Krebs vorbeugen – bereits bei Kinder!

Schmerz - pixabay

Am Weltkindertag, dem 20. September 2014, stehen die Rechte der Kinder im Mittelpunkt. Das Recht auf Gesundheit gehört zweifellos zu den wichtigsten. Es umfasst auch den Schutz vor Risiken, die später einmal zu einer Krebserkrankung führen können. Da Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) das Krebsrisiko erhöhen, sollten eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung für Kinder selbstverständlich sein. Eine neue Publikationsreihe aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum fasst die Fakten zum Zusammenhang von Adipositas und Krebs zusammen.

Viele Kinder in Deutschland ernähren sich zu süß und zu fetthaltig und bewegen sich nicht genug. Infolgedessen stieg seit den 1980er Jahren der Anteil der adipösen Kinder zwischen drei und 17 Jahren auf heute etwa sechs Prozent. Das entspricht fast zwei Millionen Kindern. Dicke Kinder werden häufig dicke Erwachsene. In den letzten zehn Jahren stieg der Anteil stark Übergewichtiger deutlich an – vor allem unter jungen Erwachsenen: Rund 15 Prozent der jungen Männer und Frauen (25-34 Jahre) sind adipös.

Übergewicht erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Besonders Krebs des Gebärmutterkörpers (Endometriumkarzinom), Gallenblasenkrebs und Speiseröhrenkrebs werden durch Adipositas begünstigt. Doch auch Nierenzellkrebs, Dickdarmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren und Bauchspeicheldrüsenkrebs treten bei stark übergewichtigen Menschen häufiger auf als bei schlanken. In Deutschland lassen sich jährlich schätzungsweise drei Prozent der Krebsfälle bei Männern und etwa fünf Prozent bei Frauen auf Adipositas zurückführen. „Adipositas entwickelt sich nach dem Rauchen zu einem der bedeutsamsten Risikofaktoren für Krebs“, sagt Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Ziel einer erfolgreichen Krebsprävention muss es daher sein, Übergewicht und Adipositas bei Kindern von vornherein zu verhindern. Außerdem sollten übergewichtige und fettleibige Kinder zum Abnehmen motiviert werden, was langfristig ihr Krebsrisiko senkt. Im Erwachsenenalter dagegen ist eine dauerhafte Gewichtsreduktion nur noch schwer zu erreichen. Wichtig ist vor diesem Hintergrund auch die Umstellung auf einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich 1992 mit der Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention dazu verpflichtet, positive Rahmenbedingung für die Entwicklung von Kindern zu schaffen und sich für eine gesunde Ernährung einzusetzen. In der neuen Publikationsreihe „Fakten zur Krebsprävention“ fasst das Deutsche Krebsforschungszentrum die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Zusammenhang von Adipositas und Krebs zusammen und bietet damit den politischen Entscheidungsträgern das Hintergrundwissen für politische Maßnahmen.

Die zweiseitigen Factsheets sind abrufbar unter www.dkfz.de/de/krebspraevention/Informationen_zur_Krebspraevention.html

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-2854
F: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de

Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de

E-Mail: presse@dkfz.de

Pressemitteilung von Dr. Stefanie Seltmann Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Krebsforschungszentrum

Erbgutmarkierung bei Leukämie ist nur vermeintlich krebstypisch


Krebszeitung

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  • Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
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    Würzburg/Leipzig, 24.10.2016 – Am Samstag, den 29. Oktober 2016 findet der überregionale Hirntumor-Informationstag der Deutschen Hirntumorhilfe statt, zu dem die gemeinnützige Organisation interessierte Patienten, Angehörige und Ärzte von 9:30 bis 18.30 Uhr an die Julius-Maximilians-Universität [...mehr lesen]
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    Die Indikation für die Dialysebehandlung bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ist relativ klar umrissen. Seit 2007 gibt es die „Qualitätssicherungsrichtlinie Dialyse“, im Rahmen derer jede einzelne Dialysebehandlung evaluiert wird. Wie in keiner anderen medizinischen Disziplin unterliegt die Arbeit der Nephrologen somit einer ständigen Qualitätskontrolle. Dieses System hat sich bewährt – letztlich wurde dadurch auch der Vorfall in Aurich, bei dem der Verdacht besteht, dass ohne hinreichende Indikation Dialysebehandlungen durchgeführt wurden, aufgedeckt. Die DGfN wirkt an der vollständigen Aufklärung nachdrücklich mit.

    Dialyse rettet jeden Tag weltweit hunderttausenden von Menschen das Leben, sie kann die Entgiftungs- und Wasserausscheidungsfunktionen von schwer geschädigten Nieren weitgehend ersetzen. Bei einer GFR (glomeruläre Filtrationsrate, ein Maß für die „Filterleistung“ der Nieren; vereinfacht oft als „Prozent Nierenfunktion“ bewertet) unter 15 ml/min/1,73m2 kann bei chronisch nierenkranken Patienten ein Dialysebeginn in Erwägung gezogen werden, besonders dann, wenn klinische Symptome der Harnvergiftung wie Übelkeit, nicht beherrschbarer Bluthochdruck, Elektrolytentgleisungen, extremer Juckreiz oder abnehmende Leistungsfähigkeit es erfordern. Bei der Mehrzahl der Patienten wird mit der Dialysebehandlung allerdings erst begonnen, wenn die GFR bereits deutlich niedriger liegt (d.h. zwischen 5 und 7 ml/min/1,73 m²).

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