Kampf dem Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs

Immunzellen (T-Zellen) im Bauchspeicheldrüsenkrebs, die ihre Entzündungsstoffe (Zytokine) über den alternativen p38-Signalweg bilden und dadurch das Tumorwachstum fördern. Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg
Immunzellen (T-Zellen) im Bauchspeicheldrüsenkrebs, die ihre Entzündungsstoffe (Zytokine) über den alternativen p38-Signalweg bilden und dadurch das Tumorwachstum fördern.Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg

Münster (nh) – Patienten mit Leber- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs haben meist sehr schlechte Heilungschancen, da die Tumoren keine Frühsymptome zeigen und oft zu spät entdeckt werden. Wissenschaftler der Universitätsklinik Münster arbeiten derzeit an einem neuartigen Ansatz zur Behandlung dieser bösartigen Tumoren: Sie untersuchen, bei welchen Tumortypen das Zellgift „Viscumin“ aus der Mistel zur Therapie erfolgversprechend eingesetzt werden kann. Außerdem prüfen die Forscher, ob sie die Tumoren anhand spezifischer Tumormarker früher als bisher aufspüren können. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 240.000 Euro.

Suche nach neuer Therapie mit Mistelwirkstoff

Der Wirkstoff Viscumin ist ein Zellgift aus der Mistel (lateinisch Viscum album). Viscumin wirkt zellschädigend, da es den Aufbau lebenswichtiger Eiweißstoffe hemmt, so dass die Zelle abstirbt. Bisher wird das Pflanzengift direkt aus der Mistel gewonnen. Heutzutage wird es auch im Labor als „rViscumin“ in hochreiner Form produziert. „Es ist das erste gentechnisch hergestellte pflanzliche Protein, das jetzt in klinischen Studien erprobt werden kann“, erklärt Professor Dr. Johannes Müthing, Leiter des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekts am Institut für Medizinische Physik und Biophysik der Universitätsklinik Münster. Sein Forscherteam hat unlängst die Zellstrukturen (Rezeptoren) identifiziert, über die das rViscumin an die Krebszellen bindet und anschließend in die Zelle gelangt.

„Tumorzellen können diese Rezeptoren in erhöhter Anzahl tragen“, erklärt Professor Müthing. „Zudem konnte in Laborversuchen gezeigt werden, dass das rViscumin an Krebszellen bindet.“ Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass Krebszellen im Vergleich zu gesunden Zellen das Mistelgift bevorzugt aufnehmen. Die Arbeitsgruppe von Professor Müthing hat eine erhöhte Rezeptordichte bei Krebszellen des Magen-Darm-Trakts nachgewiesen. „Somit könnte man das pflanzliche Zellgift für eine gezielte Abtötung der Tumoren nutzen“, so der Projektleiter.

Das Team um Professor Müthing untersucht im Rahmen der neuen Studie zunächst bei jeweils 30 Betroffenen mit Tumoren der Leber oder Bauchspeicheldrüse die spezifischen molekularen Strukturen der Krebszellen. Die Wissenschaftler prüfen vor allem, ob die bösartig veränderten Gewebeproben höhere Konzentrationen der rViscumin-bindenden Rezeptoren aufweisen als gesundes Gewebe. „Ein wesentliches Ziel dieser Studie ist es, das Pflanzengift rViscumin ergänzend zur Chemo- und Strahlentherapie individuell bei Patienten mit Leber- beziehungsweise Bauchspeicheldrüsenkrebs einzusetzen, um ihre Heilungschancen zu verbessern“, erklärt Müthing. „Denn für diese Tumoren gibt es gegenüber anderen Krebsarten des Magen-Darm-Traktes noch keine befriedigende Therapiemöglichkeiten.“

Neben der Verbesserung der Behandlung dieser Tumoren wollen die Forscher die identifizierten Rezeptoren auch als Marker zur Diagnostik nutzen: Bei Krebszellen können sich diese Strukturen von der Zellmembran ablösen und sind dann möglicherweise in erhöhter Konzentration im Blut vorhanden. „Durch den frühzeitigen Nachweis dieser verräterischen Strukturen im Blut können Tumoren der Bauchspeicheldrüse und der Leber so gegebenenfalls früher als bisher aufgespürt und somit schneller behandelt werden“, so der Forscher.

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe


Krebszeitung

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  • Während der Operation durch die Neurochirurgen des UKJ kann unter speziellem UV-Licht des Operationsmikroskops der zu entfernende Hirntumor deutlich sichtbar vom gesunden Hirngewebe unterschieden werden. Foto: UKJ/Medienzentrum
    Hirntumoren

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    Während der Operation durch die Neurochirurgen des UKJ kann unter speziellem UV-Licht des Operationsmikroskops der zu entfernende Hirntumor deutlich sichtbar vom gesunden Hirngewebe unterschieden werden. Foto: UKJ/MedienzentrumJena (ukj/dre). Eine neue Operationsmethode bei Hirntumoren ergänzt nun das Behandlungsspektrum der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Jena (UKJ): Dabei werden Hirntumoren durch den Einsatz einer körpereigenen Substanz und speziellem UV-Licht während der Operation sichtbar gemacht. Das ermöglicht eine präzisere Entfernung des Tumors.

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