Krebs im Alter: Sind Telomere die Ursache?

Krebssymbol - pixabay
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Welche Rolle spielen die Enden von Chromosomen, die Telomere, wenn eine Tumorkrankheit im Alter entsteht? Dieser Frage geht ein Forscherteam um Privatdozent Dr. Karl Lenhard Rudolph aus der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) nach. Die Deutsche Krebshilfe e. V. unterstützt das Projekt seit drei Jahren, nun hat sie noch einmal 385.000 Euro bewilligt.

Deutsche Krebshilfe fördert MHH-Forschungsprojekt mit weiteren 385.000 Euro

Telomere bilden die Endstücke menschlicher Chromosomen, sie schirmen die Erbsubstanz ab und schützen sie vor Schäden. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich jedoch die Telomere; dadurch ist die Teilungsfähigkeit menschlicher Zellen auf 50 bis 70 Zellteilungen begrenzt. Diese „Uhr“ scheint die Regeneration von Organen und Geweben während der Alterung zu begrenzen. Gleichzeitig schützt der Mechanismus vor Krebswachstum, da sich auch bei Tumorzellen die Telomere verkürzen und so die entarteten Zellen „altern“ und schließlich absterben lassen.

Neuere Forschungsergebnisse lassen jetzt einen gegenteiligen Effekt vermuten: Durch verkürzte Telomere können möglicherweise auch vermehrt Tumore auftreten, weil die Chromosomen instabil werden – die chromosomale Instabilität ist ein Hauptmechanismus für Krebs im Alter. „Wir glauben, dass dadurch mikroskopisch kleine Tumoren bei alten Menschen entstehen“, sagt Privatdozent Dr. Karl Lenhard Rudolph. Dabei spielt wahrscheinlich das Enzym Telomerase eine wichtige Rolle. Mit Hilfe der Deutschen Krebshilfe möchte das Forscherteam nun diese Hypothese experimentell untersuchen, um neue Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung von Tumoren im Alter zu finden.

Weitere Informationen gibt gern Privatdozent Dr. Karl Lenhard Rudolph,
MHH-Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie,
Telefon: (0511) 532-3489, E-Mail: Rudolph.Lenhard@mh-hannover.de.

Pressemitteilung, Medizinische Hochschule Hannover


Krebszeitung

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  • A) Hirntumorzellen mit induzierter Resistenz gegenüber Chemotherapie (untere Plattenhälfte) weisen gegenüber ursprünglichen Hirntumorzellen (obere Plattenhälfte) ein deutlich höheres Resistenzniveau gegenüber Temozolomid (von links nach rechts in aufsteigenden Konzentrationen) auf und dienen als Modell für die Erforschung von Resistenzmechanismen im Patienten. B) Tumorstammzellen (ZH-161) in Zellkulturmedium. - Quelle: Caroline Happold; Nina Stojceva; Zürich
    Forschung

    Wissenschaftler des Instituts für Neuropathologie in Düsseldorf und der Klinik für Neurologie in Zürich untersuchen die Mechanismen der Resistenz bösartiger Hirntumoren (Glioblastome) gegenüber Strahlentherapie und Chemotherapie. Sie konzentrieren sich hier speziell auf eine erst vor wenigen Jahren als bedeutsam erkannte Gruppe von kleinen Nukleinsäuremolekülen (microRNA), die als wesentliche Regulatoren genetischer Prozesse erkannt wurden. Durch Beeinflussung der relativen Mengen dieser Signalmoleküle soll das Ansprechen bösartiger Hirntumoren auf die klassischen Tumortherapien deutlich verbessert werden.

    Die mittlere Überlebenszeit für Patienten mit Glioblastomen, einer besonders aggressiven und häufigen Hirntumorform, beträgt immer noch weniger als ein Jahr. Das Ansprechen auf die weitere Therapie nach der Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie, ist sehr unterschiedlich: Manche Tumoren zeigen sich primär resistent und wachsen trotz dieser Therapie weiter. Andere Tumoren bleiben über Monate inaktiv, entwickeln aber dann im Verlauf Resistenzmechanismen.

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  • Kongress - pixabay
    DGU-Kongress 2010

    Düsseldorf. Die häufigste Krebserkrankung, mit der Deutschlands Männer konfrontiert sind, ist das Prostatakarzinom. Jährlich diagnostizieren Urologen rund 60.000 neue Fälle. „Zugleich sind bei kaum einer anderen Tumorerkrankung die Möglichkeiten der Behandlung so vielfältig wie beim Prostatakarzinom“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Weidner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und des 62. Jahreskongresses der DGU vom 22. bis 25. September 2010 in Düsseldorf. Angesichts der Fülle verfügbarer Informationen sei es für Patienten, die in alle Therapieentscheidungen einbezogen werden müssten, zunehmend schwieriger, einen Überblick zu behalten. Das Laienforum am Donnerstag, den 23. September 2010, ab 19.00 Uhr im Congress Center Düsseldorf, soll den Betroffenen Orientierungshilfe geben.

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