Immuntherapie muss Tumoren nicht direkt angreifen

Veränderungen der Immunzellen in Darmbiopsien in Abhängigkeit vom Vorliegen eines normalen (NOD2 wt) oder eines mutierten (NOD2 var) NOD2/CARD15 Rezeptors. Kein Unterschied im Zelluntergang der Darmzellen (Apopotse), in den zytotoxischen Lymphozyten (CD
Veränderungen der Immunzellen in Darmbiopsien in Abhängigkeit vom Vorliegen eines normalen (NOD2 wt) oder eines mutierten (NOD2 var) NOD2/CARD15 Rezeptors. Kein Unterschied im Zelluntergang der Darmzellen (Apopotse), in den zytotoxischen Lymphozyten (CD

Das Karzinom der Nebennierenrinde ist ein besonders bösartiger Tumor: Bei über 80 Prozent der Patienten treten im Laufe der Erkrankung Metastasen vor allem in Leber, Lunge und Knochen auf, die Heilungschance ist dann nahe Null. Aus diesem Grund will Martin Fassnacht an der Medizinischen Klinik I der Uni Würzburg eine Immuntherapie gegen diese Krebsform etablieren.

Bei einer Immuntherapie nutzt man die Kräfte des Immunsystems aus, um eine Krankheit zu bekämpfen. Fassnacht will das auf diesem Weg erreichen: Es wird Blut entnommen, aus dem dann bestimmte Zellen ausgesondert werden, die so genannten Dendritischen Zellen. Die sind darauf spezialisiert, Krankheitserreger oder Tumorzellen zu erkennen, der Immunabwehr präzise zu beschreiben und dadurch eine gezielte Verteidigung in Schwung zu bringen. Im Labor werden die Zellen gegen den Feind aktiviert und dann dem Patienten als Tumor-Impfstoff zurückgegeben. Sein Immunsystem sollte daraufhin die Krebszellen verstärkt attackieren.

Fassnachts Strategie erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, denn er will das Immunsystem nicht auf den Tumor selbst hetzen, sondern auf die Zellen, die ihn umgeben. Der Mediziner erklärt: „In den vergangenen Jahren hat sich zunehmend gezeigt, dass die Zellen, die um den Tumor herum wachsen, von entscheidender Bedeutung für den Verlauf der Erkrankung sind.“

So gehe man beispielsweise davon aus, dass diese Zellen die Metastasenbildung fördern können. Sie sind zwar nicht entartet, unterscheiden sich aber trotzdem von gesunden Zellen. Beispielsweise bilden sie das Protein FAP, das im Körper sonst nur ganz selten vorkommt – und diese Eigenart macht sie zu einem guten Angriffsziel für die Therapie.

Gegen das seltene Protein lässt sich mit Hilfe der Dendritischen Zellen in der Tat eine Immunantwort auslösen. Das hat Fassnacht mit seinen Kollegen Jaewoo Lee und Eli Gilboa an der Duke University in North Carolina (USA) bewiesen: Die Forscher konnten in Zellkulturen und bei Mäusen das Wachstum von Haut- und Brustkrebs sowie Lymphomen deutlich verlangsamen. Ihre Ergebnisse wurden in den Zeitschriften „Clinical Cancer Research“ (August 2005, 11: Seiten 5566-5571) und „Cancer Research“ (Dezember 2005, 65: Seiten 11156-11163) publiziert.

In den USA war Fassnacht ab Sommer 2003 tätig, jetzt ist er wieder nach Würzburg zurückgekehrt. Sein zuerst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt wird seit 2005 von der Europäischen Union im Marie-Curie-Programm unterstützt: Im Rahmen dieses „Outgoing International Fellowships“ wird neben der Auslandsphase auch die Re-Integration an der Uni Würzburg gefördert. Hier will Fassnacht nun die Methoden der Immuntherapie etablieren, die er in den USA erarbeitet hat, und sie auf das Nebennierenkarzinom anwenden. Später soll diese Therapieform dann auf die Tumoren anderer Hormondrüsen übertragen werden.

Weitere Informationen:
Dr. Martin Fassnacht,
T (0931) 201-36507, Fax (0931) 201-36283,
E-Mail: Fassnacht_M@medizin.uni-wuerzburg.de

Pressemitteilung Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Robert Emmerich


Krebszeitung

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  • Weisser Hautkrebs - Quelle: Universitäts-Hautklinik Tübingen
    Hautkrebs

    Nienburg im Juli 2012. Sonne gilt als wichtig und gesund für den Körper, doch übertriebenes Sonnenbaden schädigt die Haut langfristig und führt im schlimmsten Fall sogar zu Krebserkrankungen der Haut. Weißer Hautkrebs, das sogenannte Basalzellkarzinom, zählt dabei zu den häufigsten Krebsarten überhaupt – Tendenz steigend. Im Gegensatz zum Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, bildet das Basalzellkarzinom nur sehr selten Tochtergeschwüre und gilt damit als sehr gut behandelbar. Zu spät erkannt, zerstört das Karzinom allerdings Weichteile sowie darunter liegende Knorpel und Knochen.

    Tumore besonders in sensibler Gesichtsregion effektiv und möglichst unauffällig behandeln

    Oft erneute Operation nötig

    In einigen Fällen tritt das Basalzellkarzinom auch nach der operativen Entfernung erneut auf. So muss bei etwa 30 Prozent der Patienten noch einmal Gewebe entfernt werden. „Deshalb wenden wir in unserer Klinik das sogenannte zweizeitige Vorgehen an“, erklärt Dr. Ingo Dantzer, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Leiter der Klinik am Weserbogen in Nienburg. Nach dem Eingriff deckt der Chirurg die Wunde für einige Tage mit künstlicher Haut ab. Erst wenn die mikroskopische Untersuchung die vollständige Entfernung des Tumors aus dem umliegenden gesunden Gewebe bestätigt, vernäht der Operateur die Wunde.

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  • Abb: Der Kalziumeinstrom in die Leberkarzinomzelle lässt sich nach Zugabe von Citronellal beobachten (dargestellt in Falschfarben). RUB, Lehrstuhl Hatt
    Leberkrebs

    Mit systembiologischen Methoden untersucht CancerSys die molekular- und zellbiologischen Prozesse bei der Entstehung von Tumoren der Leber Mit der positiven Beurteilung durch ein Expertengremium der Europäischen Union wurden die Weichen gestellt für den neuen Forschungsverbund CancerSys. Das Konsortium widmet sich der systembiologischen Untersuchung von Leberkrebs und soll voraussichtlich Anfang 2009 seine Arbeit aufnehmen. CancerSys basiert auf der Grundlage von HepatoSys, dem 2004 gegründeten Systembiologie- Netzwerk zur Erforschung der Leberzelle, und weitet dessen Arbeit auf eine internationale Ebene der Zusammenarbeit aus.

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