Krebs: Immer mehr Menschen brauchen soziale Unterstützung

Krebssymbol - pixabay
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Krebs ist mehr als ein Gesundheitsthema – darauf macht die Berliner Krebsgesellschaft anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar aufmerksam

Berlin, 29. Januar 2013 – Noch immer ist die öffentliche Wahrnehmung von falschen Vorstellungen über die Krankheit Krebs geprägt. Um gängige Mythen über die Erkrankung auszuräumen, wirbt der diesjährige Weltkrebstag am 4. Februar für seriöse Informationen und Aufklärung zum Thema Krebs.

Zu den häufigsten Krebs-Irrtümern gehört etwa, dass Krebs nur ein Gesundheitsthema ist. Stimmt nicht, sagt die Berliner Krebsgesellschaft. Krebs hat weitreichende soziale und wirtschaftliche Folgen. Studien zur wirtschaftlichen Auswirkung einer Krebserkrankung haben gezeigt, dass Dreiviertel der Patienten finanzielle Einbußen mit Beginn der Krankheit erleben. Nicht wenige verlieren durch die Erkrankung ihren Job und rutschen in die Armut ab. „Gerade in Berlin, wo es deutschlandweit die meisten Empfänger von Sozialhilfe gibt, sehen wir heute zunehmend Notsituationen im Rahmen einer Krebserkrankung“, sagt der Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft Prof. Dr. Dr. Peter M. Schlag im Vorfeld des Weltkrebstags. Betroffen sind aber nicht nur die sozial Schwachen. Auch für Familien aus dem Mittelstand und insbesondere Alleinerziehende kann eine Krebserkrankung zum sozialen Abstieg führen: „Wenn der Hauptverdiener ausfällt, dann kann das für die ganze Familie zu einer existenziellen Bedrohung werden.“

Ein weiterer Krebs-Irrtum: Krebs trifft nur ältere Menschen. Dazu sagt Geschäftsführer Dr. Hubert Bucher: „Krebs kann jeden treffen. Zwar erkranken die meisten Menschen in Deutschland erst nach dem 65. Lebensjahr, aber jeder vierte Krebspatient ist deutlich jünger.“ Hochgerechnet auf Berlin bedeutet das, dass in diesem Jahr rund 5.000 Menschen im jüngeren und mittleren Lebensalter – also mitten im Berufsleben – die Diagnose Krebs erhalten werden.

Habe ich Anspruch auf häusliche Hilfe während der Therapie? Die Berliner Krebsgesellschaft klärt auf

Um Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen zu helfen, hat die Berliner Krebsgesellschaft ein umfangreiches Hilfsangebot aufgebaut. Die Beratungsstelle unterstützt Betroffene durch psychoonkologische Unterstützung, berät aber auch bei sozialrechtlichen Fragen. „Viele Menschen wissen nicht, was ihnen im Krankheitsfall zusteht“, sagt Bucher. „Dabei haben Krebspatienten je nach Situation Anspruch auf soziale Vergünstigungen, häusliche Pflege oder Hilfe im Alltag.“ Die Berater der Berliner Krebsgesellschaft leisten hierzu in über 1.700 Beratungskontakten jährlich wichtige Aufklärungsarbeit.

Informationen entlasten und nehmen auch Ängste, weiß Dr. Bucher aus seiner täglichen Arbeit mit Krebspatienten zu berichten. Damit sich Berliner Patienten und Angehörige informieren können, wo sie weitere Hilfe erhalten oder Ansprüche geltend machen können, gibt die Berliner Krebsgesellschaft jedes Jahr den „Wegweiser für Krebsbetroffene in Berlin“ kostenlos heraus. In der Broschüre sind zahlreiche Anlaufstellen aufgeführt, die sich zum Beispiel um die Wiedereingliederung ins Berufsleben oder um Rentenanträge kümmern. Auch Kontaktadressen zu Selbsthilfe oder Krebssportgruppen und Rehabilitationseinrichtungen sind dabei. Mehrere Tausend Menschen machen jedes Jahr vom Patienten-Wegweiser Gebrauch. (Download unter: www.berliner-krebsgesellschaft.de)

Weiter unterstützt die Berliner Krebsgesellschaft Familien im Rahmen des Projekts „Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“ sowie in wirtschaftliche Not geratene Patienten über einen Härtefonds.

Angesichts der steigenden Zahl an Neuerkrankungen und der längeren Überlebenszeiten von Menschen mit Krebs, geht der Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft davon aus, dass künftig immer mehr Menschen in Berlin soziale und finanzielle Hilfsangebote benötigen werden. „Die Situation in Berlin wird sich weiter verschärfen. Umso wichtiger bleibt die Spendenbereitschaft der Berliner Bevölkerung, denn nur so können wir unser Angebot für Krebskranke aufrechterhalten und ausbauen“, so Professor Schlag. In Berlin werden in diesem Jahr voraussichtlich knapp 20.000 Menschen die Diagnose Krebs erhalten. Im Jahr 2025 werden es bereits rund 23.000 Menschen sein.

Mit einer Spende können Sie die Arbeit der Berliner Krebsgesellschaft unterstützen:

Spendenkonto
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 1238300
BLZ 100 205 00

Über die Berliner Krebsgesellschaft

Die Berliner Krebsgesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Heilungschancen zu erhöhen. Beratung, Information und weitreichende Unterstützung für Patienten und ihre Angehörigen gehören neben der Förderung der Krebsforschung und der ärztlichen Weiterbildung zu ihren wichtigsten Aufgaben. Der gemeinnützige Verein ist seit über 60 Jahren für das Wohl krebskranker Menschen in Berlin tätig und finanziert sich ausschließlich über Erbschaften und Spenden.

Pressekontakt
Berliner Krebsgesellschaft e.V.
Maren Müller, Beatrice Hamberger
Robert-Koch-Platz 7,
10115 Berlin

Tel.: 030 – 280 41 955
Fax: 030 – 282 41 36
presse@berliner-krebsgesellschaft.de
www.berliner-krebsgesellschaft.de

Pressemitteilung der Berliner Krebsgesellschaft e.V. , Maren Müller, Beatrice Hamberger


Krebszeitung

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    Medizin

    Personalisierte Krebstherapie – Heilung in Sicht?

    Der Jahreskongress 2012 der amerikanischen Krebsgesellschaft (ASCO) stand in diesem Jahr unter dem Motto „Collaborating to Conquer Cancer“. Dieser Aufruf macht deutlich, welchen hohen Stellenwert die interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit und die Kommunikation mit den Betroffenen im Kampf gegen Krebs besitzen.

    „Im Mittelpunkt unserer Forschung steht der Patient“, sagte der Cancer Communications Committee Chair der ASCO, Nicholas J. Vogelzang, bei der Einführungspressekonferenz. Erstes Ziel ist die Heilung, die für immer mehr Patienten ein realistisches Ziel ist. Zudem können inzwischen viele unheilbare Krebserkrankungen in eine chronische Verlaufsform gebracht werden, mit immer wiederkehrenden Therapien. Deshalb wird heute gefordert, dass der Nutzen einer Behandlung möglichst individuell für jeden Patienten bereits vor der Therapie abgeschätzt werden kann. Zahlreiche zielgerichtete Therapien, die an ganz bestimmten Stellen in den Zyklus von Tumorzellen eingreifen, haben in den letzten 15 Jahren Einzug in die Klinik gehalten. Doch diese sind häufig noch nicht spezifisch genug und es lässt sich nicht vorhersagen, ob ein Tumor auf eine bestimmte „Targeted Therapie“ anspricht. Deshalb beschäftigt die Suche nach so genannten „Biomarkern“ die Krebsforscher weltweit. Hier werden jährlich durch translationale Forschung in Klinik und Labor große Fortschritte erzielt – und es steht zu hoffen, dass für noch mehr Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen in den nächsten Jahren die Heilung in Sicht ist. Hierbei stellt sich die kritische Frage, mit welchen Methoden der weitere Fortschritt erzielt wird, damit das „Gießkannenprinzip: Eine Therapie für Alle“ durchbrochen wird. Auch die Beachtung der Lebensqualität und die Präferenz der Patienten sind noch stärker zu berücksichtigen.

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