Augentumoren – Heilung aus dem Teilchenbeschleuniger

Schmerz - pixabay

Am Freitag, dem 3. September, wurde die Behandlung des 500. Patienten abgeschlossen, der wegen eines Augentumors mit schnellen Protonen aus dem Teilchenbeschleuniger des Hahn-Meitner-Instituts bestrahlt worden ist.

500 Augentumorpatienten am Hahn-Meitner-Institut behandelt

Seit sechs Jahren setzt man am Ionenstrahllabor des Hahn-Meitner-Instituts Protonen – Kerne von Wasserstoffatomen – zur Therapie von Augentumoren ein. Der Teilchenbeschleuniger, der Teilchenstrahlen für Forschungsarbeiten in Physik, Materialwissenschaften und Medizin liefert, erzeugt auch die Protonenstrahlen für die Therapie.

Dieses in Deutschland bisher einzigartige Verfahren macht es möglich, Tumoren im Inneren des Augapfels zu zerstören, ohne das umliegende gesunde Gewebe wesentlich zu schädigen. So kann die Sehkraft eines Auges auch dann gerettet werden, wenn der Tumor sich in der Nähe eines empfindlichen Organs wie dem Ort des schärfsten Sehens befindet. Größtenteils werden Aderhautmelanome – Verwandte des schwarzen Hautkrebses – behandelt, die als bösartige Tumoren nicht nur das Augenlicht, sondern auch das Leben des Patienten gefährden und deswegen auf jeden Fall unschädlich gemacht werden müssen. Die Kapazität des Instituts ist ausreichend für alle Patienten in Deutschland, bei denen die Protonentherapie anderen Behandlungsformen überlegen ist.

Während der Behandlung sitzen die Patienten in einem speziellen Behandlungsstuhl; aufwendige Technik und die physikalischen Eigenschaften der Protonen sorgen dafür, dass der Protonenstrahl seine Wirkung fast nur im Tumor entfaltet. Die eigentliche Behandlung wird an vier aufeinander folgenden Tagen durchgeführt und dauert jeweils rund dreißig Sekunden.

Die Patienten der Augentumortherapie werden medizinisch von Ärzten der Berliner Charité (Campus Benjamin Franklin) und des Universitätsklinikums Essen betreut.

Kontakt:
Dr. Heinz Kluge
Telefon: (030) 8062-2750
kluge@hmi.de

Verantwortlich
Dr. Paul Piwnicki
Öffentlichkeitsarbeit des Bereichs Strukturforschung am Hahn-Meitner-Institut
Telefon: (030) 8062-3252
email: piwnicki@hmi.de

Weitere Informationen finden Sie unter: www.hmi.de/isl/att/att-i.html

Pressemitteilung Hahn-Meitner-Institut Berlin GmbH, 03.09.2004

Licht zerstört Tumoren im Auge


Krebszeitung

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    Tochterorganisation Delete Blood Cancer UK startet in Großbritannien

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    Delete Blood Cancer UK nimmt ab sofort die Arbeit im Vereinigten Königreich auf. Ziel der neu gründeten Organisation mit Sitz in London ist es, so viele neue Stammzellspender wie möglich zu registrieren und damit die Lebenschance von Blutkrebspatienten weltweit deutlich zu erhöhen. Die Geschichte von Chloe und Roland zeigt, wie Hilfe über Ländergrenzen hinweg aussehen kann: Bei Chloe wird im Jahr 2008 akute Leukämie diagnostiziert. Nur eine Stammzell-spende verspricht der damals Neunjährigen und ihren Eltern Hoffnung auf Heilung. Schließlich wird für die Schülerin nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit nach einem passenden Spender gesucht. Der kann glücklicherweise bei der DKMS in Deutschland gefunden werden – Roland Häußler aus Ansbach.

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    Deutscher Forschungsverbund entschlüsselt das Genom von Burkitt-Lymphomen

    Ein interdisziplinärer deutscher Forschungsverbund, an dem auch Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) maßgeblich beteiligt sind, hat das komplette Erbgut der Krebszellen von Burkitt-Lymphomen entschlüsselt. Als Teil des Internationalen Krebs-Genom-Konsortiums ICGC konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Erbgut der Tumorzellen des Burkitt-Lymphoms an über 2.000 Stellen im Vergleich zu normalen Zellen verändert ist. Dabei entdeckten die Forscher ein Gen, das in über zwei Drittel aller Burkitt-Lymphome mutiert ist, was neue Angriffspunkte für die Diagnostik und Behandlungsstrategien dieser aggressiven Lymphome liefert. Die riesigen Datenmengen, die bei diesem Projekt anfallen, werden am DKFZ gespeichert und ausgewertet, wo Prof. Roland Eils eigens für die Krebsgenomsequenzierung eine in Deutschland einzigartige Bioinformatikinfrastruktur aufgebaut hat. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Zeitschrift Nature Genetics veröffentlicht.

    Lymphome sind Krebserkrankungen, die sich von Zellen des Immunsystems, den Lymphozyten ableiten. Unter über 50 verschiedenen Subgruppen stellt das Burkitt-Lymphom die häufigste Form von Lymphomen im Kindesalter dar, sie tritt aber auch bei Erwachsenen auf. Das Burkitt-Lymphom war das erste Lymphom, bei dem bereits in den 1970er Jahren eine wiederkehrende Genveränderung, die sogenannte Burkitt-Translokation, identifiziert wurde. Es handelt sich um den Austausch von Material zwischen zwei Chromosomen, den Trägern der Erbsubstanz, die zur Aktivierung des Krebsgens MYC führt. Allerdings reicht die Aktivierung des MYC-Gens alleine nicht für eine Entartung von Zellen aus. Prof. Dr. med. Reiner Siebert, Sprecher des Forschungsverbundes, Direktor des Instituts für Humangenetik des UKSH, Campus Kiel, und Professor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, sagt: „Die neuen Forschungsergebnisse zeigen, dass offensichtlich weitere Funktionen der Zelle gestört sein müssen, damit die Aktivierung des Krebsgens MYC zur malignen Entartung führt“.

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