Knochenmarkkrebs: Hamburger Forscherin arbeitet an Therapie für die bislang unheilbare Krankheit

Prof. Uta Dirksen mit ihrem Kollegen Dr. Konstantin Agelopoulos aus der Medizinischen Klinik A bei der Arbeit im Labor Foto: WWU/DU

Ein Hamburger Forscherteam um Dr. Mascha Binder arbeitet an einer Therapie für das bisher unheilbare Multiple Myelom. Bei dieser Form des Knochenmarkkrebses vermehren sich Antikörper-produzierende Zellen, die sogenannten Plasmazellen, unkontrolliert. Obwohl viele Patienten auf eine Chemotherapie zunächst ansprechen, erleben sie in der Regel einen Rückfall ihrer Erkrankung. Binder vermutet: „Durch die gängigen Verfahren werden lediglich die bösartigen Plasmazellen abgetötet, nicht aber deren unreifere Krebsvorläuferzellen“. Daher will die Fachärztin diese entarteten Stammzellen unter die Lupe nehmen und Strategien entwickeln, wie diese gezielt abgetötet werden können.

Während im gesunden Organismus das blutbildende System eine Vielzahl unterschiedlicher Plasmazellen hervorbringt, kommt es beim Multiplen Myelom auf noch nicht abschließend geklärte Weise zur bösartigen Vermehrung eines einzelnen Plasmazellklons im Knochenmark. Die betroffenen Patienten leiden u.a. unter Knochenbrüchigkeit, Nierenversagen und Blutarmut.

Plasmazellen entwickeln sich aus weißen Blutkörperchen. Diese werden zusammen mit anderen Immunzellen im Knochenmark von Stammzellen gebildet. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass die bösartigen Plasmazellen aus einem Pool von bereits entarteten Vorläuferzellen mit Stammzell- Eigenschaften entstehen. Diese vermeintlichen Vorläuferzellen sind – in höherem Maße als die eigentlichen Tumorzellen – resistent gegen herkömmliche chemotherapeutische Behandlung. Diese Chemotherapie-Resistenz könnte die hohe Rückfallrate bei dieser Erkrankung erklären. Zur Verbesserung der Therapie des Multiplen Myeloms setzt die Hamburger Forschungsgruppe daher auf eine gezielte Eliminierung dieser Vorläuferzellen. Wie die Abtötung der Vorläuferzellen erfolgen kann, wollen Binder und ihr Team von Patienten lernen, deren natürliches Immunsystem den Krebs zurückgedrängt hat. Dazu untersuchen sie Blutproben dieser Patienten mit Hilfe eines am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf etablierten Verfahrens. Die Forscher prüfen im ersten Schritt, ob sich die Immunantworten der Patienten tatsächlich gegen die Krebsvorläuferzellen gerichtet haben. Falls ja, wollen Binder und ihr Team die genauen Angriffspunkte der Immunantwort an den Krebszellen identifizieren. Diese Erkenntnisse würden dann den Weg für eine Therapie bereiten, die sich gezielt gegen die Vorläuferzellen richtet.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsvorhaben als Fortsetzung einer ersten Projektphase mit weiteren rund 200.000 €. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleiterin):
Dr. med. Mascha Binder,
Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
II. Medizinische Klinik, Onkologie und Hämatologie
Tel.: +49 (40) 7410 51953
E-mail: m.binder@uke.de

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de/

Pressemitteilung Wilhelm Sander-Stiftung, Sylvia Kloberdanz


Krebszeitung

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    DGU-Kongress 2013

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    Die hochinnovative Technik ist Teil der Veranstaltung „Werde Urologin/Urologe für einen Tag!“, die Medizin zum Anfassen bietet und Karrierechancen in der Urologie aufzeigt.

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    Krebstumoren wurden lange Zeit als eine Masse gleichartiger Zellen angesehen, die sich unkontrolliert vermehren und in der Lage sind, Metastasen auszubilden. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler jedoch erkannt, dass nicht alle Krebszellen gleich sind. Diese Heterogenität der Tumorzellen wird in der Forschung mit zwei unterschiedlichen Modellen zu erklären versucht. Das eine geht davon aus, dass der Tumor biologisch homogen ist und alle Krebszellen die Fähigkeit haben, das Tumorwachstum anzustoßen. Das andere Modell geht von einem grundlegenden Unterschied zwischen den Krebszellen aus. Professor Dr. med. Michael Baumann von der Technischen Universität Dresden und Präsident der DEGRO: „Zum unbegrenzten Wachstum tragen im Wesentlichen nur einige wenige Stammzellen bei.“ Im Tierexperiment könne man sehen, dass die Tiere erkranken, wenn Tumoren mit Stammzellen verpflanzt werden. Ohne Stammzellen im Tumor blieben die Tiere gesund, erläutert der DEGRO-Präsident.

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