Krebserkrankungen – Frühe Diagnose und individualisierte Therapie durch molekulare Bildgebung

Deutsche Bevölkerung hat Angst vor Krebs Grafik: Roche
Deutsche Bevölkerung hat Angst vor Krebs Grafik: Roche

Trotz der großen wissenschaftlichen Fortschritte über Entstehung und Verlauf von Krebserkrankungen bleiben die therapeutischen Erfolge moderner Therapieverfahren oft hinter den Erwartungen zurück. Der Grund liegt unter anderem im Fehlen von spezifischen Biomarkern, die den Therapieerfolg individuell vorhersagen können. Hier spielt die Nuklearmedizin eine wichtige Rolle, denn sie ist in der Lage, solche Biomarker zu entwickeln. So entsteht eine individuelle, dem jeweiligen biologischen Profil eines Patienten angepasste, Krebstherapie.

Den Stand der aktuellen Forschung auf diesem Gebiet stellt der Sonderforschungsbereich 824 (SFB 824) aus München auf der NuklearMedizin 2013 in Bremen vor. Die Veranstaltung zum Thema „Bildgebung zur Selektion, Überwachung und Individualisierung der Krebstherapie“ findet als Vorkongress-Symposium zur 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin am 17. April 2013 statt.

Eines der großen Ziele der modernen Medizin ist es, eine individuell auf den Patienten zugeschnittene Behandlung zu bieten. Da sich die Ursachen von Krebserkrankungen zwischen verschiedenen Patienten aber stark unterscheiden können, ist es für eine solche individualisierte Behandlung notwendig, die beim einzelnen Patienten vorliegenden molekularen Veränderungen nachzuweisen. Erst dann können hochspezifische Medikamente eingesetzt und die Erkrankung so ohne gefährliche Nebenwirkungen behandelt werden. Für diese individualisierte molekulare Behandlung spielt die Nuklearmedizin eine Schlüsselrolle. Sie diagnostiziert und therapiert Erkrankungen mithilfe radioaktiver Substanzen (sogenannte Biomarker), die an spezifische molekulare Zielstrukturen wie Rezeptoren, Antigene, Transportproteine und Enzyme binden und so Stoffwechselvorgänge sichtbar machen. Dies ist möglich, da der Stoffwechsel erkrankter Zellen deutlich von dem gesunder Zellen abweicht. Um die betroffenen Zellen sichtbar machen zu können, werden dem Patienten radioaktiv markierte Substanzen (sogenannte Radiopharmaka) verabreicht. Sie bestehen aus einem radioaktiven Teilchen, dem Radioisotop, und einem weiteren Bestandteil. Dieser bindet an einen bestimmten Zelltyp im Körper und sorgt so dafür, dass das Radioisotop gezielt an die krankhaft veränderten Zellen gelangt. Dadurch kommt es zu einer starken Anreicherung im Tumor bei nur geringer Aufnahme in gesunden Organen.

Ziel des SFB 824 ist es, die Erfolge von Krebstherapien mit Hilfe dieser molekularen Bildgebung zu verbessern. Dabei steht die Individualisierung der Therapie bei onkologischen Erkrankungen mittels bildgebender Verfahren im Fokus. Durch die bildliche Darstellung struktureller und biologischer Veränderungen in Tumoren soll eine individuelle, dem jeweiligen biologischen Profil eines Patienten angepasste Krebstherapie entwickelt werden.

Die beteiligten Wissenschaftler aus München erforschen dafür neue Methoden der molekularen Bildgebung, die den Erfolg von Krebstherapien für den Einzelnen noch besser voraussagen und die Resultate dieser Therapie bei dem Einzelnen noch besser darstellen können. Durch die Forschung soll es zukünftig nicht nur möglich werden, das Tumorgewebe frühzeitig zu erkennen, auch die Effekte der Therapie sollen anhand der biologischen Signale objektiv und zeitnah erfasst werden können.

Die molekulare Bildgebung bildet ein Schwerpunktthema auf der 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., der NuklearMedizin 2013. Die Tagung findet vom 17. bis 20. April auf dem Gelände der Messe Bremen statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress, für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten, einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2013 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und auch Pflegekräfte – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2013 stehen auf der Kongresshomepage www.nuklearmedizin2013.de zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de
www.nuklearmedizin.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.nuklearmedizin2013.de – Kongresshomepage der NuklearMedizin 2013
http://www.nuklearmedizin.de – Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.


Krebszeitung

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  • Abb. 1: Gesamtüberleben in der Studie COU-AA-301 unter Abirateronacetat (AAP) vs. Placebo (PP) (jeweils plus Prednison oder Prednisolon) seit der ersten Docetaxel-Dosis (modifiziert nach [2]).
    Prostatakrebs

    Durch die Zulassung von neuen Wirkstoffen und deren sequentiellen Einsatz hat sich die Prognose beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC), die lange Zeit sehr schlecht war, in den letzten Jahren erheblich verbessert. So erzielte zunächst Docetaxel plus Prednison (DP) in dessen Zulassungsstudie TAX 327 ein medianes Überleben von 19,2 Monaten1. Im September 2011 wurde dann Abirateronacetet (Zytiga®) in Kombination mit Prednison/Prednisolon (AAP) für die Therapie des mCRPC zugelassen, wenn die Erkrankung während oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist. Eine aktuelle Auswertung der Zulassungsstudie von AAP zeigt, dass sich durch den sequentiellen Einsatz von Docetaxel firstline sowie Abirateronacetat mit Prednison/Prednisolon secondline das mediane Überleben der Patienten, gemessen ab der ersten Docetaxelgabe (DP), auf im Median 32,6 Monate verlängerte2.

    mCRPC nach Docetaxel: Neue Auswertungen zum Gesamtüberleben aus der COU-AA-301 Studie

    In der explorativen Post-hoc-Analyse, die im Juni auf dem ASCO Annual Meeting 2012 vorgestellt wurde, untersuchten Goodman et al. den Überlebensvorteil unter Abirateronacetat mit Prednison/Prednisolon (AAP) in Abhängigkeit von der Docetaxel-Vortherapie, um dessen Robustheit zu evaluieren2. Abirateronacetat (n=797) hatte in der Studie COU-AA-301 bei mCRPC-Patienten nach Versagen von ein bis zwei Chemotherapie-Regimen inklusive Docetaxel das mediane Überleben gegenüber Placebo (n=398) (je plus Prednison/Prednisolon: AAP vs. PP) signifikant um 4,6 Monate verlängert (15,8 vs. 11,2 Monate, Hazard Ratio 0,74, p<0,0001)3.

    […mehr lesen]

  • Links: CT-Aufnahme, rechts: PET, Mitte: Kombination; Patient mit Lungentumor vor (oben) und nach (unten) Hochpräzisionsbestrahlung.Der Tumor hat sich bei erhaltener Lunge komplett zurückgebildet. Universitätsklinikum Freiburg
    Lungenkrebs
    Europäische Gesellschaft für Radiologie und Europäische Gesellschaft für Atemwegserkrankungen sprechen sich für europaweite Vorsorgeuntersuchungen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen aus / „White Paper“ unter Federführung der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg gibt Handlungsempfehlungen für die Politik Die Europäische [...mehr lesen]

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