Hautkrebs-Screening kann Hautkrebssterblichkeit deutlich senken

Hautlupe

Deutsch-amerikanische Studie veröffentlicht: Schleswig-Holstein hat sich vom Bundesland mit der höchsten zu dem mit der niedrigsten Melanom- Sterblichkeit entwickelt Forscher der Universität zu Lübeck und des Dermatologischen Zentrums Buxtehude berichten gemeinsam mit amerikanischen Kollegen in der renommierten internationalen Zeitschrift CANCER über die Entwicklung der Hautkrebssterblichkeit in Schleswig-Holstein.

„Mit der Durchführung des Modellprojekts zum Hautkrebs-Screenings hat sich die Sterblichkeit am Melanom in Schleswig-Holstein halbiert“, erklärt der Epidemiologe Prof. Dr. Alexander Katalinic, Universität zu Lübeck. „Damit hat sich Schleswig-Holstein vom Bundesland mit der höchsten zum Bundesland mit der niedrigsten Hautkrebssterblichkeit entwickelt“.

In ihrer Studie untersuchte die Forschergruppe aus Lübeck, Buxtehude, Boston (USA) und Rhode Island (USA) die zeitliche Entwicklung der Hautkrebssterblichkeit (Melanom / schwarzer Hautkrebs) in Schleswig- Holstein und verglich diese mit den direkt an Schleswig-Holstein angrenzenden Ländern und mit dem übrigen Deutschland. Während in den angrenzenden Regionen und in Deutschland insgesamt nur eine gleichbleibende Tendenz der Melanom-Sterblichkeit festgestellt werden konnte, kam es in Schleswig-Holstein seit Ende 2000 zu einem kontinuierlichen Rückgang.

In einem zweiten Schritt wurden mögliche Gründe für den beobachteten Unterschied zwischen den Regionen untersucht wie zum Beispiel unterschiedliche Behandlungsformen oder Präventionsstrategien. „Einziger Faktor, der Schleswig-Holstein von den angrenzenden Regionen unterschied, war das Hautkrebs-Screening, das wir seit 1998 in Schleswig-Holstein im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen entwickelt haben“, erklärt der Dermatologe Prof. Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologisches Zentrum Buxtehude, „Damit konnte weltweit erstmals gezeigt werden, dass ein Hautkrebs-Screening die Sterblichkeit des malignen Melanoms nachhaltig senken kann.“

Seit 1998 wurde in Schleswig-Holstein das Programm zur Früherkennung von Hautkrebs vorbereitet. In dem einjährigen Modellprojekt 2003/04 nahmen über 360.000 Personen teil. Damit handelt es sich um das weltweit größte Modellprojekt zum Hautkrebs-Screening. Nachdem erste Analysen und Veröffentlichungen bereits gezeigt hatten, dass durch das Hautkrebs- Screening vermehrt Tumoren in einem prognostisch günstigen Stadium gefunden werden, zeigt die jetzige Untersuchung erstmals einen positiven Einfluss auf die Hautkrebssterblichkeit.

Das Hautkrebs-Screening wurde im Jahr 2008 deutschlandweit einführt. „Ab dem 35. Lebensjahr besteht jetzt in ganz Deutschland alle zwei Jahre Anspruch auf eine Ganzkörperuntersuchung bei Allgemeinmedizinern und Dermatologen“, so Prof. Dr. Breitbart. „Wir hoffen, dass bei guter Teilnahme in einigen Jahren die Hautkrebssterblichkeit auch in ganz Deutschland abnimmt“.

Hintergrund

Das Modellprojekt zum Hautkrebs-Screening wurde von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention unter Leitung von Prof. Dr. Breitbart (Buxtehude) entwickelt und in den Jahren 2003/04 unter Förderung der Krankenkassen, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krebshilfe durchgeführt.

Die Zeitschrift CANCER ist eine der führenden Zeitschriften im Bereich der Krebsforschung und wird von der „American Cancer Society“ herausgegeben. Die Studie wurde am 19. April zunächst vorab online veröffentlicht:

Alexander Katalinic, Annika Waldmann, Martin A. Weinstock, Alan C. Geller, Nora Eisemann, Ruediger Greinert, Beate Volkmer, Eckhard Breitbart. Does skin cancer screening save lives? An observational study comparing trends in melanoma mortality in regions with and without screening”. CANCER, Article first published online: 19 APR 2012, DOI: 10.1002/cncr.27566

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.krebsregister-sh.de/

Pressemitteilung Universität zu Lübeck, Rüdiger Labahn


Krebszeitung

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  • Kongress - pixabay
    DGU-Kongress 2013

    Dresden. Das Ziel ist hoch gesteckt: Deutschlands Urologen wollen die seit Jahren hitzige öffentliche Debatte um den sogenannten PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs in eine sachliche Diskussion überführen. Zu diesem Zweck veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) anlässlich ihrer 65. Jahrestagung in Dresden eine Expertenrunde auf höchster Ebene. DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch lädt die Medienvertreter ausdrücklich zu dem Öffentlichkeitsforum am 26. September 2013, 13.00 bis 14.45 Uhr in der Messe Dresden ein.

    „Wir wollen die aufgeheizte Situation beruhigen und mithilfe hochrangiger Pro- und Contra-Vertreter eine neue Debatte über den adäquaten Umgang mit der PSA-gestützten Früherkennung des Prostatakarzinoms auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse initiieren“, sagt DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Michael Stöckle. Dazu gehöre es auch, jüngste Entwicklungen in den USA zu thematisieren, wo man von einer generellen Screening-Empfehlung für Männer zwischen 50 – 75 Jahren abgerückt ist. Die Dresdener Runde ist prominent besetzt und verspricht einen konstruktiven Diskurs: Vor Ort treffen die PSA-Kritiker Dr. Klaus Koch vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und Dr. Bernhard Egger aus dem GKV-Spitzenverband auf die PSA-Befürworter Prof. Dr. Peter Albers, Urologe und Vizepräsident der Deutschen Krebsgesellschaft, und Prof. Dr. Franz Recker, Prostatakrebs-Experte aus der Schweiz. Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) ist mit seinem stellvertretenden Vorsitzenden, Paul Enders, vertreten. 

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  • Patientin - pixabay
    Deutsche Krebshilfe

    Bonn / Magdeburg (ct) – Patientenbeteiligung verbessert die Behandlungs-Ergebnisse und spart Kosten im Gesundheitswesen – etwa, weil unnötige Untersuchungen oder Doppelbefunde vermieden werden können. Um eine aktive Partnerschaft zwischen Arzt und Patient im Sinne des so genannten „Shared Decision Making“ zu erreichen, müssen Betroffene jedoch mitbestimmen können. Dies forderten die Frauenselbsthilfe nach Krebs und die Deutsche Krebshilfe auf einer Pressekonferenz am 3. September 2004 in Magdeburg. An den Gemeinsamen Bundesausschuss appellierten sie daher, den Patientenvertretern nicht nur Rede-, sondern auch Stimmrecht einzuräumen. Mit der Einrichtung eines Patientenbeirates trägt die Deutsche Krebshilfe der wichtigen Bedeutung einer Patientenbeteiligung Rechnung. Dieser Beirat fungiert als Sprachrohr und Anwalt für Krebs-Patienten.

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