Ionen gegen Krebs

Krebsforschungszentrums KID - Quelle: Tobias Schwerdt, Deutsches Krebsforschungszentrum

Heute vor zehn Jahren wurde zum ersten Mal ein Patient mit einem Gehirntumor mit Ionenstrahlen an der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) behandelt, die zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört. Mit dem weltweit einmaligen Verfahren wurden seitdem 400 Patienten bestrahlt, mit einer hervorragenden Heilungsquote. Nun steht die Therapie kurz vor der klinischen Anwendung.

„Die Entwicklung einer solch grundlegend neuen Therapie ist nur an einem großen Kompetenzzentrum wie der GSI möglich, wo Experten aus verschiedenen Disziplinen wie Physik, Biophysik und Medizin unter einem Dach zusammen arbeiten“, sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Die Tumortherapie mit Schwerionen ist darüber hinaus ein markantes Beispiel für einen gelungenen Technologie-Transfer aus der Grundlagenforschung in die breite klinische Anwendung, denn schon im nächsten Jahr geht das Heidelberger-Ionentherapie-Zentrum in Betrieb.“

Das Heidelberger-Ionentherapiezentrum HIT wird von der Universitätsklinik Heidelberg betrieben. Die Technik von HIT ist maßgeblich von der GSI entwickelt worden, dabei entstanden 40 Patente. HIT wird damit die erste marktreife Anlage für die Therapie mit Ionenstrahlen. Bei Behandlungskosten von etwa 20.000 Euro können dort über 1000 Patienten pro Jahr behandelt werden. Im Rahmen eines Lizenzvertrages mit Siemens Medical Solutions sind derzeit weitere Anlagen dieser Art im Bau oder in Planung. Die Behandlung mit Ionenstrahlen ist ein präzises, hochwirksames und gleichzeitig sehr schonendes Therapieverfahren. Ionenstrahlen dringen in den Körper ein und entfalten ihre größte Wirkung erst tief im Gewebe, dort wo sie in einem nur stecknadelkopfgroßen Bereich stecken bleiben.

Sie können so variiert werden, dass Tumoren bis zur Größe eines Tennisballs Punkt für Punkt millimetergenau bestrahlt werden können. Das umliegende gesunde Gewebe wird weitgehend geschont. Das Verfahren eignet sich vor allem für tiefliegende Tumore in der Nähe von Risikoorganen wie z.B. dem Hirnstamm. In den ersten klinischen Studien wurden Patienten mit Tumoren an der Schädelbasis behandelt. Nachfolgende Beobachtungen über fünf Jahre haben gezeigt, dass das Wachstum der bestrahlten Tumore bei 75 bis 90 Prozent der Patienten gestoppt werden konnte. Nur in sehr seltenen Fällen traten behandlungsbedürftige Nebenwirkungen auf. Aufgrund der überzeugenden Ergebnisse ist die Therapie inzwischen als Heilverfahren anerkannt. In neuen noch nicht abgeschlossenen Studien werden Patienten mit Tumoren an der Wirbelsäule und mit Prostatakrebs behandelt.

Eine ausführliche Pressemitteilung mit Fotos finden Sie unter:
www.gsi.de/portrait/Pressemeldungen/13122007.html

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 26.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Pressemitteilung der Helmholtz-Gemeinschaft


Krebszeitung

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  • Das Deutsche Krebsforschungszentrum - dkfz - in Heidelberg
    Deutsche Krebshilfe

    Planung NCT HeidelbergHeidelberg (ek) – „Krebskranke brauchen eine individuell zugeschnittene Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft“, sagte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Frau Professor Dr. Dagmar Schipanski, heute, am 26. Oktober 2007, anlässlich des Ersten Spatenstichs für den Neubau des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. Die Struktur des NCT ist beispielgebend: Das Centrum verfügt über eine zentrale Anlaufstelle für Krebs-Patienten. Von dort aus wird die interdisziplinäre Versorgung der krebskranken Menschen gesteuert. Außerdem verfolgt das NCT das Ziel, neue Erkenntnisse und viel versprechende Ansätze aus der Grundlagenforschung rasch in der klinischen Praxis umzusetzen.

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  • Links: CT-Aufnahme, rechts: PET, Mitte: Kombination; Patient mit Lungentumor vor (oben) und nach (unten) Hochpräzisionsbestrahlung.Der Tumor hat sich bei erhaltener Lunge komplett zurückgebildet. Universitätsklinikum Freiburg
    Lungenkrebs

    Mit dem diesjährigen Schwerpunktthema „Früherkennung von Lungenkrebs – eine Chance für das Leben“ will der Deutsche Lungentag am 21. September über Möglichkeiten von Prävention, Früherkennung und Therapie bei Lungenkrebs informieren. Dazu finden ca. 65 über das gesamte Bundesgebiet verteilte Informationsveranstaltungen statt. Bei vielen dieser Veranstaltungen werden kostenlose Lungenfunktionstests sowie Informationen über die Volkskrankheiten Asthma und COPD angeboten. Auf der Website des Deutschen Lungentages unter http://www.lungentag.de/veranstaltungen.html können regionale Veranstaltungen gezielt gefunden werden.

    Bad Lippspringe. Lungenkrebs ist in Europa die häufigste Todesursache unter den Atemwegserkrankungen(1). In Deutschland erkranken jährlich rund 50.000 Menschen an Krebs der Lunge und der Bronchien(2). Tückisch am Lungenkrebs ist das Fehlen typischer Symptome, die Betroffene dazu bewegen könnten, einen Arzt aufzusuchen. Neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten oder die Verschlimmerung eines chronischen Hustens führen Betroffene am häufigsten zum Arzt. Auch Abgeschlagenheit, Kurzatmigkeit und Gewichtsverlust können frühe Anzeichen von Lungenkrebs sein.

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