Kehlkopfkrebs stimmschonend operieren

Prof. Andreas Dietz (re.) erwartet 90 HNO-Experten aus ganz Europa zum 7. Leipziger OP-Kurs am Uniklinikum Leipzig. Foto: UKL
Prof. Andreas Dietz (re.) erwartet 90 HNO-Experten aus ganz Europa zum 7. Leipziger OP-Kurs am Uniklinikum Leipzig. Foto: UKL

Kehlkopfkrebs: Etwa 90 HNO-Chirurgen, darunter 30 hochrangige Experten für Kopf-Hals- Tumoren aus ganz Europa, treffen sich vom 29. Februar bis 3. März in Leipzig zum 7. Internationalen HNO-Operationskurs. Im Mittelpunkt des erstmals von der European School of Oncology mitveranstalteten Symposiums stehen stimmschonende Operationstechniken und neue Behandlungsverfahren des Kehlkopf- und Rachenkrebses.

Europas HNO-Experten treffen sich am UKL zum Operationskurs / Live-OPs demonstrieren neue Techniken

„Bei der Behandlung von Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich ist eines unserer Ziele, wichtige Funktionen wie Sprechen und Schlucken erhalten zu können“, erklärt Prof. Andreas Dietz, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Leipzig und Initiator des hochkarätigen OP-Kurses. „Dazu stehen uns heute neben immer präziseren Operationstechniken auch neue Methoden der Bestrahlung und Chemotherapie zur Verfügung. Dank dieser Verbindung können wir deutlich häufiger als früher die Schluck- und Sprechfähigkeit unserer Krebspatienten erhalten oder wiederherstellen“, so der HNO-Experte und Vorreiter der konzeptuellen Krebstherapie im HNO- Bereich.

Jährlich erkranken mehrere tausend Menschen neu an einem Tumor im Kehlkopf- und Rachenbereich. Betroffen von der häufigsten Krebsart im Kopfhalsbereich sind vor allem Männer jenseits der Lebensmitte. Oft ist eine Operation am Kehlkopf, meist verbunden mit dessen Entfernung, die einzige Chance, den Krebs wirksam aufzuhalten. In den letzten Jahren kommen allerdings verstärkt Methoden zum Erhalt des Kehlkopfes oder zumindest wichtiger Bestandteile zum Einsatz. Grundlage dafür ist eine Verbindung unterschiedlicher Therapieverfahren zu einem umfassenden interdisziplinären Konzept.

Diese Art der engen Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche ist eines der Themen des europaweit einzigartigen Leipziger HNO-Operationskurses, zu dem das UKL gemeinsam mit der IRDC-Academy zum siebenten Mal die Spitzenvertreter der europäischen HNO-Krebschirurgie erwartet. An vier Tagen werden 30 Experten mit 60 Fachärzten ihre Erfahrungen austauschen und neue chirurgische Verfahren vorstellen. Dazu werden am 1. März in einer mehrstündigen Live-Übertragung 10 Operationen am Uniklinikum demonstriert und kommentiert. „Hier werden wir OP-Techniken für einen bestmöglichen Erhalt der entscheidenden Funktionen vorstellen“, so Dietz. Im Fokus steht dabei vor allem der Teilerhalt des Kehlkopfes bei erfolgreicher Krebsentfernung. Das gelingt inzwischen immer besser dank des Zusammenspiels der Disziplinen. Dazu gehört auch die Einbeziehung der Phoniatrie bei der Entwicklung von Operationsverfahren. Auf der Grundlage der Funktionsanalysen von Stimmexperten können Chirurgen schonender operieren und den Patienten so häufiger als früher die Sprechfähigkeit erhalten.

Diesen wichtigen Aspekt wird Prof. Michael Fuchs, Leiter der Sektion für Phoniatrie am UKL, auf dem Symposium vorstellen und vertiefen. Die Stimmtherapie spiele an vielen Stellen eine entscheidende Rolle, „denn selbst wenn der Kehlkopf entfernt werden musste, können unsere Patienten bei der richtigen Begleitung mit Hilfe von Stimmprothesen wieder sprechen“, beschreibt der UKL-Phoniater die verbesserten Möglichkeiten.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Dietz
Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Universitätsklinikum Leipzig A.ö.R.
Telefon: (03 41) 97 – 2 17 00
E-Mail: andreas.dietz@uniklinik-leipzig.de

Prof. Dr. Michael Fuchs
Leiter der Sektion für Phoniatrie und Audiologie, Universitätsklinikum Leipzig A.ö.R.
Telefon: (03 41) 97 –2 18 00
E-Mail: michael.fuchs@uniklinik-leipzig.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Leipzig AöR, Helena Reinhardt


Krebszeitung

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  • Immunzellen (T-Zellen) im Bauchspeicheldrüsenkrebs, die ihre Entzündungsstoffe (Zytokine) über den alternativen p38-Signalweg bilden und dadurch das Tumorwachstum fördern. Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg
    Bauchspeicheldrüsenkrebs

    Universitätsklinikum Heidelberg startet Studie bei Pankreaskrebs / Teilnehmer werden gesucht / Knochenmarkzellen gesunder Geschwister sollen körpereigene Krebsabwehr stärken

    Am Universitätsklinikum Heidelberg startet eine Studie zur Therapie mit Stammzellen bei aggressiven Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom). Die Mediziner hoffen, die Überlebenszeit der Patienten ohne Rückfall verlängern zu können. Dazu erhalten die Patienten nach Entfernung des Tumors und anschließender Chemotherapie Blutstammzellen aus dem Knochenmark gesunder Geschwister, deren Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen. Die transplantierten Zellen bilden neue Immunzellen, die die im Körper verbliebenen Tumorzellen effektiver bekämpfen als es zuvor das Immunsystem des Patienten vermochte.

    Weltweit wurde die Stammzelltransplantation bei Pankreaskrebs bisher nur als individueller Heilversuch bei wenigen Patienten mit sehr schlechter Prognose durchgeführt. „Die Ergebnisse lassen hoffen“, sagt Studienleiter Privatdozent Dr. Hubertus Schmitz-Winnenthal, Leiter der Sektion für Endokrine Chirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Markus W. Büchler). „Wir überprüfen nun im Rahmen einer kontrollierten klinischen Studie, ob sich das Behandlungskonzept bewährt.“ Die Stammzelltransplantation in der Behandlung von Blut- und Knochenmarkkrebs ist eine fest etablierte Therapie und wird am Universitätsklinikum Heidelberg von einem spezialisierten und erfahrenen Ärzteteam um Professor Dr. Peter Dreger aus der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Anthony D. Ho) mehr als 300 Mal im Jahr durchgeführt.

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  • Immunzellen in einem Dickdarmtumor (Gewebepräparat). T-Helfer-Zellen (rot) liegen zwischen den Drüsenstrukturen der Tumorzellen (Zellkerne blau gefärbt). - Quelle: Klaus-Peter Janssen
    Krebsthemen

    Vor allem in der Behandlung von Nebenwirkungen und bei der Tumornachsorge gibt es Potenzial für komplementäre Methoden und Naturheilkunde. So lautet das Fazit einer Fachtagung über integrative Onkologie am Tempelhofer Darmzentrum, St. Joseph Krankenhaus Berlin, gefördert von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung.

    Die Akutbehandlung von Krebserkrankungen des Dickdarms hat inzwischen ein erstklassiges Niveau erreicht. Doch eine Krankengeschichte ist mit Operation und Krankenhausaufenthalt nicht zu Ende. „Wir stellen immer wieder fest, dass bei vielen Patienten im ersten oder zweiten Jahr nach der Operation Beschwerden auftreten“, sagt Prof. Dr. Reiner Kunz, Leiter des Tempelhofer Darmzentrums.

    Die Symptome werden dabei in den meisten Fällen nicht vom Tumor verursacht, sondern sind Folge der Nebenwirkungen oder psychisch bedingt – eine somatische Therapie greift daher nicht. Der Patient hat häufig das Vertrauen in seinen Körper verloren, empfindet die Erkrankung möglicherweise als soziales Stigma und verliert seine Zukunftsperspektive.

    „Eine Depression erhöht die Mortalitätsrate bei Krebspatienten um bis zu 40 Prozent“, so Andreas Michalsen, Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité und Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin. Die psychoonkologische Betreuung während und nach der Akutphase sei zentral für den Behandlungserfolg. Vier von zehn Patienten benötigen eine solche Unterstützung.

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