Gezielter Strahlentod für Tumorzellen

Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm

Ulmer Forscher wollen neue Wege finden, bei Krebserkrankungen des Knochenmarks (Multiples Myelom) Tumorzellen durch Bestrahlung gezielt zu vernichten. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. fördert das Forschungsvorhaben von Wissenschaftlern der Kliniken für Nuklearmedizin und für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm über drei Jahre mit insgesamt rund 300.000 Euro. Insgesamt hat die Carreras Leukämie-Stiftung dieses neue Forschungsfeld in Ulm bereits mit über einer Million Euro unterstützt.

Radioaktive Substanzen direkt zu den Tumorzellen bringen

Das Multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, deren Entstehung nur unzureichend bekannt und die bis heute unheilbar ist. Folge der Krankheit sind u.a. die Auflösung der Knochen, eine Einschränkung der Nierenfunktion, eine Störung der Blutbildung und eine Anfälligkeit für Infekte. Das Multiple Myelom macht in Europa rund 10 Prozent aller Blutkrebsfälle aus.

Ziel der Wissenschaftler ist, bestimmte radioaktive Substanzen direkt zu den Tumorzellen zu bringen und diese damit zu zerstören. Die eine Herausforderung ist dabei, die Tumorzellen zwischen gesunden Zellen aufzuspüren. Die andere Herausforderung ist, die radioaktiven Substanzen direkt an die Tumorzelle oder sogar in diese hinein zu bringen. Das Forscherteam hat eine Gruppe von Tumorzellen identifiziert, die an ihrer Oberfläche durch eine bestimmte Struktur, ein sogenanntes Antigen, erkennbar ist. Die radioaktive Substanz wird an einen Transporter (einen Antikörper) „geheftet“, der wie ein „Schlüssel“ in das „Schloss“ des Antigens auf der Tumorzelle passt.

Wenn die Tumorzelle mit Hilfe des Schlüssel-Schloss-Prinzips erkannt ist, zerstört die radioaktive Substanz die Zelle.

Ein anderes System von Transporterstoffen, die sogenannten Nukleoside, bestehen aus den gleichen Bausteinen wie das menschliche Erbgut und ermöglichen dadurch sogar, die radioaktive Substanz direkt in den Kern der Tumorzelle zu bringen und sie dort zu zerstören.

Die Grundlagenforschungen der Ulmer Wissenschaftler eröffnen neue Möglichkeiten, Therapien für die bisher unheilbare Krankheit zu entwickeln. Am Projekt beteiligt sind von der Klinik für Nuklearmedizin Dr. rer. nat. Agnieszka Morgenroth, Dr. rer. nat. Christoph Solbach und Prof. Dr. med. Sven N. Reske und von der Klinik für Innere Medizin Prof. Dr. med. Donald Bunjes und PD Dr. med. Peter Liebisch.

Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung – Bild: UK Ulm

Der spanische Tenor gründete 1995 die Deutsche José Carreras Leukämie- Stiftung e.V. – aus Dankbarkeit dafür, dass er selbst seine Leukämie- Erkrankung nach einer Stammzelltransplantation überwunden hat. Die Stiftung förderte bislang über 600 Projekte. Dazu gehören die Förderung von Wissenschaft und Forschung, die Finanzierung von Strukturmaßnahmen, wie zum Beispiel der Bau von Transplantationseinheiten, Tageskliniken oder Rehabilitationszentren, und die Unterstützung von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen.

Petra Schultze
Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29,
89081 Ulm

Tel: 0731 – 500 43025

Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

www.uniklinik-ulm.de

Anne ReinDeutsche José Carreras Leukämie-Stifung e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Elisabethstraße 23,
80796 München

Tel: 089 – 272 904 40

Mail: presse@carreras-stiftung.de

www.carreras-stiftung.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Ulm, Petra Schultze


Krebszeitung

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