Innovative Therapie bei Prostatakrebs

Offenbacher Spezialisten weltweit führend

nanoknifeOffenbach am Main, 11. August 2014 – Prostatakrebs wird auch heute noch meist durch Operation und Bestrahlung behandelt, wie eine aktuelle Studie zeigt. Trotz der damit verbundenen erheblichen Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz. Ein Aspekt, der dringend neu bewertet werden muss.

Schließlich erkranken zunehmend auch jüngere Männer unter 50 Jahren an Prostatakrebs. Innovative Therapien wie die Irreversible Elektoporation (IRE, NanoKnife®-Therapie) bieten hier eine wirksame Alternative – ohne gravierende Langzeitschäden zu verursachen.

Die Ergebnisse der Studie zwingen jedoch auch aus einem anderen Grund zum Nachdenken: Sie zeigen, dass die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie oftmals weniger von einer medizinisch-objektiven Rationale getragen wird, sondern in erster Linie davon abhängt, welcher Arzt konsultiert wurde.1 Ein Umstand, der dem Ausmaß, den eine Therapieentscheidung für das Leben des Betroffenen hat, in keiner Weise gerecht wird.

Eine präzise Diagnose ist das A und O

„Bei Verdacht auf Prostatakrebs ist die Magnet-Resonanz-Therapie, kurz MRT, für eine präzise Diagnose unverzichtbar“, so die Aussage von Prof. Dr. Michael K. Stehling, Leiter des Prostata-Centers in Offenbach am Main und einer der wenigen international renommierten Experten für Prostata-MRT. Die MRT-Technologie ist mit einer Nachweisempfindlichkeit von über 85 % für Karzinome das beste bildgebende Verfahren.3

Und damit einer Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie weit überlegen.4 Hat die MRT ein Karzinom nachgewiesen, wird im nächsten Schritt seine Aggressivität (Gleacon Score) ermittelt. „Hierfür nutzen wir die transperineale 3D-Biopsie und das sogenannte HistoModelling®. Sie ermöglichen es uns, ein interaktives 3D-Modell der Prostata zu erstellen, das nicht nur die Gefährlichkeit der Krebsherde abbildet, sondern auch deren genaue Verteilung. In der Anwendung beider Verfahren sind wir übrigens hier am Prostata-Center führend“, so Stehling weiter.

Ein absolutes Muss: die umfassende Patientenaufklärung

Steht die Diagnose fest, gilt es in einem ausführlichen Beratungsgespräch, dem Patienten einen Überblick über alle für ihn in Frage kommenden Therapien zu geben und ihn über die jeweiligen Vor- und Nachteile sowie Nebenwirkungen aufzuklären. Ein Punkt, der oft unter den Tisch fällt, weil Eile suggeriert wird, die jedoch in den seltensten Fällen notwendig ist – sind doch die Vorteile einer radikalen Therapiestrategie gegenüber einer defensiven wie der „aktiven Überwachung“ (Active Surveillance) oft gering, manchmal sogar gleich Null. Denn Prostatakarzinome wachsen meist langsam und haben zudem ein geringes Metastasenrisiko. „Wir brauchen ein grundlegendes Umdenken in Bezug auf Prostatakrebs – bei der Beratung, der Diagnostik und insbesondere der Therapie“, konstatiert der Experte.

Die Therapie: etabliert versus innovativ?

Zu den etablierten Therapien zählen Operation (Prostataektomie, Total-Entfernung der Prostata) und diverse Formen der Strahlentherapie. Ihnen allen ist gemein, dass sie mit gravierenden Nebenwirkungen und Langzeitfolgen einhergehen können, welche die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränkt: So sind beispielsweise über 70 % aller Männer nach einer radikalen Therapie impotent, 10 bis 50 % inkontinent.5

Der Grund: Kommen Operation und Bestrahlung zur Anwendung, werden nicht nur Krebszellen, sondern auch das umliegende Gewebe geschädigt bzw. zerstört. Mehr noch: Wenig bekannt ist die Tatsache, dass bei diesen radikalen Therapien die Rate an wiederkehrenden Karzinomen (Rezidive) bei 30 bis 60 % liegt. Eine Nachbehandlung ist aufgrund des Grades an zerstörtem Gewebe oftmals nur bedingt möglich.

Ganz anders stellt sich die Situation bei der Irreversiblen Elektroporation (IRE, NanoKnife®-Therapie) dar: Diese innovative Therapieform zur Behandlung von Prostatakrebs arbeitet im Gegensatz zu den herkömmlichen Methoden auf mikroskopischer Ebene und hat nur minimale Nebenwirkungen.

Prostatakrebs effektiv bekämpfen: minimal-invasiv, gewebeselektiv, ohne gravierende Nebenwirkungen

Die NanoKnife®-Therapie ist eine neuartige, schonende Therapieform, die es erstmals ermöglicht, Krebszellen unter Erhalt umliegender vitaler Gewebestrukturen zu behandeln. Wie das funktioniert? „Stellen Sie sich ein Haus vor, das aus einem Stahlgerüst und Mauersteinen besteht. Die bisherigen Verfahren haben das Haus immer als Ganzes gesprengt. Bei der IRE werden jedoch nur die Mauersteine, hier die Krebszellen, durch kurze, starke Stromstöße elektrischer Felder zerstört.

Und das Stahlgerüst, das den Gewebestrukturen wie z. B. Nerven, Arterien entspricht, bleibt bestehen“, erläutert Prof. Dr. Boris Rubinsky, Professor für Mechanical Engineering an der University of California, Berkeley (USA), Mitentwickler der IRE und Kooperationspartner des Prostata-Centers.6 „So bleiben beim NanoKnife®-Verfahren alle wichtigen Strukturen rund um die Prostata erhalten. Und die gefürchteten Langzeitfolgen wie Impotenz oder Inkontinenz kommen praktisch nicht vor.“

Doch die NanoKnife®-Therapie (IRE) hat noch weitere Vorteile: Sie verursacht weder Strahlenschäden noch Vernarbungen. Ihre Anwendung ist in der Regel schmerzfrei, innerhalb von nur 24 Stunden abgeschlossen und erfordert keine Reha oder Nachsorge. Zudem schränkt die IRE die etwaige Anwendung etablierter Therapieverfahren nicht ein – im Gegenteil. Denn aufgrund ausbleibender Gewebeschäden sowie dem vollständigen Erhalt der Prostatakapsel gibt es keinerlei Einschränkungen hinsichtlich möglicher Folgetherapien.

Die Spezialisten am Prostata-Center – weltweit führend in der Anwendung der IRE

Die Expertise des Prostata-Centers in Offenbach ist auch im internationalen Kontext einzigartig: Spezialisiert auf modernste Diagnostik – wie beispielsweise der transperinealen 3D-Biopsie – und minimal-invasive Therapien bei Prostatakrebs hat das Center in den letzten Jahren entscheidend dazu beigetragen, neue Diagnose- und Therapieverfahren zu entwickeln. Mit Erfolg, denn neben dem HistoModelling® wurde auch das NanoKnife®-Verfahren (IRE) am Prostata-Center zur Einsatzreife gebracht.

„Wir setzen die IRE bereits seit drei Jahren als Standardtherapie bei Prostatakrebs ein. Jeder Fall ist individuell. Inzwischen haben wir 150 Patienten erfolgreich behandelt und den Krebs zuverlässig zerstört. Unsere Erfahrungen mit dem NanoKnife® sind daher weltweit einmalig“, resümiert Stehling. Mit diesem Kompetenzvorsprung sind die Spezialisten am Prostata-Center derzeit die einzigen, die das Behandlungsverfahren individuell auf jeden einzelnen Patienten abstimmen und auch in Zukunft optimieren können.

Über die NanoKnife®-Therapie (Irreversible Elektroporation, IRE)

Die NanoKnife®-Therapie (Irreversiblen Elektroporation, IRE), am Prostata-Center in Offenbach am Main für die Behandlung von Prostatakrebs etabliert, ist ein innovatives Verfahren zur Behandlung von Prostatakrebs. Kurzzeitig einwirkende, starke Elektropulse durchlöchern die Membranen von Krebszellen, so dass diese Zellen nachhaltig zerstört werden. Die nicht-zelluläre Gewebearchitektur bleibt dabei unbeschädigt und wichtige Organ-, Gefäß- und Nervenstrukturen erhalten. Typische Nebenwirkungen – insbesondere Impotenz und Inkontinenz, wie sie bei herkömmlichen Behandlungsverfahren von Prostatakrebs weit verbreitet sind, treten praktisch nicht auf.

Über das Prostata-Center in Offenbach am Main:

Das Prostata-Center mit Sitz in Offenbach am Main ist spezialisiert auf modernste Diagnostik (wie die MRT und 3D-Biopsie) und minimal-invasive Therapieverfahren zur Behandlung von Prostatakrebs. Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael K. Stehling wurden hier die Diagnostik-Methode HistoModelling® sowie das NanoKnife®- Verfahren (Irreversible Elektroporation, IRE) zur Behandlung von Prostatakrebs entwickelt. Am Prostata-Center wurden innerhalb von drei Jahren mittels IRE insgesamt rund 150 Patienten aus ganz Europa erfolgreich behandelt. Damit verfügt das Prostata-Center weltweit über die meiste Erfahrung in der Behandlung von Prostatakrebs mittels IRE-Technik.
Weitere Informationen unter www.prostata-center.de

Stand: August 2014

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Fax: +49. (0)69. 92 03 95 84
E-Mail: presse@prostata-center.de

Literatur:

  1. Hoffmann K.E., Jiangong Niu et al.: Physician Variation in Management of Low-Risk Prostate Cancer. A Population- Based Cohort Study. JAMA Intern Med. Published online July 14, 2014.
  2. Robert Koch Institut: Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland. Entwicklung der Prävalenzen zwischen 1990 und 2010. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Berlin 2010.
  3. Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. Ver-sion 1.03 – März 2011.
  4. Stehling MK, Turner R, Mansfield P: Echo-planar imaging: magnetic resonance imaging in a fraction of a second. Science 1991;254(5028):43-50.
  5. GEK Krankenhausreports 2012.
  6. Rubinsky B, Günther E, Stehling MK: Mit Stromstößen gegen Krebs. Spektrum der Wissenschaft 2014;4:40-46.

Prostatakrebs: Urologen warnen vor falschen Hoffnungen


Krebszeitung

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