zahlreiche Vorhaben auf den Weg bringen können.

Die gesundheitspolitischen Empfehlungen des Nationalen Krebsplans richten sich in erster Linie an die Normgeber des Bundes, der Länder und der Selbstverwaltung. Um die Umsetzung dieser gesundheitspolitischen Empfehlungen einzuleiten, hat sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr am 8. Februar 2012 auf Spitzenebene mit den Repräsentanten der maßgeblichen Institutionen getroffen. In einer Gemeinsamen Erklärung haben sich die Gesprächsteilnehmer darauf verständigt, die in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich fallenden Empfehlungen eigenverantwortlich umzusetzen.

Im Bereich der Früherkennung wird die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, insbesondere der Gemeinsame Bundesausschuss, mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit und der Länder die bestehenden gesetzlichen Leistungsangebote für Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung (Zervixkarzinom-Screening) und Darmkrebsfrüherkennung anhand der Qualitätsvorgaben der europäischen Leitlinien organisatorisch und inhaltlich weiter entwickeln. Durch Verbesserung der Information der anspruchsberechtigten Versicherten, die Einführung eines persönlichen Einladungswesens, den Ausbau der Qualitätssicherung und eine stringente Erfolgskontrolle soll die Früherkennung noch effektiver ausgestaltet werden. Für die Erfolgskontrolle der Krebsfrüherkennung wollen die Länder eine flächendeckende und vollzählige epidemiologische Krebsregistrierung sowie die Mitwirkung der Krebsregister sicherstellen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und deren Qualität. Priorität bei den beschlossenen Maßnahmen hat der flächendeckende Ausbau von klinischen Krebsregistern unter einheitlichen Rahmenbedingungen. Dieser soll künftig eine vollständige und sektorenübergreifende Qualitätsberichterstattung in der onkologischen Versorgung ermöglichen. Das Bundesministerium für Gesundheit bereitet derzeit eine gesetzliche Regelung für eine flächendeckende Einführung klinischer Krebsregister vor. Um zudem die in der Krebsversorgung tätigen Leistungserbringer, vor allem Ärztinnen und Ärzte, stärker von bürokratischen Pflichten zu entlasten, soll der Dokumentationsaufwand reduziert und die Anforderungen soweit wie möglich vereinheitlicht werden. An der Entwicklung einer datensparsamen Tumordokumentation sollen alle im Gesundheitswesen beteiligten Normgeber mitwirken; dazu soll auch eine gemeinsame Plattform eingerichtet werden.

Darüber hinaus sind Maßnahmen geplant, um krebskranken Menschen und ihren Angehörigen, die eine psychosoziale Unterstützung und psychoonkologische Behandlung benötigen, die jeweils notwendigen Leistungen auch zukommen lassen.


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