Jahrestagung 2013: Innovation und Erfolge in der Behandlung von Blut- und Krebskrankheiten

Elektronenmikroskopische Aufnahme der Interaktion von Lymphomzellen mit Epithelzellen der Blutgefäße. Foto: Wilting
Elektronenmikroskopische Aufnahme der Interaktion von Lymphomzellen mit Epithelzellen der Blutgefäße.Foto: Wilting

Wien / Berlin, 23. September 2013 – Bis zu 5.000 Expertinnen und Experten für medikamentöse Tumortherapie und Pflegende werden sich vom 18. bis 22. Oktober 2013 in Wien über aktuelle Forschungsergebnisse und neue präventive, kurative und palliative Therapiekonzepte austauschen.

Die jüngsten Entwicklungen in der Hämatologie und Onkologie sind durch einen gewaltigen Innovationsschub charakterisiert. So wurden allein in den vergangenen drei Jahren 20 Medikamente neu oder mit neuer Indikation für die Behandlung von Blut- und Krebserkrankungen zugelassen. Bei der frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln betraf ein Drittel Präparate aus der Hämatologie und Onkologie. Damit ist das Fachgebiet einer der Innovationsmotoren für den medizinischen Fortschritt. Beispiele sind eine normale Lebenserwartung bei chronischer myeloischer Leukämie, höhere Heilungschancen und eine längere Lebenserwartung bei Non-Hodgkin-Lymphomen oder niedrigere Rückfallraten und eine längere Überlebenszeit bei Brustkrebs.

Wissenschaftliche Konzepte im Fluss

Damit diese Fortschritte am Patientenbett Realität werden, musste sich das Verständnis der Biologie parallel entwickeln. Der Kongress stellt sich daher selbstverständlich auch der Darstellung der neuesten Ergebnisse und Konzepte von den Fronten der hämatologischen und onkologischen Wissenschaft. Als Speerspitze dieser Darstellungen legt das Presidential Symposium dabei seinen Schwerpunkt auf das Thema „Tumorheterogenität“. Weltweit führende Expertinnen und Experten beleuchten die Entwicklung genetischer Vielfalt im Tumor und in den Metastasen sowie die Mechanismen, die diese Entwicklungen steuern. Dabei werden genetische Ursachen ebenso diskutiert wie Einflüsse aus der Tumorumgebung. Der adäquate Einsatz diagnostischer Werkzeuge zur Beobachtung dieser Vielfaltsentwicklung und die neu zu entwickelnden Grundprinzipien, mit denen gerade zielgerichtete Therapien dieser Form der Resistenzentwicklung und Tumorprogression entgegenwirken können, stehen im Mittelpunkt nicht nur dieses Symposiums, sondern auch der nächsten Jahre klinischer Forschung und Entwicklung.

Erfolge in der Krebsbehandlung: Chancen und Herausforderungen Aus den bislang erzielten Lebenszeitgewinnen und der noch zu erwartenden Entwicklung ergeben sich für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Behandelnde Chancen und Herausforderungen zugleich. Verschiedene Krebs- formen, die noch vor wenigen Jahren einen akuten Verlauf nahmen, zeigen heute chronische Entwicklungsformen – und damit eine längere Lebenserwartung für die Patientinnen und Patienten. So gewinnen als Folge der verbesserten Tumordiagnose Langzeit-Toxizitäten zunehmend an Bedeutung. Neben körperlichen Nebenwirkungen rücken psychische und soziale Aspekte in das Zentrum der Behandlung. Viele Patienten sehen sich mit negativen finanziellen und sozialen Auswirkungen konfrontiert. In diesem Zusammenhang braucht ärztliches und pflegerisches Personal eine entsprechende Expertise.

Reich, arm, alt, jung: Was hat das mit Krebs zu tun?

Den Zusammenhang von sozioökonomischem Status und Entstehung sowie Verlauf von Krebserkrankungen bringt Prof. Richard Greil, Kongresspräsident der diesjährigen Jahrestagung, auf den Punkt: „Krebs fördert Armut und Armut fördert Krebs.“ So haben Krebspatientinnen und -patienten eine schlechtere berufliche Prognose und sind damit wirtschaftlich weniger gut gestellt. Mit zusätzlichem Blick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels betont Prof. Mathias Freund, Vorsitzender der DGHO: „Unser aller Aufgabe wird es sein, dafür zu kämpfen, dass ältere Patientinnen und Patienten nicht aufgrund ihres Alters bei therapeutischen Entscheidungen bewusst oder unbewusst benachteiligt werden“.

Interdisziplinarität: Erfolgreiche Behandlung nur im Team Neben den medizinischen Innovationen der letzten Jahre beleuchten die Fach-gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unter der Überschrift „Interdisziplinarität“ einen weiteren Fokus der Jahrestagung. Wie können ärztliches, pflegerisches und therapeutisches Handeln optimal verzahnt werden, so dass Patientinnen und Patienten von beispielsweise medikamentösen Innovationen und der Weiterentwicklung therapeutischer Standards in höchstem Maße profitieren können. Auf der traditionell integrierten Pflegetagung diskutieren Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen von gemeinsamen Sitzungen und Workshops mögliche Verbesserungen und Weiterentwicklungen interdisziplinärer Behandlungsansätze. Darüber hinaus finden am Samstag, den 19. Oktober 2013, gemeinsame Veranstaltungen statt, in deren Rahmen Pflegende mit Ärztinnen und Ärzten unter anderem über die Herausforderungen der geriatrischen Onkologie oder der Psychoonkologie diskutieren.

Studententag: Ein Tag für den Nachwuchs

Innovative Forschung und die Konzeption moderner Behandlungsansätze – dazu braucht es junge Menschen, die sich für die Hämatologie und Onkologie begeistern und ihre ärztliche Karriere in den Dienst der Behandlung von hämatologischen und onkologischen Erkrankungen stellen. Beim diesjährigen Studententag am Samstag, den 19. Oktober präsentieren Fachspezialistinnen und -spezialisten aus den Bereichen der Hämatologie und der Medizinischen Onkologie den Studierenden alltägliche Einblicke in ihr Arbeitsfeld und geben interessante Anregungen zur individuellen Berufs- und Karriereplanung.

Frühe Förderung für Qualität, Innovation und Begeisterung Unter allen eingereichten Abstracts werden besonders herausragende Arbeiten in der Plenarsitzung „Best Abstracts“ am Montag, den 21. Oktober 2013 von 10:00 bis 11:30 Uhr, vorgestellt. Der „Young Investigators´ Award“, ein Nachwuchswissenschaftlerpreis, wird Montag, den 21. Oktober von 12:00 bis 13:30 Uhr, verliehen. In der Sitzung „Armut und Krebs“ verleihen DGHO und OeGHO am Samstag, den 19. Oktober von 10:00 bis 11:30 Uhr, Förderpreise an junge Ärztinnen und Ärzte, unter anderem den Artur- Pappenheim-Preis, den Doktorandenförderpreis, den Wolfgang Denk-Preis und den Wilhelm Türk-Preis.

Highlights: Eine Auswahl

In der Plenarsitzung „Best of the Year“ am Freitag, den 18. Oktober von 12:30 bis 14:00 Uhr, präsentieren Prof. Clemens A. Schmitt (translationale Forschung), Prof. Justus Duyster (Hämatologie) und Prof. Dirk Arnold (Onkologie) herausragende Arbeiten. In der Plenarsitzung „Krebs und Armut“ am Samstag, den 19. Oktober von 10:00 bis 11:30 Uhr, spricht Katarina Sjövall, Ph.D., aus Schweden über den Einfluss einer Krebsdiagnose auf die familiäre und finanzielle Situation. Rosa Puigpinós-Riera, M.P.H., aus Barcelona referiert über die Zusammenhänge von sozioökonomischem Status und Krebsmortalität. Am Montag, den 21. Oktober von 10:00 bis 11:30 Uhr, findet die Sitzung „Best Abstracts“ statt. Am Dienstag, den 22. Oktober von 11:30 bis 13:00 Uhr, findet das „Presidential Symposium“ zum Thema Tumorheterogenität statt.

Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Fachgesellschaften – ein Überblick

Auf der Jahrestagung wird der aktuelle Stand des Wissens der verschiedenen Krebs- und Bluterkrankungen in mehr als 200 Veranstaltungen präsentiert. In Plenarsitzungen, wissenschaftlichen Symposien, Fortbildungsvorträgen, Expertenworkshops, bei Posterpräsentationen und in Arbeitskreissitzungen werden Erfahrungen ausgetauscht und diskutiert. Neue standardverändernde Ergebnisse gibt es unter anderem bei Schilddrüsenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Darmkrebs, neuroendokrinen Tumoren, bei den akuten Leukämien und beim Multiplen Myelom. In mehr als 650 freien Beiträgen werden neue Erkenntnisse der hämatologischen und onkologischen Forschung vorgestellt. Im Vergleich zur Jahrestagung im Vorjahr ist die Zahl der Abstracts um zehn Prozent gestiegen. Insgesamt werden bis zu 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet.

DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. besteht seit über 75 Jahren und hat heute mehr als 2.800 Mitglieder, die in der Erforschung und Behandlung hämatologischer und onkologischer Erkrankungen tätig sind. Mit der Ausarbeitung von Aus-, Fort- und Weiterbildungscurricula, der Erstellung von Behandlungsleitlinien und Behandlungsempfeh-lungen sowie mit der Durchführung von Fachtagungen und Fortbildungsseminaren fördert die Fachgesellschaft die hochwertige Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen.

OeGHO Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie

Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Onkologie (OeGHO) hat sich zum Ziel gesetzt, die Betreuung von Patientinnen und Patienten österreichweit an den höchsten Standard heranzuführen. Die OeGHO zählt als Fachgesellschaft aktuell ca. 500 Mitglieder, von denen ein Großteil Fachärzte oder Fachärztinnen für Innere Medizin mit Additivfach Hämatologie und Internistischer Onkologie sind. Neben der Aus-,Fort- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften, der Festlegung von Standards für die Facharztausbildung und Ausbildungsstätten und der Erarbeitung von Leitlinien, will die OeGHO die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen allen an der Krebs-therapie Beteiligten und die Forschung auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie aktiv fördern.

Unter www.haematologie-onkologie-2013.at erhalten Sie ausführliche Informationen zum Programm der Jahrestagung 2013.

Die Pressemitteilung sowie weitere Informationen zur Jahrestagung 2013 können Sie auf der Internetseite der Fachgesellschaft www.dgho.de bzw. unter www.oegho.at abrufen. Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und
Medizinische Onkologie e.V / DGHO Hauptstadtbüro
V.i.S.d.P. Michael Oldenburg
Fon: 0049 (0)30 / 27 87 60 89 – 0
Fax: 0049 (0)30 / 27 87 60 89 – 18
E-Mail: oldenburg@dgho.de
Internet: www.dgho.de

Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie
V.i.S.d.P. Walter Voitl, MBA
Fon: 0043 (0)1 4789404
Fax: 0043 (0)512 504 26299
E-Mail: office@oegho.at
Internet: www.oegho.at

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V., Ulrike Feldhusen


Krebszeitung

--Download Jahrestagung 2013: Innovation und Erfolge in der Behandlung von Blut- und Krebskrankheiten als PDF-Datei --


  • Pressekonferenz über die Priorisierung und Forschungsförderung
    DGU-Kongress 2013

    „Wissenschaftlicher Fortschritt entscheidet über unsere Zukunft“

    Dresden/ Homburg, 05.02.2013. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. ist überzeugt: „Wenn ein wissenschaftliches Fachgebiet aufhört, die kontinuierliche Erzeugung von wissenschaftlichem Fortschritt als seine wesentliche Daseinsberechtigung zu definieren, wird es auf die Dauer seine Existenzgrundlage verlieren.“

    Die Wissenschaftsstruktur in der Urologie zu fördern, ist für Prof. Dr. Michael Stöckle deshalb eine Herzensangelegenheit. In den zehn Jahren seiner Vorstandstätigkeit gelang es der Fachgesellschaft in einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung, vorhandenem Wissenschaftsdefizit in der Urologie mit der Gründung des Forschungsressorts, der Arbeitgemeinschaft Urologische Forschung (AUF), des Urologischen Studienregisters und der Etablierung der Eisenberger-Stipendien zu begegnen.

    „Beim Aufbau einer nachhaltigen Forschungslandschaft an deutschen Urologischen Universitätskliniken haben wir erhebliche strukturelle Verbesserungen erreicht, die der Öffentlichkeit und insbesondere natürlich dem wissenschaftlichen Nachwuchs sichtbar machen, dass wissenschaftlicher Fortschritt auf der Agenda der DGU ganz weit oben steht“ sagt der Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes.

    […mehr lesen]

  • Solarium - pixabay
    Deutsche Krebshilfe

    Bonn (sts) – Die Stärke der UV-Strahlen in Solarien ist so intensiv wie die der Sonne mittags am Äquator. Je stärker die UV-Strahlung, umso höher ist die Gefahr, dass Hautkrebs entsteht. Solarien sollten deshalb grundsätzlich nicht genutzt werden, auch nicht für die körpereigene Produktion von Vitamin D. Diese Ansicht vertreten die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

    „UV-Strahlen sind krebserregend und der größte Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs“, erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Gleichwohl haben UV-Strahlen – wohldosiert – aber auch eine lebenswichtige Funktion: Der Körper bildet mit ihrer Hilfe in der Haut Vorstufen von Vitamin D und kann so selbst seinen Bedarf an diesem Vitamin sicherstellen. Dies ist bedeutsam, da nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) rund 60 Prozent der Bundesbürger unzureichend mit Vitamin D versorgt sind. Regelmäßige Aufenthalte im Freien können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Vitamin-D-Bedarf zu decken. „Wer sich umsichtig in der Sonne verhält, nutzt die körpereigene Vitamin-D-Synthese und beugt der Entstehung von Hautkrebs vor“, rät Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der ADP.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit