Frauen in der Frauenheilkunde

Verleihung der Zertifizierungsurkunden an die ersten 10 Gynäkologischen Krebszentren
Verleihung der Zertifizierungsurkunden an die ersten 10 Gynäkologischen Krebszentren

Der Anteil von Frauen in der Medizin insgesamt und ganz besonders in der Gynäkologie und Geburtshilfe nimmt zu. Allerdings betrifft dies noch nicht Führungspositionen. Insgesamt ist die Entwicklung erfreulich, jedoch gibt es für Ärztinnen immer noch erhebliche Probleme, Beruf und Familie zu vereinbaren. Dies zu verbessern muss gerade die Frauenheilkunde als wichtige Aufgabe ansehen.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

880 legte Hope Bridges Adams-Lehmann in Leipzig als erste Frau das medizinische Staatsexamen ab und praktizierte fortan als „weiblicher Arzt“ – und zwar als Gynäkologin. Offiziell zugelassen wurde das Staatsexamen für Frauen in Deutschland erst 1904. Heute sind gut 40 Prozent der praktizierenden Ärzte weiblich. In der Frauenheilkunde sind es über 53 Prozent (siehe Anlage). Der größte Teil der jüngeren Ärztinnen ist auch Mitglied in der wissenschaftlichen Fachgesellschaft DGGG und/oder im Berufsverband BVF. Allerdings hat bisher lediglich die DGGG ein weibliches Führungsmitglied in ihren Reihen. Und auch die Ordinarien und Chefarztpositionen sind männlich dominiert. Andererseits sind fast 80 Prozent der gynäkologischen Assistenten und 44 Prozent der Oberärzte in Krankenhäusern weiblich. Die Hälfte der Beiträge (Erstautorenschaft) für den diesjährigen DGGG-Kongress wurde von Frauen eingereicht. Jedoch bestehen immer noch erhebliche Probleme für Frauen, ihren Beruf ausüben zu können – und dies in Zeiten, da Kliniken um ihren medizinischen und wissenschaftlichen Nachwuchs bangen.

Nach wie vor sind Kinderbetreuung und Zeitmanagement für berufstätige Frauen und Paare die größten Herausforderungen bei dem Wunsch, Beruf und Familie zu vereinbaren. Das gelingt in einer ärztlichen Praxis leichter als in den Kliniken. Die Strukturen der Krankenhäuser entsprechen in den seltensten Fällen dem familiären Alltag. Bei einer insgesamt gleichbleibenden Zahl von Medizinstudenten ist zu befürchten, dass Ärztinnen in den niedergelassenen Bereich ausweichen oder ganz das Berufsfeld wechseln. Nur 14 Prozent der Medizinstudierenden können sich laut einer Umfrage des Deutschen Ärzteblattes unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf das Krankenhaus als Wirkungsstätte vorstellen. Viele erwägen, im europäischen Ausland zu arbeiten.

Nicht nur in Anbetracht des hohen Anteils des weiblichen ärztlichen Nachwuchses in der Frauenheilkunde müssen die Kliniken sich Lösungen überlegen, wie sie Ärztinnen in der klinischen Praxis und in der Forschung halten können, um eine hohe Qualität in der ärztlichen Behandlung zu gewährleisten und den Anschluss an die internationale Forschung zu behalten.

Dazu gehört:

  • Flexible Arbeitsbedingungen einschließlich ausreichende Teilzeitstellen
  • Kinderbetreuung am oder in der Nähe des Arbeitsplatzes – derzeit bieten nur etwa 14 Prozent der Krankenhäuser Kinderbetreuung an.
  • Männer unterstützen die Berufstätigkeit ihrer Frauen und sehen die Familie auch als ihre Wirkungsstätte. Kliniken unterstützen diese Männer.
  • Gutes, kooperatives Arbeitsklima
  • Gut strukturierte Aus- und Weiterbildung
  • Karrieremuster und hierarchische Strukturen müssen darauf ausgerichtet sein.
  • Unterstützung an dem neuen Arbeitsplatz (zum Beispiel Wohnungssuche, Sprachkurs)
  • Gerechte Bezahlung
  • Gesundheitspolitische Rahmenbedingungen. Hier hat unter anderem die Einführung der Fallpauschalen (DRGs) wesentlich dazu beigetragen, dass zeitliche Spielräume etwa für Weiterbildung und flexible Arbeitszeiten nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen.

Wenn es die Frauenheilkunde nicht als ihre primäre Aufgabe ansieht, Familie und Beruf zu vereinbaren, wer dann? Das ist eine Herausforderung für die Leitung jedes einzelnen Krankenhauses. Auch die DGGG wird sich der Verantwortung stellen und zum Beispiel gemeinsam mit dem Jungen Forum eine Umfrage durchführen.

Ansprechpartner:

Prof. Dr.med. Walter Jonat
Präsident der DGGG
Universitätsklinikum SH,
Campus Kiel Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie
Michaelisstraße 16,
24105 Kiel

Tel.: 0431/597-2041; Fax: -2046

Pressetext von Prof. W. Jonat, Kiel, Präsident der DGGG


Krebszeitung

--Download Frauen in der Frauenheilkunde als PDF-Datei --


  • Krankenkassen - pixabay
    Krankenkassen

    Hohe Beitragsrückerstattung und Beitragssenkungen für 240.000 Kunden

    Wuppertal – Fast 84.000 Personen werden in den nächsten Tagen für ihr kostenbewusstes Verhalten belohnt: Durchschnittlich rund 622 Euro Beitragsrückerstattung werden Mitte Oktober an leistungsfreie Versicherte ausgezahlt. Insgesamt fließen über 52 Millionen Euro an die Kunden zurück.

    Der Krankenversicherer honoriert damit – wie in den Jahren zuvor – das kostenbewusste Verhalten der Versicherten. Bereits im letzten Jahr wurden insgesamt rund 49 Millionen Euro ausgeschüttet. Je nach Anzahl der leistungsfreien Jahre gehen bis zu drei Monatsbeiträge für Kompakt- und bis zu sechs Monatsbeiträge für Einzeltarife an die Kunden. Andreas Eurich, Vorsitzender der Vorstände der Barmenia Versicherungen, kommentiert die positive Entwicklung: „Wir freuen uns, dass sich die Zahl der in 2012 leistungsfrei gebliebenen Kunden noch einmal erhöht hat. Mit ihrem maßvollen Verhalten tragen die Versicherten dazu bei, die Beiträge stabil zu halten. Für zahlreiche Barmenia-Kunden wird es darüber hinaus – und zum zweiten Mal in Folge – auch in 2014 keine Beitragserhöhungen geben. Vielfach sinken die Beiträge sogar, und das kommt insbesondere unseren älteren Versicherten zugute.“

    […mehr lesen]

  • Das Gen MLH1 wird mit Next-Generation Sequencing komplett analysiert. Nicht nur die vertikalen Balken des Gens (Exons), sondern auch die „Leerzeilen“ des Bauplans (Introns und Promotor) gehören dazu.
    Darmkrebs

    Das Gen MLH1 wird mit Next-Generation Sequencing komplett analysiert. Nicht nur die vertikalen Balken des Gens (Exons), sondern auch die „Leerzeilen“ des Bauplans (Introns und Promotor) gehören dazu.Einige Gene für erblichen Darmkrebs sind bekannt, aber nicht bei allen Patienten mit Hinweis auf diese erbliche Belastung kann die Ursache in den Genen gefunden werden. Eine neue Methode der Sequenzierung soll daher an 30 Patienten mit familiär gehäuftem Darmkrebs im Erbgut angewandt werden. Dabei stehen bei Professor Elke Holinski-Feder und Dr. Monika Morak von der LMU nicht nur die bisher als relevant betrachteten drei Prozent des Gens im Fokus, sondern der gesamte Genbereich, um weitere mögliche Fehlerursachen zu finden. Die Information eines erhöhten Risikos hilft Betroffenen und ihren Angehörigen, da sie in diesem Fall geeignete Vorsorgemaßnahmen treffen können.

    Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland und dessen Erforschung daher von großer Relevanz. Von jährlich rund 73.000 Neuerkrankungen an Dickdarmkrebs sind etwa 3 Prozent erblich. Aufgrund veränderter Erbanlagen haben diese Menschen ein erhöhtes Tumorrisiko, auch schon in jüngeren Jahren. Die Ursache für das erhöhte Dickdarmkrebs-Risiko bei erblichem Darmkrebs („Lynch-Syndrom“) liegt in krankheitsverursachenden Veränderungen von Reparatur-Genen (MLH1, MSH2, MSH6 und PMS2). Im Tumorgewebe zeigen sich Hinweise auf diesen Gendefekt auch mit Färbetechniken. Allerdings konnten in 30 Darmkrebs-Patienten mit Verdacht auf Erblichkeit in den bisher untersuchten Regionen der Gene MLH1 bzw. PMS2 noch keine Veränderungen gefunden werden, obwohl die Ergebnisse der Tumoruntersuchungen auf einen Defekt in diesen Genen hinweisen.

    Bei Genanalysen werden allgemein nur die wichtigen, aussagekräftigen Teile mit Inhalt (Exons) analysiert, die etwa nur drei Prozent der Gensequenz ausmachen. Während den „Leerzeilen“ des Bauplans bisher kaum Bedeutung zugemessen wurde, konnte nun gezeigt werden, dass auch dort Veränderungen zu einem Gendefekt führen können: Veränderte Leerzeilen zu Beginn des Bauplans (Promotor) können das Erstellen des Bauplans durch Stilllegung des Gens blockieren (Regulation), während Veränderungen in dazwischenliegenden Leerzeilen des Bauplans (Introns) das Zusammenschneiden des Bauplans stören und beispielsweise zusätzliche Informationen einfügen oder wichtige Bauplanteile überspringen können (Spleißveränderungen). Da diese Leerzeilen einen Anteil von etwa 97 Prozent am Gen haben, bedeutet eine komplette Genanalyse einen arbeitsintensiven und großen finanziellen Aufwand, der jedoch mit einer neuen Methode des Next-Generation Sequencings machbar wird.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit