Internationale Krebs-Experten tagten in Wilsede

Kongress - pixabay
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19. Krebskongress in der Lüneburger Heide

Wilsede (gb) – Moderne Trends in der Krebsforschung – mit diesem Thema beschäftigte sich das Wilsede-Meeting, das in diesem Jahr bereits zum 19. Mal im Ort Wilsede in der Lüneburger Heide stattfand. Rund 50 renommierte Krebs-Experten aus aller Welt gaben vom 16. bis 20. Juni 2012 einen intensiven Einblick in den aktuellen Stand der onkologischen Grundlagenforschung. Insgesamt nahmen rund 200 Besucher an der Tagung teil, darunter auch viele von der Deutschen Krebshilfe geförderte Nachwuchsforscher.

„Seit 1973 ist das Wilsede-Meeting ein besonderer Treffpunkt für anregende Diskussionen und Vorträge“, erklärte Professor Dr. Boris Fehse vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der die Veranstaltung in diesem Jahr zum ersten Mal leitete. „In dieser Zeit hat sich die Tagung einen festen Platz in den Terminkalendern weltweit angesehener Krebs-Experten erarbeitet.“

Zusammen mit den Ko-Organisatoren Dr. Carol Stocking, Heinrich-Pette-Institut in Hamburg, und Professor Dr. Nicolaus Kröger, ebenfalls Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, hat Fehse das Konzept der Tagung erarbeitet: Schwerpunkt der diesjährigen Zusammenkunft waren neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der Leukämieforschung. Dabei befassten sich die Wissenschaftler unter anderem mit der Frage, welche Signalwege in der Zelle fehlreguliert sind, wenn eine Leukämie entsteht. Hierbei spielen auch so genannte epigenetische Einflüsse eine wichtige Rolle. Die Epigenetik ist ein recht junges Forschungsfeld, das sich damit beschäftigt, wie die Regulation von Genen auch durch äußere Faktoren beeinflusst wird. Beispielsweise kann das fälschliche dauerhafte Abschalten bestimmter Gene zur Krebsentstehung beitragen. Welche Einflüsse das genau sind, ist noch weitestgehend unbekannt. Daher suchen Krebsforscher nach Wegen, epigenetische Prozesse genauer zu verstehen und gegebenenfalls zu korrigieren. Außerdem diskutierten die Krebs-Experten über aktuellste Fortschritte im Bereich der Immun- und Gentherapien bei Krebserkrankungen.

Die Wilsede-Treffen werden bereits seit 1978 von der Deutschen Krebshilfe gefördert. Das Krebs-Meeting in diesem Jahr wurde von ihr mit 85.000 Euro unterstützt, um den internationalen Wissensaustausch und die Krebsforschung weiter voran zu bringen. Zudem stellte die Organisation auf der Tagung ihr „Career Development Program“ vor, das Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit bietet, an verschiedenen Förderprogrammen teilzunehmen. „Wir ermöglichen wissenschaftlich interessierten Medizinstudenten eine Doktorarbeit in Krebsforschungslaboren, unterstützen junge Ärzte und Naturwissenschaftler mit Auslands-Stipendien, fördern den Aufbau von Nachwuchs-Forschergruppen und stiften personengebundene Professuren“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Hintergrund-Information: Krebsforschung
Die Fortschritte in der Krebsforschung haben dazu beigetragen, neue und wirkungsvollere Therapien gegen Krebs zu entwickeln und bestehende Behandlungsansätze weiter zu optimieren. So konnten die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in den vergangenen Jahren stetig verbessert werden. Diese Erfolge sind der Arbeit der Deutschen Krebshilfe zu verdanken. Sie ist der bedeutendste private Förderer der Krebsforschung in Deutschland. Allein 2011 investierte die Deutsche Krebshilfe etwa 32 Millionen Euro in die onkologische Forschung. Bei der Forschungsförderung gilt es, im Sinne einer optimalen Patientenversorgung vielversprechende Ergebnisse aus der Forschung schnell und effizient in die klinische Prüfung und Anwendung zu bringen.

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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  • Christoph Plass - Quelle: dkfz
    dkfz

    Christoph Plass - Quelle: dkfzIm Erbgut von Krebszellen sind wichtige Wachstumsbremsen oft durch chemische Markierungen der DNA stillgelegt. Wie es dazu kommt, untersuchten Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum gemeinsam mit Kollegen von der amerikanischen Ohio State University. Sie entdeckten, dass bei Mäusen die krebstypischen Erbgut-Markierungen lange vor den ersten Symptomen einer Blutkrebs-Erkrankung auftreten. Ein Test auf die Genmarkierung könnte daher eine entstehende Krebserkrankung frühzeitig aufspüren.

    Bei vielen Krebserkrankungen sind Teile des Erbguts der Tumorzellen durch chemische Markierungen, so genannte Methylgruppen, stillgelegt. Die Methyl-Markierung zählt zu den epigenetischen Veränderungen, die nicht die Reihenfolge der DNA-Bausteine verändern. Besonders häufig betroffen sind ausgerechnet solche Gene, die als wichtige Bremsen des krankhaften Zellwachstums wirken.

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  • Eine ferroptotische Zelle Quelle: Helmholtz Zentrum München
    dkfz

    Viele Tumorzellen haben eine fehlerhafte Zellausstattung. Nur mithilfe eines Tricks gelingt es ihnen, ihre Chromosomen während der Zellteilung korrekt auf ihre Tochterzellen zu verteilen. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben nun eine Substanz entwickelt, die diesen Trick vereitelt und Krebszellen während der Zellteilung in den Tod führt. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der Zeitschrift „Cancer Research“ veröffentlicht.

    Bei der Teilung von gesunden Zellen werden die Chromosomen, das Erbmaterial, auf genau zwei Tochterzellen gleichmäßig verteilt. Für einen ordnungsgemäßen Ablauf sorgen zwei sogenannte Polkörperchen. Zu Beginn der Zellteilung liegen sie an den gegenüberliegenden Polen der Zelle und bilden Zugfasern aus Proteinen zu den einzelnen Chromosomen aus. Anschließend werden diese unter Spannung zu jeweils einem Pol gezogen und so gleichmäßig auf die beiden Tochterzellen verteilt. Krebszellen haben meist zu viele Polkörperchen. So sollte eine korrekte Zellteilung eigentlich nicht mehr möglich sein, was zum Tod der Krebszellen führen würde – doch haben die meisten Krebszellen einen Trick entwickelt, um diesem Schicksal zu entgehen: Sie bündeln die Polkörperchen zu Aggregaten auf zwei Pole zusammen.

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