Hart, aber ehrlich: Lebensqualität trotz Prostatakrebs

Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)

Die deutschen Ärzte stehen im Kreuzfeuer der Kritik: Auch die Urologen nehmen Provisionen und Gegenleistungen von Krankenhäusern entgegen und überweisen im Gegenzug ihre Patienten zur weiteren Behandlung in die jeweilige Klinik. „Die derzeitige Praxis hat sowohl auf die Unabhängigkeit ärztlichen Handelns als auch auf das Selbstbestimmungsrecht des Patienten negative Auswirkungen“, urteilt Professor Lothar Weißbach, Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesund-heit. Trägt dieses System also dazu bei, dass heute der größte Teil der Prostatakrebspatienten teuer operiert – und zum Leidweisen der Patienten vielleicht sogar übertherapiert – wird?

Diskussionsrunde auf Urologie-Kongress zur Versorgung und Erforschung des Prostatakarzinoms

Die gemeinnützige und unabhängige Stiftung Männergesundheit greift dieses Thema in einer Podiumsdiskussion auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. in Dresden auf:

    „Hart, aber ehrlich: Prostatakarzinom versorgen, erforschen, profitieren“

    Freitag, 18. September 2009, 13:00-14:30 Uhr

    Messe Dresden, Saal 5, Messering 6, 01067 Dresden

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die urologische HAROW-Studie, die Erforschung des Prostatakarzinoms und die Versorgung von Prostatakrebspatienten. Die anerkannten Experten Nicole Ernstmann, Bertram Häussler, Theodor Klotz, Kurt Miller, Christoph Rüssel und Lothar Weißbach werden die aktuellen Entwicklungen aus Blickwinkeln der Praxis, Klinik, Forschung und Gesundheitsökonomie bewerten. Die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer leitet die spannende Diskussion.

Versorgungsforschung im Sinne der Patienten

Jährlich wird bei 58.000 Männern in Deutschland ein Prostatakarzinom festgestellt. Dieser Tumor ist damit die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung bei Männern. Neben den unmittelbaren Belastungen einer Therapie leiden die Betroffenen nicht selten an bleibenden Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität durch Erektionsstörungen, Blasenschwäche u.a.

Im Vordergrund der HAROW-Studie zur Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms steht daher die Erhaltung der Lebensqualität der Patienten. Hierfür werden bis zu 5.000 Patienten bis ins Jahr 2012 über ihr Krankheitserleben berichten. Zusätzlich werden medizinische Diagnosen ausgewertet, gesundheitsökonomische Daten erhoben und die Beziehung zwischen Arzt und Patient untersucht.

Bereits heute ist die HAROW-Studie mit fast 1.000 Patienten die größte urologische Versorgungsstudie zum Prostatakarzinom im deutschsprachigen Raum. Vor allem die deutschlandweit etwa 320 Studienzentren tragen zum Erfolg der Studie bei.

Die GAZPROM Germania GmbH stellt der Stiftung Männergesundheit für die Studie insgesamt 5 Mio. Euro zur Verfügung. Diese Förderung gewährleistet die vollständige Unabhängigkeit der HAROW-Studie von der pharmazeutischen und medizintechnischen Industrie.

Die Stiftung Männergesundheit

Die gemeinnützige und unabhängige Stiftung Männergesundheit fördert das Gesundheitsbewusstsein bei Männern. Dazu unterstützt und entwickelt sie Vorsorgekampagnen, Früherkennungsprojekte und Forschungen zur Gesundheit des Mannes. Stifter und Kaufmännischer Vorstand ist der Weimarer Unternehmer Olaf Theuerkauf, Wissenschaftlicher Vorstand ist der Fürther Urologe Professor Lothar Weißbach.

Weitere Informationen:

    www.stiftung-maennergesundheit.de
www.harow.de

Für Rückfragen:

Stiftung Männergesundheit
Matthias C. Frölich
Reinhardtstr. 2, 10117 Berlin

Telefon 030 27593859, Telefax 030 27875673
E-Mail matthias.froelich@stiftung-maennergesundheit.de
Internet www.stiftung-maennergesundheit.de


Krebszeitung

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  • Dickdarm Aquarell Quelle: dkfz
    Darmkrebs

    Dickdarm Aquarell  Quelle: dkfzUntersuchungen auf verborgenes Blut im Stuhl geben Hinweise auf Darmkrebs oder auf Vorstufen der Erkrankung. Seit über 40 Jahren wird dazu ein enzymatisches Nachweisverfahren eingesetzt, zwischenzeitlich sind aber auch immunologische Tests auf dem Markt. Epidemiologen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum wiesen nun im direkten Vergleich beider Methoden die Überlegenheit der immunologischen Tests nach: Sie spüren doppelt so viele Krebsfälle und Krebsvorstufen auf und liefern weniger falsch positive Ergebnisse.

    Zur Früherkennung von Darmkrebs haben alle gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland von ihrem 50. Geburtstag an Anspruch auf einen Test auf okkultes Blut im Stuhl. Darüber hinaus wird ihnen vom 55. Geburtstag an eine Darmspiegelung angeboten. Bei dieser Untersuchung entdeckt der Arzt eventuelle Krebsvorstufen mit großer Sicherheit, jedoch nehmen nur rund 20 bis 30 Prozent aller Berechtigten das Angebot auch an. „Daher sind die Tests auf verborgenes Blut wichtig, denn mit ihnen erreichen wir mehr Menschen. Die Bereitschaft, einen einfachen Labortest durchführen zu lassen, ist deutlich höher. Umso wichtiger ist es, dass die Nachweisverfahren auch aussagekräftig sind“, erklärt Professor Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

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  • Modell der Bindung des Hemmstoffes (Ringsystem, blau dargestellt) an den Rezeptor PPARβ/δ. Zentrum für Tumor- und Immunbiologie der Philipps-Universität Marburg
    Forschung

    Lang haben Wissenschaftler geglaubt, dass die körpereigene Abwehr Krebs nur bekämpfen, nicht aber unterstützen würde. Jüngere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass das Immunsystem die Krebsentwicklung sogar vorantreiben kann. Dr. David DeNardo aus der Forschungsgruppe von Prof. Lisa Coussens von der University of California, San Francisco, USA, berichtete auf dem internationalen Kongress „Invasion und Metastasis“ des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch wie Tumore das Immunsystem nutzen, um schneller zu wachsen und sich im Körper zu verbreiten.

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