Gemeinsam im Kampf gegen Prostatakrebs

Histologischer Schnitt durch eine Prostata mit normaler Drüsenstruktur (links) und Tumorzellherden (rechts). Farblich unterscheidbar sind Zellkerne (braun), Bindegewebe (blau) und Drüsenlumen (weiße Bereiche). Maßstab/ Vergrößerung: 200-fach Quelle: NGFN

Rund 30.000 Männer in Deutschland erkranken jährlich an Prostatakarzinom. Damit ist diese Krebsart mit Abstand die häufigste bei Männern. Die Heilungschancen sind zwar überwiegend gut, aber das variiert je nach der Art des Karzinoms. Wie es zu dazu kommt, dass bei einem Mann das Karzinom sich nur langsam ausbreitet und kaum Beschwerden verursacht, während andere Patienten mit Karzinomen in der Vorsteherdrüse rasch aggressive Metastasen entwickeln, ist noch ungeklärt.

Konferenz des Deutschen Prostatakarzinom-Konsortiums auf dem Petersberg

Und auch die Ursachenforschung wirft noch Fragen über Fragen auf. Möglicherweise spielt eine genetische Veranlagung eine Rolle bei der Entstehung des Prostatakarzinoms. Kleine Strukturabweichungen in Genen, die für den Hormonstoffwechsel sowie die Reparatur der körpereigenen DNS verantwortlich sind, erhöhen nach derzeitigem Wissensstand das Krebsrisiko

Doch das allein sind nur Teilantworten im Rätsel um das Prostatakarzinom.

Um Antworten auf all die noch offenen Fragen gemeinsam näher zu kommen und so Therapie und Heilungschancen für die Patienten zu verbessern, haben sich eine Reihe von Wissenschaftlern aus Universitätskliniken und Instituten, die im Bereich der Urologie, Pathologie, klinischen Chemie und Genetik arbeiten sowie aus Grundlagenforschungseinrichtungen (Deutsches Krebsforschungszentrum, Max-Planck-Institut) zum Deutschen Prostatakarzinom-Konsortium (DPKK) zusammengeschlossen (Internetseite: www.dpkk.de).

Nur von einem Verbund mit vielen Experten, so die Überzeugung der auf 13 Standorte verteilten Wissenschaftler, können heute wesentliche Fortschritte in der Prostatakrebsforschung erwartet werden. „Durch eine stringente Standardisierungs-Strategie und die Bündelung der Forschungsaktivitäten mehrerer Standorte sowohl klinischer wie grundlagenwissenschaftlicher Arbeitsgruppen stellt unser Verbund eine große Chance in der Prostatakarzinomforschung in Deutschland dar, in der ein Gesamtkonzept weit mehr darstellen kann als die Summe der Einzelprojekte“, sagt Professor Dr. Nicolas Wernert, Pathologe von der Universität Bonn.

Das DPKK möchte in Deutschland eine derartige inhaltlich konzertierte und methodisch standardisierte Forschung erreichen. Dazu gehören kontrollierte Standards sowie mit Einwilligung der Patienten eine gemeinsame Gewebe- und Datenbank, gemeinsame methodische Plattformen und eine zentral gestützte bioinformatische Auswertung der Resultate. Am 8. und 9. Oktober 2004 werden auf dem Bonner Petersberg bei einer Konferenz und dem zweiten Workshop des DPKK neue Forschungsergebnisse und Vorhaben vorgestellt, die den Weg für eine bessere Kommunikation zwischen Grundlagenforschern, Klinikern, jungen und altgedienten Wissenschaftlern sowie Ärzten und Patientenvertretern ebnen soll.

Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft von Professor Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. med. Nicolas Wernert
Tel.: 0228 – 287-5371
nicolas.wernert@ukb.uni-bonn.de

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Urologie


Krebszeitung

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  • S3-Leitlinie Harnblasenkarzinom
    Deutsche Krebshilfe
    Am 30.September 2016 ist die erste S3-Leitlinie für Blasenkarzinom, anlässlich des DGU-Kongress in Leipzig erschienen. Die Leitlinie kann seit diesem Tag in zwei Versionen unter folgende Webseiten heruntergeladen werden:             [...mehr lesen]
  • Schmerz - pixabay
    Medizin

    Nach bestimmten Operationen, etwa am Herzen, bei Brustkrebs, der nicht organerhaltend operiert werden kann, oder Kniegelenk-Ersatz, entwickeln sich bei bis zu zehn Prozent der Patienten chronische Schmerzen. Dr. Reinhard Sittl vom Interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Erlangen, der Träger des Deutschen Schmerzpreises 2013, konnte mit seiner klinischen Forschergruppe Faktoren identifizieren, die das Risiko für postoperative chronische Schmerzen erhöhen und daraus Empfehlungen ableiten, wie diesen Schmerzen vorgebeugt werden kann.

    In Deutschland griffen Chirurgen im Jahr 2011 bei 15 Millionen Operationen zum Skalpell. „Bei vier Prozent der Patienten klingt der Schmerz nach der Operation nicht mehr ab, wenn die Wunde heilt, sondern wird chronisch“, weiß der Erlanger Schmerzforscher Dr. Reinhard Sittl. Wenn es gelänge, die Häufigkeit dieser Schmerzen nur um ein Prozent zu reduzieren, ließe sich nicht nur 150000 Menschen viel Leid ersparen, sondern dem Gesundheitswesen grob geschätzt über 100 Millionen Euro, rechnet Sittl vor.

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