Krebs hochpräzise bestrahlen

Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin

Bremen – Der Strahlentherapie kommt eine zentrale Stellung bei der Behandlung von Krebserkrankungen zu: So werden nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft etwa 60 Prozent aller Tumorpatienten bestrahlt. An mehr als einem Drittel aller Heilungen ist die Strahlentherapie beteiligt. Wann und wie radioonkologische Therapien zum Einsatz kommen sollten, diskutieren Ärzte und Wissenschaftler im Rahmen der 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Der Kongress findet vom 11. bis zum 14. Juni unter dem Motto „Radioonkologie 2009 – innovativ und interaktiv in Versorgung und Wissenschaft“ im Messe- und Congress-Centrum Bremen statt. Erwartet werden mehr als 2 000 Teilnehmer. Schwerpunkte sind die radioonkologische Behandlung des alten Menschen, neue strahlenbiologische Erkenntnisse – insbesondere auf dem Gebiet der zielgerichteten Therapie – sowie Weiterentwicklungen in der Gerätetechnik und die Förderung des radioonkologischen Nachwuchses.

Radioonkologen diskutieren Neuheiten ihres Fachgebietes

„Dank technischer Weiterentwicklungen – zum Beispiel in der Bestrahlungsplanung und –durchführung mit schnittbildgestützter (CT/MRT) und funktioneller (PET/PET-CT) Bildgebung – können Tumorherde heutzutage auf den Millimeter genau erfasst und bestrahlt werden. Das Spektrum der uns zur Verfügung stehenden Methoden hat sich in den letzten Jahren beträchtlich erweitert“, berichtet Privatdozentin Dr. med. Susanne Staar, Kongresspräsidentin und Direktorin der Klinik und Praxisgemeinschaft für Strahlentherapie am Klinikum Bremen-Mitte. So ermöglicht zum Beispiel die „Image-Guided“ Radiotherapie (IGRT) mit einer an den Bestrahlungskopf gekoppelten Röntgenröhre eine optimale Kontrolle der Patienteneinstellung und präzise Steuerung der Bestrahlung. Durch eine zusätzliche atemgetriggerte Dosiseinstrahlung lässt sich zum Beispiel bei Lungen- und Brustdrüsenkarzinomen die Dosis an gesundem Herz- und Lungengewebe weiter reduzieren. Die „Brachytherapie“ ermöglicht durch das Einbringen von Strahlern in Kathetern oder Nadeln eine schonende Bestrahlung im Körperinneren. Zum Einsatz kommt dieses Verfahren zum Beispiel beim Prostatakrebs. „Diese Vielfalt der Strahlentherapie aufzuzeigen sowie neue Behandlungsansätze zur Diskussion zu stellen, ist das Ziel unserer Jahrestagung in Bremen“, so Staar weiter.

Ein Schwerpunkt des DEGRO-Kongresses ist die Strahlentherapie des alten Menschen. „Tumorpatienten haben mit zunehmendem Alter häufig Begleiterkrankungen. Dies ist bei der Planung und Durchführung einer Bestrahlung besonders zu beachten, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden“, betont Staar. Zahlreiche Sitzungen beschäftigen sich in diesem Zusammenhang auch mit den Aspekten Lebensqualität sowie palliative und supportive Therapie. Aber auch berufspolitische und strukturelle Themen stehen auf der Agenda. So soll diskutiert werden, welche Rolle Universitätskliniken in der radioonkologischen Versorgung spielen und wie dem Nachwuchsmangel in der Strahlentherapie begegnet werden kann. Zudem können sich Kongressteilnehmer über die elektronische Patientenakte und die Strahlentherapie seltener Tumore informieren. Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr der Radioonkologie in Dänemark. Die Kollegen aus dem nördlichen Nachbarland stellen relevante wissenschaftliche Untersuchungen und Studien vor.

Ein Patientenforum ergänzt das wissenschaftliche Programm des Kongresses. Die DEGRO veranstaltet dieses in Kooperation mit der Bremer Krebsgesellschaft am 13. Juni 2009 von 12 bis 14 Uhr. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Strahlenbehandlung von Brust- und Prostatakrebs. Der Eintritt zum Patientenforum ist frei, eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Weitere Informationen zum Kongress sind unter www.degro.org/degro2009/ abrufbar.

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, Silke Stark


Krebszeitung

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    Viele Tumore sind hierarchisch aufgebaut, ähnlich wie normale Gewebe und Organe. Die Spitze der Tumorzellhierarchie bilden Tumorzellen mit Stammzelleigenschaften. Diese Tumorstammzellen sind undifferenziert und besitzen die Fähigkeit zu nahezu unbegrenzter Selbsterneuerung. Solche undifferenzierten Tumorstammzellen treiben neben dem Tumorwachstum auch die lokale Tumorinvasion, die Fernmetastasierung und die Bildung von wiederkehrenden Zweittumoren an.

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