Krebs besiegen

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt - Quelle: ddp
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt - Quelle: ddp

„Den Krebs besiegen – Forschung für den Menschen“ – das war das Motto des 4. Tages der Gesundheitsforschung an der Charité – am 17.Februar. Die Diagnose Krebs bedeutet heutzutage noch lange nicht das Ende. Ärzte und Wissenschaftler der Charité haben durch neue Diagnose- und Behandlungsverfahren dazu beigetragen, die Chancen auf Heilung enorm zu steigern. Erprobte Techniken wie computergestützte, zielgenaue Operationsverfahren und Bestrahlungsmethoden werden laufend verfeinert. Auch ganz neuartige Ansätze wie der Einsatz von Lasern oder die Hyperthermie, bei der Hitze die Krebszellen bekämpft, sind jetzt in der Anwendung.

Forschung für den Menschen

Moderne Diagnoseverfahren machen es möglich, Tumorerkrankungen frühzeitig zu erkennen – der Zeitvorsprung kann Leben retten. Neuartige Medikamente, Immuntherapie und Impfungen werden an der Charité entwickelt und getestet.

Dazu erklärte die Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt: „Je früher eine Krebserkrankung diagnostiziert wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung. Dank der Fortschritte in Forschung, Diagnostik und Therapie während der letzten Jahrzehnte können Krebserkrankungen heute früher festgestellt und erfolgreicher behandelt werden.

Die Überlebenschance bei Brustkrebs liegt nach Expertenmeinung bei rund 80 Prozent. Die Überlebenschance bei Darmkrebs liegt bei ca. 56 %. Sie könnte noch besser sein, wenn die Versicherten das gesetzliche Angebot zur Früherkennung auf Darmkrebs ab dem 50. Lebensjahr häufiger und regelmäßiger nutzen würden.

Prävention und Früherkennung sind somit nicht nur eine Herausforderung für Forschung und Politik, sondern bedeuten auch mehr Verantwortung für jeden Einzelnen. Mein Appell lautet daher:

Nutzen Sie die gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen – leider nehmen immer noch viel zu wenig Menschen diese wahr. Ab Juli 2008 bieten die gesetzlichen Krankenkassen zusätzlich ein zweijährliches Hautkrebs-Screening für alle Versicherten ab 35 Jahre an. Für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren wurde zudem kürzlich ein bevölkerungsweites qualitätsgesichertes Mammographie-Screening-Programm zur Brustkrebs-Früherkennung eingeführt. Zusammen mit meinem Kollegen Sigmar Gabriel und der Kooperationsgemeinschaft Mammographie werden wir auf einem Fachkongress am 8. April 2008 in Berlin eine erste Bilanz zum Mammographie-Screening in Deutschland ziehen.

Der Schlüssel für eine erfolgreiche onkologische Behandlung liegt in der Bündelung von exzellenter interdisziplinärer Kompetenz in der Forschung sowie in der klinischen und ambulanten Versorgung. Hierfür brauchen wir möglichst einheitliche Strukturen und Qualitätsstandards. In der Entwicklung von ausgewählten interdisziplinären onkologischen Spitzenzentren sehe ich eine Chance, dies zu erreichen und Krebskranken eine noch bessere, individuell zugeschnittene Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu ermöglichen. Das erwarten sie zu Recht.“

Diese fünf Aspekte standen im Programm der Berliner Charité im Vordergrund:

1. Krebs verhindern
Der erste Schritt zur Prävention ist leicht: Lassen Sie riskante Gewohnheiten weg oder kontrollieren Sie sie zumindest.
Schützen Sie beim Sonnenbaden Ihre Haut vor UV-Strahlen.
Gesundes Essen – gesunder Körper: Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich ausgewogen ernähren können. Auch die Medizin trägt dazu bei, den Krebs zu verhindern.
Gegen Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen, kann man sich inzwischen impfen lassen.

2. Krebsentstehung verstehen
Bei manchen Tumorarten spielen die Gene mit. Was familiäres Risiko bedeutet, wissen unsere Genetiker.
Ein genaues Bild vom Krebs machen sich die Pathologen. Unter dem Mikroskop betrachten sie seine Zellen, sehen sein Wachstum, schützen sein Gefahrenpotential ein. Sie sind nicht nur erfahrene Diagnostiker
– ihre Erkenntnisse helfen, den Krebs verstehen zu lernen.

3. Krebs frühzeitig erkennen

Darmkrebs ist heimtückisch:
Wenn man die ersten Symptome spürt, ist der Krebs oft bereits weit fortgeschritten. Regelmäßige
Darmspiegelungen können daher Ihr Leben retten. Auch von anderen Tumoren sollte man sich so früh wie möglich ein Bild machen: Neueste Verfahren wie Computer- und Magnetresonanztomographie
spüren sie schmerzlos auf, bevor sich der Patient krank fühlt.

4. Krebs gezielter und schonender behandeln
Realitätsnahe Computersimulationen weisen dem Chirurgen und dem Strahlentherapeuten den Weg. Roboter präzisieren Eingriffe bei Tumorerkrankungen. Mit maßgeschneiderten medikamentösen Behandlungen erhält der Patient neue Lebensqualität.

5. Krebspatienten besser betreuen
Sport tut nicht nur den Gesunden gut – moderates Bewegungstraining kann das Wohlbefinden und den Genesungsprozess von Krebspatienten verbessern.
Aber auch die Psyche spielt eine entscheidende Rolle. Wie man mit Krebs lebt und ihn psychisch
verarbeitet, schildern Ärzte, Psychoonkologen und Betroffene aus erster Hand.

Detlef Höwing


Krebszeitung

--Download Krebs besiegen als PDF-Datei --


  • Brustkrebsrisiko - © dkfz.de
    dkfz

    Zum 25-jährigen Jubiläum bringt der „einblick“ eine Sonderreihe heraus: je ein Heft für Frauen, Männer und Kinder. Den Anfang macht das aktuelle Heft „Frauen und Krebs“. Nur etwa die Hälfte aller Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kommt der Einladung zum Mammografie-Screening nach. Ein möglicher Grund: Über Nutzen und Risiken der Brustkrebs-Früherkennung wird noch immer kontrovers diskutiert. „einblick“ hat mit zwei Experten über den aktuellen Wissensstand, die Vorteile und Risiken der Untersuchung gesprochen.

    Während einer Schwangerschaft an Krebs zu erkranken – dieser Gedanke ist beängstigend. „Doch so schrecklich die Diagnose auch ist: Die Prognosen für Mutter und Kind sind gut“, berichtet Professor Andreas Schneeweiss. Im aktuellen „einblick“ erzählt eine ehemalige Krebspatientin ihre bewegende und Mut machende Geschichte.

    Ungefähr die Hälfte der Wissenschaftler und Doktoranden am Deutschen Krebsforschungszentrum sind Frauen. Wie die meisten jungen Menschen stellen sie sich irgendwann die Frage, ob sie Kinder haben möchten – und wenn ja, wann? „einblick“ hat mit Forscherinnen am Deutschen Krebsforschungszentrum gesprochen, die von ihrem gelungenen Spagat zwischen Kind(ern) und Karriere berichten.

    […mehr lesen]

  • Aktuelles Brustkrebswissen: Inge Althaus von Komen Deutschland (3.v.l.) übergibt Andrea Hahne vom Sana Klinikum Hameln-Pyrmont die erste Pink-Infotasche. Mit dabei waren Helmut Kiesewalter von der Volksbank Hameln-Stadthagen, Jutta Bergmann von der Stiftung der Niedersächsischen Volksbanken und Raiffeisenbanken und der Chefarzt der Gynäkologie Dr. med Thomas Noesselt Foto: Sana Klinikum
    Brustkrebs

    Aktuelles Brustkrebswissen: Inge Althaus von Komen Deutschland (3.v.l.) übergibt Andrea Hahne vom Sana Klinikum Hameln-Pyrmont die erste Pink-Infotasche. Mit dabei waren Helmut Kiesewalter von der Volksbank Hameln-Stadthagen, Jutta Bergmann von der Stiftung der Niedersächsischen Volksbanken und Raiffeisenbanken und der Chefarzt der Gynäkologie Dr. med Thomas Noesselt                                                       Foto: Sana KlinikumHameln/Frankfurt – Der gemeinnützige Verein zur Heilung von Brustkrebs Komen Deutschland liefert jetzt 20.000 „Pink-Infotaschen“ in ganz Deutschland aus. Die Taschen werden von DHL Paket an rund 170 zertifizierte Brustzentren in den 16 Bundesländern verschickt. Damit erhält mehr als jede vierte Frau, die in diesem Jahr neu an Brustkrebs erkrankt, wichtige und aktuelle Informationen der Fachgesellschaften, aktuelle Patientenratgeber, Leseproben, Flyer von Selbsthilfegruppen und eine Broschüre von Komen Deutschland.

    „Von außen eine Tasche wie viele, doch das Innenleben ist wie ein Care-Paket mit elementaren und wichtigen Informationen für Frauen, die neu an Brustkrebs erkrankt sind“, sagte Andrea Hahne in Hameln, die als eine der ersten die neue „Pink-Infotasche“ des gemeinnützigen Vereins für die Heilung von Brustkrebs Komen Deutschland in der Hand hielt. „Diese Taschen habe ich als Patientin kennen gelernt, und ich gebe sie nun mit Überzeugung an unsere Patientinnen weiter.“ Andrea Hahne, die nach eigener Brustkrebserkrankung ein psychosoziales Beratungsangebot am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont aufgebaut und das BRCA-Netzwerk für Familien mit erblichem Brustkrebs mit gegründet hat, erhielt im Brustzentrum des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont am 3. September eine von etwa 2.000 Taschen für Niedersachsen, wofür die Stiftung der Niedersächsischen Volksbanken und Raiffeisenbanken die Kosten übernommen hat.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit