Frauen sagen ja zum Mammographie-Screening

Plakatmotiv Ich bin dabei - Kooperationsgemeinschaft Mammographie | Urs Kuckertz Photography

Augsburg, 8. Mai. Den meisten Frauen, die an dem 2008 in der Bundesrepublik flächendeckend eingeführten Mammographie-Screening teilnehmen, ist die beschränkte Aussagekraft der Untersuchung nicht klar. Das ergab eine bundesweite Befragung von mamazone e.V., Deutschlands größter Patientinneninitiative im Kampf gegen Brustkrebs, in Zusammenarbeit mit einem Projektteam der Hochschule Augsburg unter Leitung von Professor Gerhard F. Riegl. Zwar würden 86 Prozent der befragten 1200 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren wieder zum Screening gehen, doch mehr als 90 Prozent wussten nicht, dass dabei höchstens 60 bis 70 Prozent der Brusterkrankungen entdeckt werden. „Eine Mammographie ohne Befund bedeutet noch lange nicht brustgesund“, sagt Annette Kruse-Keirath vom mamazone-Vorstand, obwohl die qualitätsgesicherte Röntgenuntersuchung der Brust offiziell immer noch als die sicherste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs dargestellt werde.

Von den bisher drei Millionen Frauen in Deutschland, die ein Einladungsschreiben der  Zentralstelle Kooperationsgemeinschaft Mammographie in Köln erhalten haben, nahmen über eine Million der angeschriebenen Frauen den Termin wahr. Laut Auswertung der mamazone- Studie durch Professor Riegl wurden Informationsunterlagen und Einladungsschreiben zum Screening von den befragten Frauen als sehr gut beurteilt. Ebenfalls positiv bewertet wurde die Einladung durch eine zentrale Stelle, nur zehn Prozent wünschten eine Überweisung durch einen Arzt. Der vorgeschlagene Termin wurde von der Mehrheit der Angeschriebenen akzeptiert. Ausstattung, hygienischer Standard und Service der Screeningeinheiten wurden sogar als sehr gut bezeichnet.

Kritisiert wurde, besonders in ländlichen Gebieten, die große Entfernung der Screeningzentren vom Wohnort der Eingeladenen.

Besonders vermisst wurde die Möglichkeit, den Befund unmittelbar nach der Untersuchung mit einem Arzt besprechen zu können, zumal nur 38 Prozent der Frauen beim Screening mitgeteilt wurde, dass zur Absicherung der Diagnose noch weitere Untersuchungen erforderlich sein könnten.

Das eigentliche Ziel des bundesweiten Screening-Programms, Frauen anzusprechen, die bislang wenig von der Früherkennung hielten, wurde laut mamazone-Studie nicht erreicht. 64 Prozent der Befragten gingen bisher schon zur jährlichen Krebsfrüherkennung, mehr als 14 Prozent suchen ihren Frauenarzt halbjährlich zur Vorsorge auf. Annette Kruse-Keirath: „Mit dem Screening werden bisher weitgehend Frauen erreicht, die ohnehin Früherkennungs-Fans sind“.

Pressemitteilung Hochschule Augsburg – Hochschule für angewandte Wissenschaften – Fachhochschule Augsburg, Tobias Weismantel


Krebszeitung

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    Krebstumoren wurden lange Zeit als eine Masse gleichartiger Zellen angesehen, die sich unkontrolliert vermehren und in der Lage sind, Metastasen auszubilden. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler jedoch erkannt, dass nicht alle Krebszellen gleich sind. Diese Heterogenität der Tumorzellen wird in der Forschung mit zwei unterschiedlichen Modellen zu erklären versucht. Das eine geht davon aus, dass der Tumor biologisch homogen ist und alle Krebszellen die Fähigkeit haben, das Tumorwachstum anzustoßen. Das andere Modell geht von einem grundlegenden Unterschied zwischen den Krebszellen aus. Professor Dr. med. Michael Baumann von der Technischen Universität Dresden und Präsident der DEGRO: „Zum unbegrenzten Wachstum tragen im Wesentlichen nur einige wenige Stammzellen bei.“ Im Tierexperiment könne man sehen, dass die Tiere erkranken, wenn Tumoren mit Stammzellen verpflanzt werden. Ohne Stammzellen im Tumor blieben die Tiere gesund, erläutert der DEGRO-Präsident.

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    Das körpereigene Immunsystem kann eine effektive Waffe gegen Krebs sein. Doch ein Tumor verändert seine Umgebung häufig so, dass die Abwehrzellen ihn von der Blutbahn aus nicht mehr erreichen können. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben nun herausgefunden, dass eine lokale und niedrig dosierte Bestrahlung die Blutgefäße für Abwehrzellen durchlässig machen kann. Die Fachzeitschrift Cancer Cell hat diese Ergebnisse jetzt veröffentlicht.

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