Kampf dem Krebs

Die mikroskopische Aufnahme zeigt neutrophile Granulozyten des angeborenen Abwehrsystems, die mit Hilfe monoklonaler Antikörper eine Brustkrebszelle angreifen und sie zerstören.

Die mikroskopische Aufnahme zeigt neutrophile Granulozyten des angeborenen Abwehrsystems, die mit Hilfe monoklonaler Antikörper eine Brustkrebszelle angreifen und sie zerstören.Menschen mit bösartigen Erkrankungen hoffen oft auf neue Medikamente, die sie in ihrem Kampf gegen den Krebs unterstützen. Aber auch die körpereigenen Abwehrkräfte können eine entscheidende Rolle übernehmen. In einem gemeinsamen Projekt wollen PD Dr. Bernhard Stockmeyer aus der Medizinischen Klinik 5 des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mackensen) und Prof. Dr. Georg Fey vom Lehrstuhl für Genetik für Universität Erlangen-Nürnberg körpereigene Abwehrstoffe so verändern, dass mit ihrer Hilfe die Abwehrzellen des Patienten bösartige Tumoren erkennen und abtöten.

Kampf dem Krebs mit körpereigenen Abwehrstoffen

Schematische Darstellung der Antikörper-abhängigen Zell-vermittelten Zytotoxizität. Unsere innovativen Antikörperfragmente erkennen auf der Tumorzelle nicht nur ein Tumorantigen sondern gleichzeitig 2 verschiedene TumorantigeneAntikörper dienen normalerweise der Beseitigung von Infektionserregern. Die Erlanger Forscher wollen den Bauplan dieser Antikörper so verändern, dass damit weiße Blutkörperchen gezielt Tumorzellen unschädlich machen. „Das Besondere an diesem Therapieansatz ist, dass die Tumorzellen gleichzeitig anhand von zwei verschiedenen Merkmalen, sogenannter Tumorantigene, erkannt und von den Zellen des angeborenen Abwehrsystems angegriffen werden“, sagte Dr. Stockmeyer. Das „duale Targeting“ durch Granulozyten, Monozyten oder Makrophagen soll in der neuen Studie im Reagenzglas erprobt werden.

„Wir hoffen, dass wir in einigen Jahren mit Hilfe dieser veränderten Abwehrstoffe körpereigene Immunzellen so aktivieren, dass sie Tumorpatienten eine weitere Chance zur Heilung geben können“, hofft Dr. Stockmeyer.
„Die großzügige Förderung der Wilhem Sander-Stiftung ermöglicht uns, in der Tumortherapie neue vielversprechende Wege einzuschlagen“ bedankt sich Dr. Stockmeyer.

Kontakt: PD Dr. Bernhard Stockmeyer, Erlangen
Tel.: +49 (9131)85 36590 Fax +49 (9131) 85 34770
e-mail: bernhard.stockmeyer@uk-erlangen.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 200.000 €.
Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen: www.wilhelm-sander-stiftung.de

Pressemitteilung Wilhelm Sander-Stiftung, Bernhard Knappe


Krebszeitung

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