Immuncocktail lässt Tumoren schrumpfen

Zelltod als Zerplatzen: Hier explodiert eine Hautkrebszelle aus einem Plattenepithelkarzinom und sch ... Bild/Quelle: Prof. M. Leverkus, Universitätsmedizin Mannheim
Zelltod als Zerplatzen: Hier explodiert eine Hautkrebszelle aus einem Plattenepithelkarzinom und sch ... Bild/Quelle: Prof. M. Leverkus, Universitätsmedizin Mannheim

Forscher entwickeln neue Therapiestrategie gegen Schwarzen Hautkrebs

Heidelberg (gb) – Wie wird das Immunsystem schlagkräftiger gegen Krebs? Heidelberger Wissenschaftler sind der Antwort auf diese Frage ein gutes Stück näher gekommen. Sie haben die Natürlichen Killerzellen des Immunsystems mit Hilfe eines Cocktails aus verschiedenen Botenstoffen so gestärkt, dass diese Tumoren zerstören konnten. Derzeit entwickeln die Forscher Strategien, um ihre Erkenntnisse in den klinischen Alltag umzusetzen. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 248.000 Euro gefördert.

Seit Längerem verfolgen Forscher den Ansatz, Krebs mithilfe des körpereigenen Abwehrsystems zu bekämpfen. Vor allem die Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) der angeborenen Immunabwehr gelten als vielversprechende Kandidaten. Sie sind die erste Instanz im Körper, wenn es darum geht, Krankheitserreger wirksam zu bekämpfen und Infektionen in Schach zu halten. Auch gegen Tumoren sind die Killerzellen im Einsatz. Bisher allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Dies könnte sich nun ändern.

„Wir haben Wege gesucht, die es den Killerzellen ermöglich, ihr ganzes Potential gegen den Schwarzen Hautkrebs auszuschöpfen“, erläutert Dr. Adelheid Cerwenka vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Fündig wurde Cerwenkas Team bei den sogenannten Interleukinen, den Botenstoffen des Immunsystems. Sie steuern das Verhalten von Abwehrzellen und spielen eine wichtige Rolle bei der Immunantwort. Mit ihrer Hilfe ist es Wissenschaftlern nun gelungen, die bisher wenig angriffslustigen Killerzellen zu einer scharfen Waffe im Einsatz gegen Hautkrebstumoren zu machen.

Die Wissenschaftler um Cerwenka mixten einen Cocktail aus den Interleukinen 12, 15 und 18 und behandelten damit Natürliche Killerzellen. Das Gemisch erwies sich im Labor als sehr stimulierend: Anschließend waren die Killerzellen dazu in der Lage, das Wachstum von Tumoren aufzuhalten. In vielen Fällen wurde die Geschwulst zurückgedrängt oder verschwand sogar vollständig.

Die stimulierten Killerzellen blieben zudem noch lange aktiv – sogar, nachdem die Tumoren bereits zerstört worden waren. „Zukünftig könnten wir so sicherstellen, dass der Krebs auch wirklich vollständig besiegt wurde und keine bösartigen Zellen mehr übrig sind“, so Cerwenka weiter. Allerdings braucht es weitere Mithilfe von außen: Die NK-Zellen konnten die Tumoren nur dann erfolgreich bekämpfen, wenn diese vorher bestrahlt wurden.

„Derzeit entwickeln wir Strategien, um unsere Erkenntnisse aus dem Labor in der klinischen Praxis einzusetzen“, erläutert Cerwenka. „Eine Kombination aus stimulierten Natürlichen Killerzellen und einer Strahlentherapie wäre ein schlagkräftiges Duo gegen Schwarzen Hautkrebs.“

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „In der Nutzung der körpereigenen Abwehrkräfte liegt sehr viel Potential im Kampf gegen Krebs. Ziel der von uns geförderten Forschungsprojekte ist es, innovative Strategien zu entwickeln, die der unmittelbaren Patientenversorgung zugutekommen.“

Hintergrundinformation: Malignes Melanom

Am Malignen Melanom — dem Schwarzen Hautkrebs — erkranken in Deutschland jedes Jahr 28.000 Menschen neu. Diese besonders gefährliche Hautkrebsart führt jährlich bei rund 3.000 Betroffenen zum Tod. Im Vergleich zu anderen Hauttumoren bildet das Maligne Melanom relativ früh Absiedlungen in anderen Organen (Metastasen). Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt für Männer bei 64 Jahren und für Frauen bei 58 Jahren. UV-Strahlung ist der größte Risikofaktor für die Tumorerkrankung.

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e.V.

Phänomen Krebszellen – Experten beraten bei Weltkonferenz Physics of Cancer


Krebszeitung

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  • BU: Computergenerierte Darstellung eines Parvovirus H1, Antonio Marchini, Deutsches Krebsforschungszentrum
    Deutsche Krebshilfe

    Forscher überführen neues Therapiekonzept in klinische Studie

    Heidelberg (gb) – Masernviren sollen zukünftig helfen, Tumoren zu zerstören. Wissenschaftlern des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg ist es gelungen, die Viren so zu programmieren, dass sie ausschließlich Krebszellen befallen. Haben sie sich einmal in der Zelle eingenistet, führt das zu deren Zerstörung. Zusätzlich werden Botenstoffe freigesetzt, die das Immunsystem anregen, weitere Krebszellen anzugreifen. Im Labor hat sich diese Methode bereits als erfolgreich erwiesen. Nun wollen die Forscher ihre Erkenntnisse in einer klinischen Studie zur Anwendung bringen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Vorhaben mit 464.000 Euro.

    Das Forscherteam um PD Dr. Guy Ungerechts, Leiter der Arbeitsgruppe „Virotherapie“ der Abteilung Translationale Onkologie am NCT, entwickelte aus einem abgeschwächten Masern-Impfvirus in langjähriger Laborarbeit eine maßgeschneiderte Waffe gegen Krebszellen. „Um den gewünschten Effekt zu erzielen, mussten wir das Virus in mehreren Schritten genetisch radikal verändern“, so Ungerechts. „Zu gewährleisten, dass die Viren ausschließlich den Tumor ansteuern und dass das Immunsystem effektiv gegen den Tumor gelenkt wird, waren die wesentlichen Arbeitsschritte unseres Projektes.“

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  • Bilder aus zwei unterschiedlichen Verfahren werden digital miteinander verschmolzen – Ultraschall-Aufnahmen und Daten aus dem MRT, dem Magnetresonanztomografen. Uniklinikum Tübingen
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    fpVCT – in deutsch: volumetrische Computertomographie mit Flachbilddetektoren

    Bisher werden Computer- (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) angewendet, um Tumoren und deren Blutversorgung im Körper sichtbar zu machen. Die Auflösung ist jedoch nicht hoch genug, um auch kleine Gefäße, die den Tumor versorgen, darzustellen. Mit einer Mikro-CT (µCT) ist dies zwar möglich, aber es werden lange Scanzeiten und hohe Strahlendosen erforderlich. Daher ist dieses Verfahren eher für die Untersuchung von Gewebeproben und nur mit größeren Limitationen für Kleintiere geeignet.

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