Heute endet der weltweit drittgrößte Urologen-Kongress in Leipzig

Kongress - pixabay
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Vier Tage stand Leipzig im Zeichen der Urologie: Über 7000 Teilnehmer aus mehr als 60 Ländern besuchten den 64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) vom 26. bis 29. September 2012 im Congress Center Leipzig (CCL). Heute endet die wissenschaftliche Fachtagung unter der Leitung von DGU-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Bonn.

Aktueller Wissenschaftsaustausch in allen Bereichen der Urologie prägte das Kongressprogramm mit über 100 Einzelveranstaltungen. Thematisch dominierten urologische Tumorerkrankungen, die rund ein Viertel der Krebserkrankungen in Deutschland ausmachen. Besonders diskutiert wurden erste Ansätze für die Umsetzung einer individualisierten Tumortherapie.

Im Blickpunkt des öffentlichen Interesses stand die Präventions-Initiative der DGU, die vor urologischen Folgeerkrankungen des Metabolischen Syndroms warnt. Die Botschaft formuliert Kongresspräsident Prof. Müller: „Wir Urologen wollen unsere Patientinnen und Patienten, und das sind ganz ausdrücklich auch junge Männer, lebenslang bei der Gesunderhaltung begleiten.“ Ein neuer kostenloser Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen dient der Aufklärung.

Auch die deutsche Prostatakrebsstudie PREFERE braucht Öffentlichkeit, denn für die Forschung nach der besten Therapie bei lokal begrenztem Prostatakrebs werden mehr als 7000 teilnehmende Patienten gesucht. Darüber hinaus bekräftigten die Urologen in Leipzig ihre Forderung nach verbindlichen Standards in der medizinischen Aus- und Weiterbildung. Der Generalsekretär, Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg, kündigte eine Novellierung der Musterweiterbildungsordnung an, in der das Fach Urologie mit seinen Kerngebieten gestärkt werden soll. Insbesondere sind die Reintegration der medikamentösen Tumortherapie und der Andrologie Ziele, die die DGU dabei anstrebt.

Die berufspolitische Debatte auf dem Kongress galt der Priorisierung in der Medizin sowie neuen Versorgungsformen in der Urologie.

Gymnasiastinnen und Gymnasiasten hatten im Rahmen der DGU-Nachwuchsförderung auf dem Schülertag „Werde Urologin/Urologe für einen Tag“ Gelegenheit zur Berufsorientierung. Rund 100 Besucher informierten sich im Neuen Rathaus auf dem öffentlichen Patientenforum der DGU über Heilverfahren zur Inkontinenz und Impotenz.

Rund 1200 Teilnehmer besuchten den angeschlossenen Pflegekongress für die urologischen Pflege- und Assistenzberufe.

Personalien vom 64. DGU-Kongress in Leipzig: Mit der höchsten Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., der Maximilian Nitze-Medaille für besondere Verdienste für das Fach Urologie, wurde Professor Dr. med. Peter Alken aus Mannheim geehrt. Dr. med. Nils Kröger aus Greifswald erhielt mit dem Maximilian Nitze-Preis die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Fachgesellschaft.

Die DGU-Mitgliederversammlung wählte Prof. Dr. med. Stephan Roth aus Wuppertal neu in den Vorstand der Fachgesellschaft, wo er als 2. Vize-Präsident das Ressort „Internationale Beziehungen“ leiten wird.

Mit der traditionellen Präsidentschaftsübergabe endete der DGU-Kongress heute: Professor Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller übergab das Amt des Präsidenten für die Amtsperiode 2012/2013 turnusgemäß an den bisherigen DGU-Vize-Präsidenten, Prof. Dr. med. Michael Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Damit rückt Prof. Dr. med. Jan Fichtner, Chefarzt der Urologischen Klinik am Klinikum Niederrhein in Oberhausen, zum 1. Vize-Präsidenten der medizinischen Fachgesellschaft auf.

Als neuem DGU-Präsidenten obliegt Professor Dr. med. Michael Stöckle die Leitung der 65. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. vom 25. bis 28. September 2013 in Dresden.

Sehr angetan waren alle Teilnehmer des 64. DGU-Kongresses vom Leipziger Congress Center und der sehr attraktiven Innenstadt Leipzigs. Da der deutsche Urologen-Kongress zum ersten Mal in Leipzig stattfand, lautet das einhellige Urteil, dass man gerne wiederkommen wird.

Weitere Informationen:
DGU-Kongress-Pressestelle

Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel: 040 – 79 14 05 60
Fax: 040 – 79 14 00 27
Mobil: 0170 – 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dgu-kongress.de
http://www.urologenportal.de

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Bettina-Cathrin Wahlers


Krebszeitung

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  • BU: Computergenerierte Darstellung eines Parvovirus H1, Antonio Marchini, Deutsches Krebsforschungszentrum
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    BU: Computergenerierte Darstellung eines Parvovirus H1, Antonio Marchini, Deutsches KrebsforschungszentrumWissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum entdeckten, dass das Medikament Valproinsäure die Wirksamkeit von Parvoviren gegen Krebs verbessert. Auf Ratten übertragene Bauchspeicheldrüsen- und Gebärmutterhalstumoren bildeten sich nach einer Behandlung mit Virus und Wirkstoff zum Teil vollständig zurück. Das Medikament bewirkt, dass sich die Viren schneller vermehren und Krebszellen besser abtöten können.

    Parvoviren verursachen beim Menschen keine Krankheitssymptome, können aber Krebszellen befallen und abtöten. Seit 1992 erforschen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum diese Viren mit dem Ziel, eine Virustherapie gegen Glioblastome, aggressive wachsende Hirntumoren, zu entwickeln. Seit 2011 läuft in der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg eine klinische Studie, die erstmals die Sicherheit einer Behandlung mit dem Parvovirus H1 erprobt.

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  • Mikroskopische Aufnahme eines Gewebsschnitts durch einen Dickdarmtumor mit Spezialfärbung: Die blau angefärbten Zellen produzieren den Wachstumsfaktor Epiregulin. Es handelt sich zum Großteil um Bindegewebszellen (Tumorfibroblasten). - Foto: Dr. Clemens Neufert
    Darmkrebs

    (02.07.2012) Etwa ein Viertel aller Darmkrebserkrankungen tritt mit familiärer Häufung auf. Das bedeutet, dass nahe Verwandte von Erkrankten ein erhöhtes Risiko haben, ebenfalls von dem Tumorleiden ereilt zu werden. Besonders betroffen sind Familien, in denen eine erbliche Form von Darmkrebs weitergegeben wird. Der Tumor entwickelt sich in diesen Fällen oft schon vor dem 50. Lebensjahr.

    „Erstaunlicherweise ist die Sorglosigkeit im Umgang mit dem eigenen Risiko bei Angehörigen von betroffenen Familien relativ hoch“, stellt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) fest. Dabei können gerade diese Menschen in besonderem Maße von der Vorsorge profitieren. Denn ein rechtzeitig entdeckter Darmkrebs kann heute geheilt werden.

    „Eine Untersuchung des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Verbundprojekts ‚Familiärer Darmkrebs‘ hat gerade die Tragweite der Problematik beispielhaft vor Augen geführt“, sagt der bng-Experte. „in zwölf betroffenen Familien wurden unter 90 Angehörigen 33 Darmtumoren entdeckt sowie einzelne Krebsfälle an Eierstock, Gebärmutter und in den Harnwegen.“

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