Hilfen für Kinder krebskranker Eltern

Krebssymbol - pixabay
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Die Universität Leipzig ist Verbundpartner in dem Förderschwerpunktprogramm „Psychosoziale Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“ der Deutschen Krebshilfe. Ziel des Projektes ist es, Kinder krebskranker Eltern in der damit verbundenen speziellen Belastungssituation zu unterstützen. Die Leipziger Wissenschaftler wollen auf der Grundlage von Befragungen spezifische Versorgungsangebote für Eltern, Familien und Kinder entwickelt und angewendet werden.

Eine Krebserkrankung stellt für den Patienten selbst, aber auch für dessen Familienangehörige eine enorme Belastung dar. Minderjährige Kinder sind in diesem Zusammenhang im besonderen Maße von der Erkrankung der Mutter oder des Vaters betroffen.

In Deutschland sehen sich jedes Jahr rund 450.000 Menschen mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Dies ist in erster Linie für den Patienten selbst, aber auch für dessen Familienangehörige mit enormen und weitreichenden Belastungen verknüpft. Besonders minderjährige Kinder erleben die Erkrankung als eine bedrohliche, unverständliche Situation und reagieren häufig mit Angst, Schuldgefühlen und großer Verunsicherung. Um Krebspatienten sowie deren Kinder in der Bewältigung ihrer psychosozialen Belastungen zu unterstützen,  muss in der klinischen Praxis stärker eine familienorientierte Sicht unter Einbeziehung der Partner und besonders auch der Kinder eingenommen werden.

„Etwa 15 Prozent der Patienten mit Krebserkrankungen haben Kinder bis zum 18. Lebensjahr. Exakte Zahlen dazu gibt es nicht, auch nicht über die hieraus resultierende Problemlast für die Familien und die Kinder. Unser Ziel ist es, die betroffenen Patienten, Angehörigen und Kinder bestmöglich zu unterstützen.“, so der Leiter des Projektes an der Selbständigen Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig, Prof. Elmar Brähler.

Das Forschungsprojekt „Psychosoziale Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“ wird von der Deutschen Krebshilfe e.V. von 2009-2011 als großes Verbundprojekt an verschiedenen Standorten gefördert. In Hamburg, Berlin, Heidelberg, Magdeburg und Leipzig sollen Patienten, ihre Partner und Kinder in persönlichen Befragungen zu Wort kom-men und bei Bedarf konkrete Hilfen erhalten. Die Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie und die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie bil-den in Leipzig ein gemeinsames Studienzentrum. Der regionale Forschungsschwer-punkt ist hierbei einerseits die psychosoziale Belastungssituation der Patienten, deren Partner und der Kinder und die Veränderungen der Belastungen im Zeitverlauf. Ande-rerseits soll untersucht werden, welche Formen der Unterstützung auf Seiten der Eltern, Familien und Kindern erwünscht und hilfreich sind.

In einem ersten Schritt wurde am Kinderzentrum eine „Familiensprechstunde für Kinder krebskranker Eltern“ eröffnet. Dort finden Kinder und Jugendliche, ihre Eltern oder die ganze Familie vertrauensvolle Ansprechpartner für ihre Fragen und Sorgen. Die Fami- lienmitglieder werden auf der Grundlage eines spezifischen Beratungskonzeptes (CO-SIP = Children of somatically ill parents / Kinder körperlich kranker Eltern) individuell begleitet. Die Beratung versteht sich als präventives Angebot zur seelischen Gesund- heitsvorsorge. Es wurde in einem EU-weiten Projekt entwickelt und sorgfältig auf die spezifischen Bedürfnisse betroffener Kinder und Jugendlicher zugeschnitten.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die psychosoziale Versorgung von Familien mit einem krebskranken Elternteil auf der Grundlage wissenschaftlich fundierte Konzepte deutschlandweit zu verbessern.

„Kinder zeigen oft nicht, welch große Sorgen sie sich wegen der Krankheit ihrer Mutter oder ihres Vaters machen. Sie wollen ihre Eltern nicht zusätzlich belasten. Eine Hilfe durch gut ausgebildete Therapeuten kann hier entscheidend sein. Es ist großartig, dass die Deutsche Krebshilfe unsere Beratungsstelle unterstützt.“, so der Leiter des Projektes in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters der Universität Leipzig, Prof. K. von Klitzing.

Kontakt:

Familiensprechstunde für Kinder krebskranker Eltern Zentrum für Frauen- und Kindermedizin, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
Liebigstraße 20a,
04103 Leipzig
Prof. Dr. Kai von Klitzing (Projektleitung)

Ansprechpartnerin:
Dipl. Psych. Gabriele Koch
Tel: 0341 / 97 24013,
e-mail: Ga.Koch@medizin.uni-leipzig.de

Selbständige Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie; Psychosoziale Beratungsstelle für Tumorpatienten und Angehörige Philipp-Rosenthal-Str. 55, 04103 Leipzig Prof. Dr. Elmar Brähler (Projektleitung)

Ansprechpartner:

Dr. Jochen Ernst, Heide Götze
Tel: 0341 / 9715415,
e-mail: Jochen.Ernst@medizin.uni-leipzig.de

Dipl. Psych. Antje Lehmann (Leiterin der Beratungsstelle)
Tel: 0341 / 9715407

Pressemitteilung Universität Leipzig, Dr. Bärbel Adams


Krebszeitung

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  • Ein Wirkstoff im Beifuß bekämpft das Aderhautmelanom - Quelle: Uni Graz
    Deutsche Krebshilfe

    Bonn (gb) – Welche ergänzenden oder komplementären Heilverfahren gibt es? Wie kann ich selbst meine Behandlung sinnvoll unterstützen? Wo finde ich verlässliche Informationen dazu? Diese Fragen stellen sich an Krebs erkrankte Menschen immer häufiger: Mehr als die Hälfte aller Betroffenen greifen im Verlauf der Therapie auf Komplementärverfahren zurück. Das jetzt gestartete „KOKON“-Projekt, ein Zusammenschluss mehrerer Kliniken und Forschungsinstitutionen, hat das Ziel, verlässliche und wissenschaftlich ausgewertete Informationen für Patienten und alle in der Onkologie beschäftigten Berufsgruppen bereitzustellen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

    Verbundprojekt „KOKON“ klärt über alternative Heilmethoden auf

    In der häufig lebensbedrohlichen Situation einer Krebserkrankung wollen viele Betroffene nichts unversucht lassen. Neben der schulmedizinischen Behandlung suchen viele Krebspatienten nach alternativen und komplementären Therapieformen. „Dabei stoßen sie auf ein schier endloses Angebot an Methoden und Heilmitteln, Philosophien und Ratschlägen“, erklärt Dr. Markus Horneber vom Zentrum für Onkologie und Hämatologie am Klinikum Nürnberg. Neben einer Vielzahl an pflanzlichen Präparaten werden auch Nahrungsergänzungsmittel, spezielle Entspannungstechniken und körperliches Training sowie Methoden aus der traditionellen chinesischen Medizin angeboten.

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  • Kongress - pixabay
    Krebsthemen

    Der diesjährige 57. Kongress der Deutschen Urologen beschäftigt sich vom 21.-24. September 2005  unter anderen mit den großen Themen der Urologie: Harninkontinenz, PSA-Testung zur Früherkennung des Prostatakrebs beim Mann, neue Operationstechniken in der Urologie und der zukünftigen Gesundheitspolitik.

    Zur Prostata-Früherkennung mittels PSA-Test, sagte Prof. Dr. Detlef Frohneberg, zum Auftakt des Kongresses:
    „Der PSA-Test ist in Deutschland hochumstritten, obwohl eine rechtzeitige Erkennung des Prostatakrebs ohne Ihn nicht möglich ist. Eindeutige Zahlen über seine Wirksamkeit wird es leider erst ab 2008 geben. Es ist trotzdem ein Unding, dass er bisher als einzig sinnvolle Früherkennungs- Maßnahme von den Krankenkassen ignoriert wird.“

    Mit jährlich 40.000 neuen Fällen in Deutschland ist der Prostatakrebs die zweithäufigste Todesursache des Mannes. Dies liegt auch daran, dass Prostatatumoren bereits früh Metastasen bilden. Obwohl in einem frühen Stadium erkannt, der Prostatakrebs gute Heilungschancen hat, sterben etwa 50% der Patienten daran, weil er zu spät erkannt wird.

    Frohneberg weiter:“ Während in Deutschland etwa 30% der Patienten bereits mit einem fortgeschrittenen Prostatakrebs in die Kliniken kommen, sind es in den USA lediglich 3%. Dieser eklatante Unterschied kommt dadurch Zustande, dass seit 13 Jahren in den Vereinigten Staaten ein PSA-Screening bei Männern durchgeführt wird.“

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